Gesundheit, Mister Präsident!

„Ich schätze mal, dass sie heute Nacht im White House nicht besonders gut schlafen werden.“ 

(Ein zuversichtlicher Mitt Romney am Tag vor der Supreme Court Entscheidung zu Obamas Gesundheitsreform)

Die Entscheidung des Obersten Gerichts der USA, die Gesundheitsreform für verfassungskonform zu erklären, ist ein Riesenerfolg für Präsident Obama und vor allem für 44 Millionen Amerikaner (!), darunter neun Millionen Kinder (!!), die im Krankenfall keinen Versicherungsschutz einer Krankenkasse genießen.

Für Mitt Romney und seine republikanischen Freunde ist es ein Schlag ins Gesicht. Sie wollten „Obamacare“ stürzen und den Erfinder gleich mit dazu. Daraus wird wohl erst einmal nichts, auch wenn man sicher sein kann, dass die Konservativen und vor allem die radikalen Tea Party Anhänger des Landes bei diesem Thema nicht locker lassen werden.

Ich muss zugeben, dass ich selbst überrascht bin über die Entscheidung. Positiv. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass der Kern von „Obamacare“, das „individual mandate“, das jeden Amerikaner zwingt, eine Krankenversicherung abzuschließen, Bestand haben sollte.

Doch ausgerechnet der konservative Chef des Supreme Court, John G. Roberts (der Mann, der sich 2008 bei der Vereidigung von Obama vor dem Capitol versprochen hatte und im White House später noch mal nachvereidigen musste) stimmte mit den mehr progressiven Richtern des politisch geteilten US Supreme Court. Das Ergebnis des Obersten Gerichts von 5 zu 4 Stimmen ist deshalb eine wirkliche Sensation, hatte Präsident George W. Bush während seiner Amtszeit doch Roberts eingesetzt, damit solche „Zwangsgesetze“ keine Chance in Zukunft mehr haben sollten.

Amerika hat jetzt die Möglichkeit eine Gesundheitsreform zu etablieren, die ihren Namen auch verdient. Denn bisher zumindest waren Krankenkassen nicht unbedingt für Kranke, sondern eher für Gesunde, die kein Geld kosten, da.

Was das konkret für Betroffene bedeutet, erzählte mir erst vor ein paar Tagen mein Metzger. Er ist ein älterer Herr und gefühlt eher konservativ.  „Ich zahle jeden Monat für mich und meinen Sohn 5000 Dollar (!!) an Krankenversicherung“, wetterte er. „Und jetzt wollen sie meine Rate um weitere 25 Prozent erhören. Es geht hier doch nicht um meine Gesundheit, es geht nur um ihren Profit.“

Mitt Romney hat nach der Entscheidung des Supreme Court ein wichtiges Wahlkampfthema verloren. Viele sind ihm ohnehin nicht geblieben, nachdem auch der Ölpreis fällt und damit zumindest in den USA auch die hohen Benzinpreise (daran war laut Romney natürlich auch Obama schuld).

Wie der Obama-Herausforderer heute Nacht schlafen wird, kann ich nur erraten. Schlecht vermutlich. Vielleicht sollte er sich mal mit meinem Metzger unterhalten! Der schläft auch nicht gut.

Hochzeitsgeschenke für Obama!

Wie groß muss eigentlich die Verzweiflung sein, wenn ein Politiker auch die Hochzeitsgeschenke seiner Anhänger zur Finanzierung seiner Wiederwahl einsammeln möchte. Antwort: Unverschämt groß.

Barack Obama hat das jetzt getan!

Ja, richtig gehört. Hochzeitsgeschenke! Statt dem Brautpaar ein zehnteiliges Porzellan-Service von Villeroy & Boch, das neueste Messer-Set von Crate and Barrel oder gar die Flitterwochen in einem Überwasser-Bungalow auf Tahiti zu schenken, könnten die Gäste nach Meinung von Obama doch besser dessen Wiederwahl-Kampagne finanzieren. Es gibt doch wirklich wichtigere Dinge als Hochzeitgeschenke.

