US-Politik direkt Umfrage: Republikaner Romney ohne Chancen auf den Wahlsieg

Es war keine gute Woche für Mitt Romney. Erst kritisierten Amerikas Konservative ihren eigenen Kandidaten wegen dessen Wahlkampfführung und der vorschnellen Schelte an Obamas Nahost-Politik. Und dann trat der Herausforderer auch noch in den „47 Prozent Fettnapf“.

In einem heimlich gefilmten Video hatte Romney 47 Prozent der US-Bürger als „Schmarotzer“ beschimpft und behauptet, dass sich diese als „Opfer“ fühlten, vom Staat abhängig seien und entsprechend Obama wählen müssten. Ein Video, das ihn selbst nach Meinung vieler seiner Parteifreunde die Wahl kosten könnte.

US-Politik direkt Umfrage: Romney ist bereits geschlagen

Auch die Leser von „US-Politik direkt“ glauben nach einer Umfrage mehrheitlich (55 Prozent), dass Romney wegen des Videos bei den Präsidentschafts-Wahlen „keine Chance mehr hat“. Nur knapp jeder Zehnte ist der Meinung, dass der Kandidat „noch die Wende schafft“, während 33 Prozent denken, dass „das Video keinen Einfluss auf den Ausgang der Wahlen“ haben wird. Keine guten Zahlen also für Romney.

 

Wie schlecht es im Moment um den Obama-Herausforderer steht, zeigen auch die jüngsten Umfragen. Selbst der Romney freundliche TV-Sender FoxNews sieht den Kandidaten deutlich hinter Obama. In sechs wichtigen und wahlentscheidenden Swing States hat der Präsident (+5 in Florida, +7 in Ohio, +7 in Virginia, +8 in Iowa, +5 in Colorado und +5 Prozent in Wisconsin) einen deutlichen Vorsprung vor Romney.

Schon fürchten Amerikas Konservative um ihr Minimalziel, die Abwahl von Obama. Sie sind unzufrieden, schimpfen und halten sich mit Kritik an Romney nicht mehr zurück. Die Republikaner fordern mehr Kampfeswillen und mehr Einsatz ihres Kandidaten. Der verspricht zwar Besserung, doch bei kaum noch 40 Tagen bis zur Wahl könnte es für Romney bereits zu spät sein.

Die Stimmung ist gegen Romney. Daran konnte auch die seit langem geforderte Herausgabe seiner Steuererklärung von 2011 nichts ändern. Als Romney seine Abgaben an den Fiskus veröffentlichte (knapp 14 Prozent), gab es gleich wieder eine Peinlichkeit. Denn um nicht unter einen Steuersatz von 13 Prozent zu fallen, hatte Romney nicht alle Abschreibungen, die ihm zustanden, angegeben. Seine Gegner kritisierten das sofort als „Fälschung“. Aber auch die eigenen Parteifreunde verstanden die Trickserei nicht.

Romney steckt in einem Tief, aus dem er sich nur schwer wieder herausziehen kann. In einer weiteren Umfrage vom Wochenende erklärten „50 Prozent der Wähler“, dass sie den Kandidaten der Republikaner „nicht mögen“. Romney ist damit der unbeliebteste Kandidat seit Mike Dukakis 1988.