Der Romney Gau

Es ist der größtmögliche Unfall im Wahlkampf von Mitt Romney. Bei den Vorwahlen in Alabama und Mississippi konnte der Frontrunner nicht punkten, sondern musste den Sieg in beiden Staaten Rick Santorum überlassen. Der kann sich jetzt als König der Südstaaten feiern lassen.

Es ist eine schwere Niederlage für Romney, die er gerne vermieden hätte. Da nutzt es ihm wenig, wenn er öffentlich erklärt, er habe ja auch in Alabama und Mississippi Delegierte für seine Wahl auf dem Parteitag gewonnen. Verloren ist verloren, das weiß auch der ungeliebte Kandidat der GOP.

Der ultrakonservative Kandidat Santorum kann sich dagegen als Sieger feiern lassen und das gleich zweimal. Er schlug nicht nur Romney, sondern auch seinen Widersacher um die Stimmen der einflussreichen religiösen Rechten Amerikas, Newt Gingrich.

Der ehemalige House-Sprecher hätte in Alabama und Missisippi gewinnen müssen. Es war seine letzte Chance. Doch Gingrich hat sie nicht nutzen können. Es ist Zeit für den 68-Jährigen auszusteigen und dem Zweikampf Romney gegen Santorum oder rechts gegen ganz rechts nicht im Wege zu stehen. Dann können nicht nur Republikaner, sondern alle Amerikaner sehen, was aus der GOP seit dem Aufstieg der Tea Party geworden ist. Die Zeit für Gingrich zumindest ist längst vorbei.

Romney dagegen muss aufpassen, dass er nicht noch weiter abstürzt und seine Frontrunner-Position in Frage gestellt wird. Am Samstag wählt Missouri ihren Kandidaten, ebenfalls ein Santorum Territorium. Doch dann kommt Illinois. Hier sollte Romney als Sieger punkten, am besten sogar deutlich. Ansonsten könnte die schon sicher geglaubte Nominierung doch noch verloren gehen.