Obama gegen Romney – können Fernseh-Duelle die Wahl wirklich entscheiden?

TV-Duell: Obama gegen Romney. Was alles bei den Präsidentschafts-Debatten passieren kann. Die besten Momente aus den Jahren 1960 bis 2004 von CNN, AC 360.

Die Kommentatoren sind sich einig: Die erste Fernseh-Debatte zwischen Präsident Obama und Mitt Romney könnte eine der letzten Chancen für den Herausforderer sein. „Do or die“! heißt es für Romney. Entweder er gewinnt oder er ist erledigt.

Doch können TV-Duelle die Wahl wirklich entscheiden? Nach einer Gallup-Studie haben das zwischen 1960 und 2000 statistisch gesehen nur zwei geschafft: Die erste Fernseh-Debatte überhaupt, 1960 zwischen John F. Kennedy und Richard Nixon, sowie im Jahr 2000 zwischen Al Gore und George W. Bush.

Kennedy konnte dabei durch sein jugendliches Auftreten gegen den nervösen und schwitzenden Nixon das Fernsehen zu seinem Vorteil nutzen. Vor der Debatte waren beide in Umfragen noch gleich auf, danach lag JFK vier Punkte in Front und gab seine Führung nicht mehr ab. Im Jahr 2000 dagegen führte Gore mit acht Punkten vor George W. Bush und verlor durch die drei Debatten seinen Vorsprung. Gore zeigte sich als Besserwisser (was er vermutlich sogar war), rollte seine Augen und stöhnte hörbar genervt über die Antworten von Bush.

TV-Duelle: Die Verlierer und Gewinner

Doch es gab andere denkwürdige Momente. Als Gerald Ford 1976 in der Debatte gegen George Bush Senior eine „russische Vorherrschaft in Osteuropa“ leugnete, kostete ihn dieser Klopper letztendlich die Wahl. Bush Senior dagegen strauchelte als er bei seinem Duell mit Bill Clinton und Ross Perot demonstrativ auf seine Uhr schaute. Und auch für Michael Dukakis war eine Debatte das Ende seiner Träume. Als er gefragt wurde, ob er die Todesstrafe fordern würde, wenn seine Frau vergewaltigt und ermordet würde, antworte der Todesstrafengegner Dukakis aus seiner Überzeugung heraus mit nein. Die TV-Zuschauer legten ihm das als kalt und herzlos aus.

Ronald Reagan der Meister der Fernseh-Debatten

Doch es gibt auch ein positives Beispiel: Ronald Reagan. Als Jimmy Carter 1980 versuchte, Reagan als Extremisten darzustellen, konterte dieser mit den Worten: „There you go again.“ (Geht das schon wieder los). Und bei seinem zweiten Duell 1984 gegen Walter Mondale (56) reagierte der 73-jährige Reagan auf die Frage seines Alters selbstbewusst: „Ich werde die Jugend und Unerfahrenheit meines Gegners aus rein politischen Motiven heraus nicht zum Thema machen.“ Reagan gewann beide Debatten und beide Wahlen.