Auf der Webseite von Barack Obama heißt der entsprechende Aufruf an die heiratenden Anhänger: „Anstatt eines weiteren Geschenkgutscheines, den ihr ohnehin vergessen und nicht einlösen werdet, fragt doch eure Freunde und Familien nach etwas, was ein bisschen weiter geht: Eine Spende für Obama für Amerika.“

Wenn ich es nicht selbst lesen würde, könnte ich es nicht glauben.

Obama braucht zur Wiederwahl Geld. Viel Geld. Millionen, vielleicht sogar insgesamt eine Millarde Dollar. Das habe ich ja verstanden. Und dass der Präsident jeden Dollar dafür einsammeln will, den er bekommen kann, ist ja auch ok. Doch Hochzeitsgeschenke?

Ich frage mich, ob Obama bei seiner Hochzeit mit Michelle im Oktober 1992 (Foto) auch auf die Geschenke verzichtet hat. Haben die Obamas damals ihre Gäste aufgefordert, lieber für die Wahl von Bill Clinton zum Präsidenten einen Monat später zu spenden. Motto: „Hey Honey, wäre es nicht toll, wenn unsere Gäste ihre Geschenke lieber Bill geben würden.“ Ich habe da ernsthafte Zweifel.

Hochzeitsgeschenke zur Wiederwahl eines Präsidenten? Nein, das geht nun wirklich zu weit.

Michelle Obama: Winter Blues bei 35 Grad?

Ich bin ja eigentlich ein großer Fan von Michelle Obama, wenn man das überhaupt sein kann von einer First Lady. Sie ist ja nicht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, Johnny Depp oder die Miami Heats. Aber egal, sie macht ihre Sache schon ganz gut, finde ich.

Doch jetzt hat mich Michelle mächtig ins Grübeln gebracht. Da schickt sie mir eine Email, fragt mal wieder nach der berühmten drei Dollar Spende für die Wiederwahl ihres Mannes, und erzählt mir eine Geschichte, über die ich mich nur wundern kann.

„Michael“, schreibt sie. „Die ersten 10 Jahre unserer Ehe, haben Barack und ich in einem Apartment in Chicago gelebt. Die Winter können dort ganz besonders hart sein, aber egal wie verschneit oder eisig es war, Barack ging immer raus in die Kälte – eine Schaufel in der Hand – und hat mein Auto ausgegraben, so dass ich zur Arbeit gehen konnte.“

Obama, der Held, der Gentleman? Wirklich?

Als mich die Email erreicht, sitze ich in Brooklyn in meinem Büro und habe gerade die ersten New Yorker Hitzetage mit 100 Grad Fahrenheit, was in Celsius übersetzt mal so knapp 38 Grad bedeutet, überlebt. Und was macht die First Lady? Michelle schwelgt in Erinnerungen an ihre harte, kalte Zeit mit Barack in Chicago. Warum denkt sie nur im Hochsommer an diese frostige Zeiten?

Michelle Obama muss gerade auf Staatsbesuch auf Spitzbergen sein, denke ich. Oder streift sie mit den Töchtern Malia und Sasha im Urlaub durch das ewige Eis der Antarktis? Nein, die First Lady ist in Washington, wo das Wetteramt wie in New York sommerliche Temperaturen von 30 Grad und mehr meldet. Ist die Klima-Anlage im White House etwa defekt und bläst nur noch arktische Luft durch den Amtssitz des Präsidenten? Auch das kann es nicht sein. Die Welt hätte davon gehört. Außerdem habe ich gelernt, dass Obama Klimaanlagen nicht ausstehen kann und im Oval Office lieber warme Hawaii-Temperaturen bevorzugt.

Also was soll das mit dieser Tränen-Geschichte von ihrer harten, kalten Zeit mit Barack in Chicago?

Winter Blues im White House?

Ich kann mich nur wundern!

