Wahlkampfhelferin-in-Chief

Michelle Obama Superstar

Erster Akt des Parteitages der Demokraten. Und was für ein Unterschied zu der Konvention der Republikaner. Anstatt sich für den Wahlkampf 2016 zu empfehlen, sprachen die Redner der Demokraten weniger über sich, sondern nur über eine Person: Barack Obama. Und das mit einer Begeisterung von der Mitt Romney nur träumen kann.

Vergessen schien die Wirtschafts-, Finanz- und Immobilienkrise in den USA, die 23 Millionen Arbeitslosen, der Schuldenberg, der pünktlich zum Parteitag die 16 Billionen Dollar Grenze überschritten hatte. Es war ein perfekter Einstieg in einen Jubelparteitag. Und das ohne versteckte Zweifel am eigenen Kandidaten.

Herausforderer Mitt Romney und die Republikaner spielten dabei nur die Rolle eines Sparringpartners, an denen man sich abarbeiten konnte. „Es war ihm wichtiger den Job zu haben, als den Job zu machen“, spottete Gouverneur Deval Patrick der Nachfolger von Mitt Romney in Massachusetts. Doch ansonsten priesen Patrick genauso wie der neue Star der Demokraten, San Antonios Bürgermeister Julia Castro, ihren Präsidenten.

Der Höhepunkt des Abends war jedoch Michelle Obama mit der „besten Rede einer First Lady in der Geschichte der USA“ (CNN). „Ein Grand Slam“, ein „beeindruckender Auftritt“, „gigantisch“, „eine fantastische Rede“, übertrafen sich die Kommentaren mit Superlativen.

Michelle Obama Superstar rockte mit einer fast 25 Minuten langen Liebeserklärung an ihren Mann die vollgepackte Halle.

Höhepunkte:

  • „Ich liebe ihn heute noch mehr als vor vier Jahren“
  • „Er holte mich zu Dates in einem Auto ab, durch dessen Seitentür ich den Asphalt sehen konnte.“
  • „Wir waren so jung, so verliebt und so verschuldet.“

Persönliches das ankam und mehr als 20.000 Zuschauer zu Beifallsstürmen hinriss. Doch Michelle Obama wurde auch politisch:

  • „Der Wandel ist hart, der Wandel braucht Zeit und es passiert nicht alles sofort.“
  • „Barack glaubt, dass Frauen ihre eigenen Entscheidungen treffen können, wenn es um ihren Körper.“
  • „Wir müssen zusammen stehen für den Mann, dem wir trauen können, damit unser Land vorankommt.
  • „Wir können jeden in diesem Land eine faire Chance geben, den amerikanischen Traum zu leben.“

Erst zum Schluss konnte sich Michelle auch eine Spitze gegen den erfolgreichen Multi-Millionär Mitt Romney nicht verkneifen. Und das ohne seinen Namen zu nennen. „Erfolg ist nicht wie viel Geld du verdienst“, erklärte Präsident Obamas wichtigste Wahlkampfhelferin. „Erfolg ist, welchen Unterschied du im Leben anderer machst.“