Schlechte Karte(n) für Romney

Karl Roves „Electoral College“ Analyse: „Bushs-Hirn“ sieht seinen Kandidaten, den Republikaner Mitt Romney, im Moment deutlich abgeschlagen hinter Präsident Barack Obama

Noch 150 Tage bis zur Präsidentschafts-Wahl im November. Und eigentlich kann sich Präsident Obama trotz der für ihn politisch katastrophalen vergangenen Woche erst einmal entspannen. In den Umfragen führt er in der Wählergruppe der Unabhängigen, der Frauen, der Latinos und der Afro-Amerikaner. Und auch als Spendensammler ist er trotz der „Niederlage“ im Mai gegen Romney mit insgesamt 196 Millionen Dollar in den ersten drei Monaten 2012 gegenüber Romneys 87 Millionen Dollar absolute Spitze.

Obama ist auf dem Weg zu seiner Wiederwahl. Das untermauern auch alle wichtigen Prognosen der „Electoral College“, also der Wahlmänner aus den einzelnen Bundesstaaten. Und nur die zählen am Ende! Hier liegt der Amtsinhaber deutlich vor seinem Herausforderer Mitt Romney.

So rechnet die Huffington Post solide 270 Wahlmänner-Stimmen (genauso viel braucht Obama, um Präsident zu bleiben) aus den 50 US-Bundesstaaten. Selbst eine Niederlage in den Swing States Ohio und Florida würde danach am Obama-Sieg nichts ändern. Und auch CNN tendiert eindeutig zu Obama und sieht das Rennen aktuell bei 247 (Obama) zu 206 (Romney). Ein Sieg von Obama in Florida würde bei CNN zum Sieg reichen oder Ohio und Virginia.

Wirklich bedenklich für Romney sind aber die Ergebnisse von Karl Rove, besser bekannt als das „Gehirn von George W. Bush“ oder als „Architekt“ der beiden Bush-Siege. Rove, wahrlich kein Liberaler oder gar Linker, zeichnet ein düsteres Bild für den republikanischen Herausforderer Romney.

Laut Roves „Electoral College“ Karte könnte Obama eigentlich schon die Champagner-Flaschen kalt stellen – Mitt Romney scheint hoffnungslos abgeschlagen. Nach der Rove-Analyse dürfte sich Obama sogar eine Niederlage in den beiden größten der sieben Swing States, Florida und Ohio leisten, wenn er die Staaten gewinnt, die zu Obama tendieren, plus Colorado.

Auch wenn 150 Tage im Wahlkampf eine Ewigkeit sind. Ich bleibe dabei: Mitt Romney kann die Wahlen nicht gewinnen, Obama kann sie nur verlieren.