Rollenspiele – Kerry macht den Romney

Wahlen in den USA werden im Fernsehen entscheiden. Das weiß keiner besser als Präsident Obama. Seine Mega-Auftritte vor Hundertausenden Anhänger, live und zur besten Sendezeit auf allen TV-Kanälen übertragen, haben ihn 2008 als Messias und Herausforderer John McCain als politisches Fossil längst vergangener Zeiten erscheinen lassen. Erst Sarah Palin als republikanische Vize-Kandidatin konnte Obama ein Stück Fernseh-Berühmtheit nehmen.

Wichtig im TV-Wahlkampf sind dabei vor allem die Live-Debatten der beiden Kandidaten. Bei Zuschauerzahlen von bis zu 63,2 Millionen Zuschauern (2. Debatte 2008) kann diese „Reality-Show“ über Sieg und Niederlage entscheiden. So hatte Bush senior 1992 während seiner Diskussion mit Bill Clinton und Ross Perot die Wahl eigentlich schon verloren, als er gelangweilt auf seine Uhr schaute.

Die drei Debatten zwischen Obama und Romney im Herbst (3., 16. und 22. Oktober) werden deshalb von den Kandidaten schon jetzt generalstabsmäßig geplant. Obama hat sich dabei bereits auf seinen ganz persönlichen „Romney-Sparringspartner“ festgelegt.

John Kerry, Senator aus Massachusetts und gescheiterter Präsidentschafts-Kandidat 2004, soll die Rolle des Herausforderers übernehmen. Dafür hat er bei Erfolg, gute Chancen Hillary Clinton als US-Außenminister zu beerben.

Kerry ist keine überraschende aber eine richtige Entscheidung. Der 68-Jährige gilt als einer der besten Live-Debattierer Washingtons und kennt Romney bereits seit 1994 sehr gut. Damals hatte er Edward Kennedy bei seiner Wiederwahl zum Senator gegen Romney erfolgreich zum Sieg verholfen.

Kerry und Romney passen aber auch vom Typ her gut zusammen. Beide sind vermögend, beide habe in verschiedenen Bundesstaaten Häuser, beide ändern wie es gerade passt ihre Meinungen (Flip-Flopper) und beide haben auffällige Haarfrisuren.

Mitt Romney dagegen scheint sich im Debatten-Rollenspiel noch nicht entschieden zu haben. Sein Vorgänger als Obama-Herausforderer, John McCain, probte 2008 mit dem weißen Rob Portman, dem heutigen Senator aus Ohio. Den Messias-Status von Obama konnte McCain damals in den TV-Debatten nicht brechen. Romney ist also gut beraten, sich einen neuen Obama zu suchen.

Der Teufel geht nach London

Noch sind es mehr als vier Monate bis zur US-Präsidentschaftswahl im November. Doch schon jetzt scheinen die ersten Posten vergeben zu werden. Anna Wintour, Chefredakteurin des erfolgreichen Mode-Magazins Vogue und Vorbild für die Film-Komödie „The Devil Wears Prada“, hat offenbar gute Chancen künftige US-Botschafterin in London oder alternativ in Paris zu werden. Vorausgesetzt natürlich Obama gewinnt gegen Romney.

Postengescharre noch vor der Wahl? Wintour lässt durch Freunde dementieren. Und auch Obama schweigt bisher zum Thema.

Anna Wintour hätte sich den Posten „reichlich verdient“. Seit Jahren gilt die Power-Frau (Markenzeichen: dunkle Chanel-Sonnenbrille) als Demokratin, als Obama Anhängerin und vor allem als unermüdliche Spendensammlerin des Präsidenten. Allein zur Wiederwahl soll sie bis heute zweistellige Millionen-Summen auf das Konto von Obama überwiesen haben. Der dankbare Präsident lädt sie dafür im Gegenzug regelmäßig zu Staats-Dinnern ein und hat sie als eine Art „Promi-Botschafterin“ in sein „Committee on the Arts and Humanities“ aufgenommen. Eine Hand wäscht die andere.

