„Der 1-Milliarde-Dollar Mann“

Man stelle sich einmal vor, Angela Merkel hätte für ihre Wahlkämpfe eine Milliarde Dollar oder in ihrem Fall umgerechnet etwa 666 Millionen Euro eingesammelt und für ihre Wahl zur Bundeskanzlerin auch ausgegeben. Das Geschrei in Deutschland wäre groß und der Vorwurf der Verschwendung vermutlich noch einer der nettesten.

In den USA ist das anders. Ganz anders.

Hier hat Barack Obama laut einer Analyse des Center for Responsive Politics in seiner politischen Karriere tatsächlich schon mehr als eine Milliarde Dollar an Spenden eingesammelt und natürlich auch fast alles davon eingesetzt. Dabei ist der Politiker Obama noch gar nicht so lange im Geschäft.

Die Statistik des Centers rechnet erst seit seiner Kandidatur für den Senat im Jahr 2004. (Merkel wurde 2005 zum ersten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt, die Zahlen sind also ungefähr vergleichbar). In den vergangenen knapp acht Jahren hat Obama genau 1,017.892.305 Milliarden Dollar gesammelt und in seinen politischen Aufstieg investiert. Kein Politiker hat die eine Milliarde Dollar Grenze bisher auch nur annähernd erreicht. Für den diesjährigen Präsidentschafts-Wahlkampf sind es bereits 217 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Konkurrent Mitt Romney schaffte erst bescheidene 100 Millionen.

Und Obama hat noch lange nicht sein Konto-Limit erreicht. Nicht nur Sarah Jessica Parker wird im kommenden Monat (14. Juni) bei einem Dinner Spenden für ihren Kandidaten sammeln gehen (http://michaelremke.com/2012/05/21/sarah-jessica-parker-ladt-mich-ein), sondern zuvor auch Ex-Präsident Bill Clinton (4. Juni). Am Ende werden es mehr als 300 Millionen Dollar sein, die Obama im teuersten Wahlkampf aller Zeiten in der Kasse haben und verprassen wird. Wahnsinn!

„Der 1-Milliarde-Dollar Mann“ – in den USA ist dieser Titel ein Kompliment.

Verschwendung ist es dennoch!