The Devil Wears Obama

Starpower für Obama: Lady Gaga war die Erste, dann kamen Spike Lee, George Clooney, Eva Longoria und Ricky Martin, die für IHREN Präsidenten warben. An diesem Montag durfte Bon Jovi mit Obama von Washington nach New York in Air Force One (39 Minuten, schwere Turbulenzen) mitfliegen, um ihn später im Nobelhotel Waldorf Astoria an der Park Avenue zu empfangen. Und in der kommenden Woche lädt Sarah Jessica Parker zum Essen in ihr Haus im Greenwich Village ein (Einladung).

Für den SJP Event rührte am Wochenende die Vogue-Chefin Anna Wintour noch einmal per Video-Botschaft kräftig die Werbetrommel. Ob die „The-Devil-Wears-Prada“ Wintour allerdings die Richtige ist, um für Obama Sympathiepunkte zu sammeln, darf zumindest in Frage gestellt werden.

Hollywood schart sich um Präsident Obama. Das war schon während des Wahlkampfes 2008 so, das ist auch 2012 der Fall. Doch diesmal ist die Situation eine andere. Diesmal sind die Stars auch ein Risiko. Obama ist kein Senator mehr, der über die verfehlte Politik der Bush-Regierung herziehen kann. Die Wirtschaft kriselt und es nicht mehr die von George W. Es ist seine eigene, die Obama-Wirtschaft, die am Tropf hängt.

So sehr Hollywood Obama beim Sammeln von Spenden helfen kann, die Stars machen Obama leicht angreifbar. „Out of touch“ schimpfen die Republikaner. Sie charakterisieren den Präsidenten als einen, der sich im Glanz Hollywoods sonnt und sich weniger um die Probleme und Bedürfnisse der „kleinen Leute“ kümmert.

Das Video von Anna Wintour nutzten die Republikaner deshalb geschickt als Steilvorlage, um gegen die Starpower und den angeblich abgehobenen Präsidenten zu wettern.

Obama muss aufpassen, dass solche Botschaften nicht beim Wähler hängen bleiben.

Viele Amerikaner wollen einen Präsidenten, mit dem sie sich zum BBQ und auf ein Bier treffen können. Zumindest theoretisch. Bisher galt Obama als bodenständig, als „down-to-earth“. Doch das kann sich schnell ändern. Und auch wenn Romney als Mormone Alkohol ablehnt und in seinem Leben angeblich noch kein Bier getrunken hat (really!), grillen darf er. Oder?