Ihre Verbundenheit zum Präsidenten hatte Wintour, die einen britischen und einen US-Pass besitzt, zuletzt am vergangenen Donnerstag erneut unter Beweis gestellt. Zusammen mit Hollywood-Star Sarah Jessica Parker gab sie ein 40.000 Dollar-Pro-Kopf-Spenden-Dinner. (The-Devil-Wears-Obama). Oscarpreisträgerin Meryl Streep war da, genauso wie Mode-Designer Michael Kors. Und Wintour durfte als Moderatorin „zur Vorspeise“ Obama die Fragen stellen.

Auch politisch passen Obama und Wintour eigentlich ganz gut zusammen. Wintour Kenner bezeichnen die seit 24 Jahren regierende Vogue-Diktatorin – und dass darf durchaus wörtlich verstanden zu werden – als „Linke“, was in den USA auf dem politischen Spektrum eigentlich bedeutet, mindestens ein Sozialist zu sein.

Die Chefin eines dekadenten Mode-Magazins eine Sozialistin? Kaum vorstellbar. Die New York Times zumindest kommentiert die politische Haltung von Wintour bereits süffisant mit den Worten: „The Devils reads Pravda.“ Und erinnert damit an die von Lenin gegründete kommunistische Staatszeitung Prawda.

Mit dieser „linken“ Haltung und so viel Einsatz für Präsident Obama ist das Pöstchen in London oder auch Paris eigentlich reine Formsache. Kommt hinzu, dass Wintour im kommenden Jahr 25 Jahre bei Vogue und 63 Jahren alt wäre. Gründe genug also noch mal was Neues zu machen. Und das in London Ende des Jahres der US-Botschafter Louis Susman mit 74 Jahren in Pension geht, passt ja auch ganz gut.

US-Botschafterin Anna Wintour? Eigentlich muss Obama jetzt nur noch die Wahlen gewinnen.

Kino-Abend mit Obama

Es gibt eigentlich nur wenige Momente, in denen ich richtig neidisch bin auf Obama.
EINER davon ist DIESES Foto hier.

Kino-Abend mit Obama. Foto: Official White House Picture/Pete Souza

Im Keller des White House hat der Präsident sein eigenes Kino (wurde bereit 1942 unter Franklin D. Roosevelt gebaut), mit 40 weich gepolsterten, roten Sesseln. Dort kann Obama dann in aller Ruhe mit Familie und Freunden die neuesten Filme anschauen, nicht selten sogar bevor Normalsterbliche die Streifen in einem öffentlichen Kino gucken können. Der US-Präsident hat einen direkten Draht nach Hollywood.

Und manchmal lädt Obama sich auch ein paar Leute zum Kino-Abend in den Keller des East Wings ein. Wie auf diesem Bild, das der offizielle White House Fotograf Pete Souza bereits im vergangenen Monat gemacht hat aber jetzt erst freigegeben wurde.

Filmvorführer Obama zeigte an diesem Tag einer ausgewählten Gruppe von Militärs und ihren Familien (Motto: „Du Schatz, wir gehen heute Abend mal ins Kino im White House“) den neuen Film „Men in Black 3“ und zwar bevor der Blockbuster in die Kinos kam.

Wie gesagt, manchmal bin ich richtig neidisch.

Schlechte Karte(n) für Romney

Karl Roves „Electoral College“ Analyse: „Bushs-Hirn“ sieht seinen Kandidaten, den Republikaner Mitt Romney, im Moment deutlich abgeschlagen hinter Präsident Barack Obama

Noch 150 Tage bis zur Präsidentschafts-Wahl im November. Und eigentlich kann sich Präsident Obama trotz der für ihn politisch katastrophalen vergangenen Woche erst einmal entspannen. In den Umfragen führt er in der Wählergruppe der Unabhängigen, der Frauen, der Latinos und der Afro-Amerikaner. Und auch als Spendensammler ist er trotz der „Niederlage“ im Mai gegen Romney mit insgesamt 196 Millionen Dollar in den ersten drei Monaten 2012 gegenüber Romneys 87 Millionen Dollar absolute Spitze.

