Super Tuesday – Obama gewinnt

Der Vorwahlkampf der Republikaner geht weiter. Daran hat auch der Super Tuesday nichts geändert. Zehn Wahlen in zehn Bundesstaaten, doch einen klaren Sieger hat es nicht gegeben. Nur einen großen Verlierer: Die Republikaner.

Die Schlammschlacht unter den Möchte-Gern-Kandidaten wird so schnell also kein Ende nehmen. Denn dass sich die vier verbliebenen Kandidaten der Grand Old Party, Mitt Romney, Rick Santorum, Newt Gingrich und Ron Paul, in Zukunft nicht mehr mit politischen Dreck bewerfen werden, ist nicht zu erwarten. Der Graben zwischen dem ungeliebten Frontrunner Romney und seiner beiden konservativen, Tea Party freundlichen Gegner, Santorum und Gingrich, ist zu groß, das er durch Argumente zumindest verkleinert werden könnte. Und Ron Paul (76), dessen vor allem junge Anhängerschaft brav zur Wahl geht, kann das Rennen nicht ernsthaft beeinflussen.

Bleiben also Romney, Santorum und Gingrich. Doch was wollen die drei?

Mitt Romney – was will der Ex-Gouverneur von Massachusetts eigentlich ? Weniger Gesetze für die Börsengeschäfte seiner Kumpel an der  Wall Street? Klar. Ein starkes und schlagkräftiges US-Millitär? Ja. Aber wie denn bei den leeren Staatskassen? Und was sonst noch? Weniger Steuern? Wer will das nicht? Nur bei einem Staatsdefizit, das in Zahlen ohnehin keiner mehr nachvollziehen kann, ein eher schwieriges Ziel. Also was Romney?

Rick Santorum. Der Ex-Senator und Katholik aus Pennsylvania will ein anderes Amerika, ein Gottes fürchtendes Land, eins, in dem Öffentliche Schulen nur die Ausnahme und nicht die Regel sind, in denen Eltern wieder die Erziehung und Bildung ihrer Kinder übernehmen. Eins, in dem das Recht der Frau auf Abtreibung in allen und zwar in wirklich allen Fällen verboten ist und selbst die Antibaby-Pille nicht von der ohnehin schlechten Krankenkasse bezahlt wird.

Und Newt Gingrich, der am Super Tuesday seinen Heimatstaat Georgia gewinnen konnte ansonsten aber deutlich abgeschlagen mit dem verfassungstreuen Ron Paul die Plätze drei oder vier belegte? Seit seinem Vorschlag eine Station mit US-Flagge auf dem Mond zu errichten, und den Planeten zum 51. US-Bundesstaat zu ernennen, nehmen die Wähler den 68-Jährigen ohnehin nicht mehr Ernst.

Gingrichs Wahlkampf wird nur noch durch die großzügigen Spenden seines Kumpels, Las Vegas Casino-Milliardär Sheldon Adelson, am Leben erhalten. Es ist Zeit für den Ausstieg Newt! Der liberal konservative Romney und der ultra-konservative Santorum sollen es unter sich aus machen. Das wäre dann ein Wahlkampf zweier gegensätzlicher Standpunkte und jeder wüsste am Ende, welche Partei die Republikaner wirklich ist. Doch bei dem Elefanten-Ego eines Gingrich könnte die Einsicht zum Verzicht eher spät, vielleicht sogar zu spät kommen.

Präsident Obama kann dem regen Treiben mit Gelassenheit zuschauen. Dass die Republikaner alles schlecht finden, was er macht, ist keine Neuigkeit mehr. Interessieren scheint das ohnehin immer weniger. Obamas Umfragewerte steigen wieder, während die der Republikaner fallen.  Es könnte ein ruhiger Herbst für den Amtsinhaber werden.