Der ungeliebte Kandidat

Nach dem überraschenden Wahlkampf-Ende von Rick Santorum (spricht eigentlich noch jemand über Newt Gingrich) hat Präsident Obama jetzt auch offiziell einen Herausforderer: Mitt Romney.

Der “langweiligste Mann Amerikas” wie ihn Kommentator Bill Maher verspottet, ist der liberale unter den Konservativen. Er war der vernünftigste Kandidat in einer politisch erschreckend schwachen GOP-Runde, vor der sich selbst Republikaner machmal fürchteten.

Mitt Romney hat die Partei gepalten in liberal Konservative und Konservative, in Rechte und in Rechtsaußen. Ob der Ex-Gouverneur von Massachusetts die Grand Old Party bis zum Herbst im Kampf gegen Obama vereinen kann, scheint zweifelhaft. Zu tief sind die Gräben zwischen den einflussreichen religiös-konservativen- und dem Business freundlichen Romney-Flügel.

Jeder dritte “Ultra-Konservative”, der Kern der Republikaner, will Romney nicht wählen. Ihr Motto: Lieber noch vier Jahre Obama als möglicherweise acht Jahre Romney. Das sagt eigentlich alles über den Kandidaten:

Romney ist der ungeliebte Kandidat der Republikaner.

Und dennoch: Die Einladungen zur Siegesfeier im November sollte das White House noch nicht verschicken. Auch wenn Romney die Wahl nicht gewinnen kann – Obama kann sie noch immer verlieren.