Obama ist auf dem Weg zu seiner Wiederwahl. Das untermauern auch alle wichtigen Prognosen der „Electoral College“, also der Wahlmänner aus den einzelnen Bundesstaaten. Und nur die zählen am Ende! Hier liegt der Amtsinhaber deutlich vor seinem Herausforderer Mitt Romney.

So rechnet die Huffington Post solide 270 Wahlmänner-Stimmen (genauso viel braucht Obama, um Präsident zu bleiben) aus den 50 US-Bundesstaaten. Selbst eine Niederlage in den Swing States Ohio und Florida würde danach am Obama-Sieg nichts ändern. Und auch CNN tendiert eindeutig zu Obama und sieht das Rennen aktuell bei 247 (Obama) zu 206 (Romney). Ein Sieg von Obama in Florida würde bei CNN zum Sieg reichen oder Ohio und Virginia.

Wirklich bedenklich für Romney sind aber die Ergebnisse von Karl Rove, besser bekannt als das „Gehirn von George W. Bush“ oder als „Architekt“ der beiden Bush-Siege. Rove, wahrlich kein Liberaler oder gar Linker, zeichnet ein düsteres Bild für den republikanischen Herausforderer Romney.

Laut Roves „Electoral College“ Karte könnte Obama eigentlich schon die Champagner-Flaschen kalt stellen – Mitt Romney scheint hoffnungslos abgeschlagen. Nach der Rove-Analyse dürfte sich Obama sogar eine Niederlage in den beiden größten der sieben Swing States, Florida und Ohio leisten, wenn er die Staaten gewinnt, die zu Obama tendieren, plus Colorado.

Auch wenn 150 Tage im Wahlkampf eine Ewigkeit sind. Ich bleibe dabei: Mitt Romney kann die Wahlen nicht gewinnen, Obama kann sie nur verlieren.

Guantanamo soll schöner werden

Ich lese Präsident Obama hat in den vergangenen Wochen das Terrorlager von Guantanamo Bay auf Kuba für mehrere Millionen Dollar verschönern lassen. Es soll einen neuen Fußballplatz (Kosten: 750.000 Dollar!) geben, eine renovierte Bücherei, ein aufgemöbeltes Krankenhaus und für die Wärter eine neue Unterkunft. Club Med Gitmo? Nun wirklich nicht.

2010 vor dem Eingang zu Camp Delta in Guantanamo Bay, Kuba (Foto: M. Remke)

Insgesamt drei Mal war ich in den vergangenen Jahren in Gitmo. Das erste Mal, kurz nach der Eröffnung 2002, durfte ich nur unter Bewachung von drei Marines das Gefängnis aus einer Entfernung von fast 100 Metern beobachten. Fotos waren nicht erlaubt. Damals sah das Lager aus wie eine Ansammlung von Tierkäfigen und nicht wie ein Gefängnis.

Camp X-Ray, wie das erste Lager hieß, ist mittlerweile nicht mehr in Betrieb und wird heute nur noch von sogenannten Banana Rats bewohnt. Bei meinem vorerst letzten Besuch 2010 hieß das neue Lager Camp Delta und die Gefangenen (zumindest 80 Prozent von ihnen) hatten Zugang zu Kabel-TV (21 Kanäle), zu ausgewählten Spielfilmen, Büchern und zensierten Zeitungen.  Der 9/11 Terror-Mastermind Khalid Sheik Mohammed und seine Komplizen sitzen in dem Hochsicherheitstrakt Camp VI.

Camp X-Ray 2010. Heute leben hier nur noch Banana-Rats (Foto. M. Remke)

Die Verhältnisse sind in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden. Gut sind sie immer noch nicht. Daran wird auch der neue Sportplatz nichts ändern.

Was ist eigentlich aus Obamas Versprechen geworden, das Lager zu schließen? Nach zehn Jahren Gitmo sitzen immer noch 169 Gefangene auf Kuba fest, fast die Hälfte sollen „cleared“ sein wie es so schön heißt, wenn die Regierung der Meinung ist, dass von ihnen keine Gefahr mehr ausgeht oder noch nie ausgegangen ist. Und unter denen warten 40 seit fünf Jahren auf ihre Freilassung!

