Sarah Jessica Parker lädt MICH ein!

Ich muss sehr beliebt sein. Mich laden zurzeit Menschen zum Essen ein, die ich persönlich gar nicht kenne und bisher nur von weitem gesehen haben. Wenn überhaupt. Erst war es George Clooney, der mich nach Los Angeles in seinem Haus empfangen wollte. Stacy Keibler, seine Wrestler-Freundin sei auch da und den Flug von New York nach Los Angeles wollte er mir auch spendieren, schrieb mir der Oscargewinner. Das klang schon ziemlich verlockend.

Dann fand ich eine E-Mail von Ricky Martin auf meinem BlackBerry. Nicht ganz so einladend. Es gab kein Essen. Doch auch er wollte mich treffen. Und am Wochenende textete mir dann Sarah Jessica Parker. Ja, richtig gehört, DIE Carrie Bradshaw aus “Sex in the City”.

“Michael”, schreibt SJP. “Es ist mir eine Ehre, dich zu einem Essen einzuladen, das ich in meinem Haus geben werde.” Wie? Wirklich? Wow! Mich?!

Essen mit Sarah Jessica Parker in ihrem Haus im New Yorker Greenwich Village. Ist ihr Mann Matthew Broderick auch da? Das schreibt sie nicht, aber verspricht hoch und heilig: “Es wird bestimmt ganz fabelhaft.”

Ganz so intim scheint das Dinner allerdings nicht zu werden. Auch Präsident Obama und First Lady Michelle werden kommen, verrät sie mir. Na ja, mit denen kann ich leben. Das sind ja nicht die schlechtesten Tischnachbarn. Ich bin wirklich beliebt. Oder? Wer bekommt schon solche Einladungen?

Aber was sollen die 50 anderen Menschen noch, von denen „Carrie“ spricht und die, wie ich mittlerweile weiß, 40.000 Dollar zahlen, um dabei zu sein. Für so viel Geld gehen in New York viele Menschen monatelang Essen.  Zugegeben nicht mit SJP und den Obamas.

Doch ganz so selbstlos ist die Einladung von SJP und all den anderen Stars aus Hollywood dann doch nicht. Am Ende der Email kommt es nämlich: “Drei Dollar” müsste ich für den Wiederwahlfonds von Obama spenden. Mindestens. Dafür bekomme ich ein Dinner-Lotterie-Ticket. Und damit kann ich dann wirklich eine Essenseinladung mit SJP gewinnen. Theoretisch versteht sich. Und nicht nur das, zwei Tickets für ein Mariah Carey Konzert bekomme ich noch dazu. Als Dessert sozusagen. Für NUR drei Dollar?

Bei George Clooney war das System genauso. Mit drei „Washingtons“ wäre ich auch hier bei der Lotterie dabei gewesen. Am Ende waren es 15 Millionen Dollar, die Clooney mit seinem Dinner in seinem Haus auf das Wiederwahl-Konto von Obama einzahlen konnte. Ein Rekord! Die Stars aus Hollywood lieben Obama und mögen Mitt Romney nicht.

Also, soll ich für Obama spenden und hoffen beim Essen dabei zu sein? Da fällt mir auf: Ich habe bisher noch nie von einem Menschen gehört oder gelesen, der tatsächlich einen Platz am Tisch gewonnen hat. Wie hieß eigentlich der Glückliche bei George Clooney? Warum erfahre ich darüber nichts? Das muss doch ein Leben veränderndes Erlebnis sein, das man gerne erzählt. Mit Obama, Michelle und 50 Reichen, die mal eben 40.000 locker machen, um dem Präsidenten mit Frau beim Essen und vielleicht beim Kleckern zuzusehen. Also, ich würde davon groß erzählen, nicht nur in diesem Blog. Mmh?!

PS: Bei den Republikaner scheine ich übrigens nicht so beliebt zu sein. Die haben mich noch nie zu einem Essen eingeladen. Mitt Romney mag offenbar keine Gemütlichkeit, dafür aber mein Geld. Danach fragt er mich – gefühlt – mindestens einmal die Woche.