Die Obama-Rede: Das Magische war gestern!

Nein, es war nicht seine beste Rede!

Vielleicht waren die Erwartungen viel zu hoch – wieder einmal. Oder seine Vorredner einfach zu gut. Doch im Vergleich zu der politisch brillanten Rede von Bill Clinton oder Michelle Obamas Herzensauftritt war die Rede von Präsident Obama auf dem Parteitag der Demokraten in Charlotte doch eher bescheiden.

„Ich bin nicht mehr der Kandidat, ich bin der Präsident“, sagte Obama. Und vielleicht hatte er damit genau den Punkt getroffen. Die Zeiten haben sich geändert. Obama ist in den vergangenen Jahren nicht nur grauer geworden, sondern auch ruhiger und älter.

Obama ist nicht mehr der Messias, der von „Change“ und „Hope“ spricht, sondern der Präsident der USA. Und der bittet um mehr Zeit und mehr Geduld! Die Zuschauer im Saal schien das dennoch nicht zu stören. Sie feierten ihren Hoffnungsträger, viele mit Tränen in den Augen.

Obama gab sich zwar kämpferisch und griff seinen Herausforderer Mitt Romney und die Republikaner immer wieder direkt an. Er betonte die fundamentalen Unterschiede und die völlig andere Vision für Amerika, die sein Opponent hat. Doch in der Rede fehlte etwas, was Obama bisher ausgezeichnet hat: Das Magische. Vor vier Jahren hat ihn dieser Zauber ins White House gebracht. Diesmal scheint er verflogen. Diesmal ist der Weg ins Oval Office ein Stück Arbeit.

Höhepunkte aus der offiziell 4320 Worte und 40 Minuten langen Rede:

  • „Wir haben diesmal eine echte Wahl. Es ist eine Wahl zwischen zwei fundamental verschiedenen Visionen für unsere Zukunft.“
  • „Jeder muss sich an die Regeln halten, von der Main Street zur Wall Street zu Washington.“
  • „Unsere Freunde (die Republikaner) wollen eure Stimmen, aber sie wollen nicht, dass ihr ihre Pläne kennt.“
  • „Wir gehen nicht zurück, wir gehen nach vorne.“
  • „Ich habe Steuern gekürzt für die Mittelklasse, für die, die sie wirklich brauchten.“
  • „Ich glaube nicht, dass weniger Steuern für Millionäre uns bessere Jobs bringen.“
  • „Wir sind weniger abhängig von Ölimporten. Wir brauchen eine Mio. Barrel weniger Öl im Jahr.“
  • „Der Klimawandel ist keine Zeitungsente!“
  • „Die Demokratie gehört euch. Der Wandel kommt nicht von mir, sondern von euch.“
  • „Ich habe versprochen den Irak-Krieg zu beenden. Ich habe es getan!“
  • „Osama bin Laden ist tot. Und Al Qaida steht vor ihrem Ende!“
  • „Ich werde die stärkste Armee erhalten, die die Welt je gesehen hat.“
  • „Es gibt diese Menschen mit den 10 Mio. Dollar Schecks, die versuchen diese Wahl zu kaufen.“
  • „Ich weigere mich, der Mittelklasse mehr Steuer abzuverlangen, um es den Millionären zu geben.“
  • „Ich rette keine Banken, die sich nicht an die Regeln halten.“
  • „Ich hatte noch nie so viel Hoffnung in Amerika. Und ich habe diese Hoffnung euretwegen.“
  • „Ich habe niemals gesagt unser Weg wird einfach werden.“
  • „Wir können es schaffen!“