Statt zu renovieren, sollte Obama endlich das Lager schließen und sein Versprechen einlösen. Es ist an der Zeit!

The Devil Wears Obama

Starpower für Obama: Lady Gaga war die Erste, dann kamen Spike Lee, George Clooney, Eva Longoria und Ricky Martin, die für IHREN Präsidenten warben. An diesem Montag durfte Bon Jovi mit Obama von Washington nach New York in Air Force One (39 Minuten, schwere Turbulenzen) mitfliegen, um ihn später im Nobelhotel Waldorf Astoria an der Park Avenue zu empfangen. Und in der kommenden Woche lädt Sarah Jessica Parker zum Essen in ihr Haus im Greenwich Village ein (Einladung).

Für den SJP Event rührte am Wochenende die Vogue-Chefin Anna Wintour noch einmal per Video-Botschaft kräftig die Werbetrommel. Ob die „The-Devil-Wears-Prada“ Wintour allerdings die Richtige ist, um für Obama Sympathiepunkte zu sammeln, darf zumindest in Frage gestellt werden.

Hollywood schart sich um Präsident Obama. Das war schon während des Wahlkampfes 2008 so, das ist auch 2012 der Fall. Doch diesmal ist die Situation eine andere. Diesmal sind die Stars auch ein Risiko. Obama ist kein Senator mehr, der über die verfehlte Politik der Bush-Regierung herziehen kann. Die Wirtschaft kriselt und es nicht mehr die von George W. Es ist seine eigene, die Obama-Wirtschaft, die am Tropf hängt.

So sehr Hollywood Obama beim Sammeln von Spenden helfen kann, die Stars machen Obama leicht angreifbar. „Out of touch“ schimpfen die Republikaner. Sie charakterisieren den Präsidenten als einen, der sich im Glanz Hollywoods sonnt und sich weniger um die Probleme und Bedürfnisse der „kleinen Leute“ kümmert.

Das Video von Anna Wintour nutzten die Republikaner deshalb geschickt als Steilvorlage, um gegen die Starpower und den angeblich abgehobenen Präsidenten zu wettern.

Obama muss aufpassen, dass solche Botschaften nicht beim Wähler hängen bleiben.

Viele Amerikaner wollen einen Präsidenten, mit dem sie sich zum BBQ und auf ein Bier treffen können. Zumindest theoretisch. Bisher galt Obama als bodenständig, als „down-to-earth“. Doch das kann sich schnell ändern. Und auch wenn Romney als Mormone Alkohol ablehnt und in seinem Leben angeblich noch kein Bier getrunken hat (really!), grillen darf er. Oder?

Hillary for President – in 2016

Die Demokraten müssen sich ihrer Sache ziemlich sicher. Anstatt sich ganz auf die Wiederwahl von Barack Obama zu konzentrieren, eröffnen sie bereits die Diskussion um die Präsidentschaftswahl 2016. Hillary Clinton soll es machen! Im weisen Alter von 69 Jahren.

Nein, es war kein Hinterbänkler, kein Demokrat, den keiner kennt, der die amtierende US-Außenministerin als künftige White House Regentin sieht. Nein, es war Nancy Pelosi, ihres Zeichen immerhin Ex-Sprecherin des Repräsentantenhauses und heute Fraktionschefin der Demokraten. Eine Stimme also mit Gewicht.

Was die „Grand Old Lady“ der Demokraten geritten hat, bleibt jedoch ihr Geheimnis. Vielleicht wollte die 72-jährige Pelosi nur von den für Obama katastrophalen Arbeitsmarktzahlen ablenken, die ihn die Präsidentschaft kosten könnten. Das wäre die einzige halbwegs vernünftige Erklärung. Doch ob diese Taktik zieht, darf bezweifelt haben.

Die Demokraten sollten sich auf ihren Kandidaten in 2012 konzentrieren. Und der heißt Barack Obama. Die Diskussion Hillary for President – in 2016 macht keinen Sinn.