Das Obama-Desaster

Ein Abgang mit Symbolcharakter. Während Präsident Obama nur wenige Minuten nach dem Ende der ersten Fernseh-Debatte mit seiner Frau Michelle geradezu von der Bühne flüchtete, ließ sich Mitt Romney umgeben von seiner Familie feiern. Der Herausforderer hatte seine Chance genutzt. Und das eindrucksvoll.

Klarer Sieg für Romney – Desaster für Obama

Deutlicher Sieg für Romney beim TV-Duell an der Universität von Denver! Und eine schwere Niederlage für Barack Obama! Die Karten im Kampf um das White House werden nach diesem Auftritt der beiden Kandidaten wieder neu gemischt.

Etwas mehr als 90 Minuten duellierten sich die beiden Konkurrenten über Steuer-, Sozial- und Gesundheitspolitik sowie die Rolle der Regierung. Romney, mit roter Krawatte, prophezeite eine düstere Zukunft für Amerika, falls Obama wiedergewählt werden würde. Obama, mit blauer Krawatte, versuchte Romney als Mann der Wall Street und der Reichen anzugreifen, der für die Top-Verdiener die Steuern senken will, die die Mittelklasse dann bezahlen müsse. Es blieb bei einem Versuch.

Präsident Obama hatte einen schlechten Tag erwischt. Vielleicht lag es daran, dass er lieber seinen 20. Hochzeitstag mit Michelle feiern wollte, als sich bei einer Fernseh-Debatte mit Romney zu streiten. Obama wirkte am Anfang der Debatte nervös und wurde im Laufe der eineinhalb Stunden sichtbar wütend, über den total überforderten Moderator Jim Lehrer, seinen scheinbar unangreifbaren Gegner Romney und vielleicht sogar über seine schlechte Performance.

Obama verstrickte sich in lange Ausführungen und wirkte wie ein Professor, der dem Zuschauer einmal die Welt erklären müsse. Kein Wort dagegen über „Romneys 47 Prozent Schmarotzer“ und dessen umstrittene Zeit bei Bain Capital. Obama blieb flach, hölzern und vor allem ohne die bekannte Leidenschaft.

Auch seine Körpersprache zeigte wie sehr sich der Amtsinhaber unwohl fühlte. Nur selten schaute Obama direkt in die Kamera zu den Zuschauern oder zu seinem Konkurrenten Romney. Stattdessen blickte er auf seine Notizen oder zum Moderator. Man konnte den Eindruck bekommen, dass Obama lieber woanders wäre als bei der Debatte.

CNN-Blitzumfrage: Romney gewinnt Debatte gegen Obama mit 65 zu 27 Prozent

Ganz anders dagegen der Herausforderer Mitt Romney. Er wirkte nicht nur viel besser vorbereitet und schlagkräftiger in seinen Argumenten. Der 65-Jährige antworte vor allem kurz mit einprägsamen Schlagworten und sehr selbstsicher. Und zwischendurch übernahm er auch immer mal wieder die Moderation von Jim Lehrer.

Die härteste Attacke von Obama, Romney wolle die Steuern für die Reichen um fünf Billionen Dollar senken und das Haushaltsloch über die Mittelklasse stopfen, schmetterte Romney ganz trocken als falsch ab. Ob das nun die Wahrheit war oder nicht. Einen Konter hatte Obama auf diese offensichtliche Wende (Lüge?) im Romney-Wahlkampf nicht.

Es war kein guter Abend für Obama. Romney hat 33 Tage vor den Wahlen seine vielleicht letzte Chance, den Präsidenten doch noch zu schlagen, überzeugend genutzt. Das zeigte auch eine Blitzumfrage von CNN: Danach hat Romney die Debatte mit 67 zu 25 Prozent gewonnen? Ein Desaster für Obama!