US-Wahl-Countdown: Nur noch 50 Tage. Obama ist der Sieg kaum noch zu nehmen!

Der Countdown läuft. Noch 50 Tage bis zu den Präsidentschafts-Wahlen am 6. November. Und alles deutet auf einen klaren Sieg von Präsident Obama hin. Herausforderer Mitt Romney scheint hoffnungslos abgeschlagen. Also, alles klar in Obama-Land??

Sieben Wochen in der Politik können eine Ewigkeit sein. Das Pulverfass Nahost, die Spannungen mit dem Iran und auch die weiterhin schwächelnde US-Wirtschaft mit ihren schwachen Arbeitsmarktzahlen können die Stimmung schnell drehen. Selbst der anhaltende Lehrerstreik in Obamas Heimatstadt Chicago kann die Wahl beeinflussen.

Im Moment sprechen nicht nur die Umfragen klar für Obama. Der Präsident hat bundesweit seinen Vorsprung gegenüber Romney auf vier Punkte (49 – 45 Prozent) ausgebaut (bisher waren sie fast gleichauf). Und auch in den acht wichtigsten Swing States führt Obama deutlich ( u.a. Florida und Virginia +5 Prozent, Ohio +7 Prozent).

Wirklich katastrophal für den Herausforderer ist allerdings eine andere Zahl: 47 Prozent der US-Bürger trauen in Sachen Wirtschaft Obama mehr zu als Romney (45 Prozent)! Und das bei einer Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent, mit der seit 1948 noch kein US-Präsident wiedergewählt wurde.

Der Grund für eine mögliche Vorentscheidung im Wahlkampf 2012 liegt in der Schwäche des Obama-Gegners. Romney hatte sich zuletzt mit seinen unbedachten Bemerkungen zu den Angriffen auf die US-Botschaften in Ägypten und Libyen als außenpolitischer Anfänger entpuppt. Selbst in den eigenen Reihen schüttelte man bei so viel Dilettantismus nur den Kopf.

Der Republikaner Romney hat ein Problem mit der eigenen Partei

Für große Teile der Konservativen, blieb Romney bis heute der ungeliebte Kandidat. Nur die Berufung „ihres Lieblings“ Paul Ryan hat sie versöhnt. Doch auch der „Kennedy der Rechten“ hat keine Wende gebracht. Heute wirkt der Running Mate mit seinem gefühlten Dauerwahlkampf in Wisconsin ohnehin wie einer, der Gouverneur seines Heimatstaates werden will, aber nicht Vize-Präsident.

Amerikas Konservative sind wütend, enttäuscht und scheinen offenbar selbst nicht mehr an ihren Kandidaten glauben zu können. Sie fordern

mehr Kampfeswillen von Romney, einen neuen Kurs oder gleich ein neues Wahlkampfteam. Nur eins hält die Republikaner zuzeit noch zusammen: Der Wille Obama abzuwählen! Doch reicht das?

Schlechte Karten also für das Romney/Ryan Ticket? Noch haben die beiden eine prallgefüllte Kriegskasse. Damit können sie das Land mit TV-Werbung überschwemmen. Aber kann das die Wende bringen?

Dann schon eher die drei TV-Debatten zwischen Romney und Obama im kommenden Monat. Doch hat der Herausforderer wirklich eine realistische Chance gegen den Profi aus dem White House. Romney spielt die Erwartungen bereits herunter und warnt, dass Obama in der Diskussion nicht die Wahrheit sagen könnte. Redet so einer, der vor Selbstbewusstsein strotzt und Obama platt machen will?

Noch 50 Tage bis zu den Wahlen. Es bleibt dabei:

Romney kann nicht (mehr) gewinnen, Obama kann nur (noch) verlieren?