Guantanamo soll schöner werden

Ich lese Präsident Obama hat in den vergangenen Wochen das Terrorlager von Guantanamo Bay auf Kuba für mehrere Millionen Dollar verschönern lassen. Es soll einen neuen Fußballplatz (Kosten: 750.000 Dollar!) geben, eine renovierte Bücherei, ein aufgemöbeltes Krankenhaus und für die Wärter eine neue Unterkunft. Club Med Gitmo? Nun wirklich nicht.

2010 vor dem Eingang zu Camp Delta in Guantanamo Bay, Kuba (Foto: M. Remke)

Insgesamt drei Mal war ich in den vergangenen Jahren in Gitmo. Das erste Mal, kurz nach der Eröffnung 2002, durfte ich nur unter Bewachung von drei Marines das Gefängnis aus einer Entfernung von fast 100 Metern beobachten. Fotos waren nicht erlaubt. Damals sah das Lager aus wie eine Ansammlung von Tierkäfigen und nicht wie ein Gefängnis.

Camp X-Ray, wie das erste Lager hieß, ist mittlerweile nicht mehr in Betrieb und wird heute nur noch von sogenannten Banana Rats bewohnt. Bei meinem vorerst letzten Besuch 2010 hieß das neue Lager Camp Delta und die Gefangenen (zumindest 80 Prozent von ihnen) hatten Zugang zu Kabel-TV (21 Kanäle), zu ausgewählten Spielfilmen, Büchern und zensierten Zeitungen.  Der 9/11 Terror-Mastermind Khalid Sheik Mohammed und seine Komplizen sitzen in dem Hochsicherheitstrakt Camp VI.

Camp X-Ray 2010. Heute leben hier nur noch Banana-Rats (Foto. M. Remke)

Die Verhältnisse sind in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden. Gut sind sie immer noch nicht. Daran wird auch der neue Sportplatz nichts ändern.

Was ist eigentlich aus Obamas Versprechen geworden, das Lager zu schließen? Nach zehn Jahren Gitmo sitzen immer noch 169 Gefangene auf Kuba fest, fast die Hälfte sollen „cleared“ sein wie es so schön heißt, wenn die Regierung der Meinung ist, dass von ihnen keine Gefahr mehr ausgeht oder noch nie ausgegangen ist. Und unter denen warten 40 seit fünf Jahren auf ihre Freilassung!

Statt zu renovieren, sollte Obama endlich das Lager schließen und sein Versprechen einlösen. Es ist an der Zeit!