„Thrill in the Ville“ – Reaktionen auf die Debatten-Schlacht zwischen Biden und Ryan

Die Schlacht ist geschlagen. Doch wer hat das TV-Duell (51,4 Millionen Zuschauer) gewonnen? Laut CNN lag Paul Ryan mit 48 zu 44 Prozent vorne. CBS dagegen sieht Vize-Präsident Joe Biden mit 50 Prozent klar vor Ryan mit 31 Punkten (Unentschieden: 19 Prozent). Kommentare und Analysen nach dem „Thrill in the Ville“ in Danville, Kentucky.

New York Times: Knallharte Kampflinien in einem Generationen-Duell. Die Debatte war einer der besten seit vielen Jahren und hat gezeigt, dass man mit Leidenschaft, Wut, Lachen und Substanz unterschiedliche Meinungen vertreten kann.

Washington Post: Biden wirkte, als ob er die Obama-Schmach wettmachen wollte.

Wall Street Journal: Knallharte Haken bestimmten die Debatte. Biden war gut für die Basis und half, das Obama-Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Ryan wehrte sich erfolgreich gegen jeden Vorwurf. Ein solide Vorstellung auch in der Außenpolitik.

New York Daily News: Ein lächelnder Joe beißt zurück. Biden schwingt wilde Haken. Ryan bleibt cool und attackiert die Politik des Präsidenten.

Mark Halperin, Time: Ryan hat mit einem kleinen Vorsprung gewonnen. Aber nur, weil viele Leute das Verhalten des Vize-Präsidenten missbilligten. Biden zeigte nicht genug Anstand und zu wenig von seiner positiven Seite. Meine Wertung: Ryan: B; Biden: B-

Paul Begala, Ex-Berater von Bill Clinton: Biden hat Romney vor Gericht gezogen und der Basis der Demokraten neues Leben eingehaucht.

Alex Castellanos, republikanischer Analyst: Biden war auf einer Mission. Er hat die Basis neu motiviert. Ryan war sehr selbstsicher, auch in der Außenpolitik. Ich würde sagen, es war ein unentschieden.

John King, CNN: Beide sind glückliche Krieger, die lieben, was sie tun. Sie waren bei eigentlich allen Themen völlig anderer Meinung. Biden hat seinem Boss gezeigt wie Debatte geht.

Verbitterter Joe Biden gegen einen freundlichen Paul Ryan

Chris Wallace, Fox News: Ich habe noch nie eine Debatte gesehen, bei der einer so respektlos gegenüber seinem Gegner war wie Joe Biden.

David Gergen, CNN: Ryan gewann mit Stil. Biden war oft herablassend.

Mary Matalin, republikanische Analystin: Biden diskutierte von oben herab. Es erinnerte mich an die Debatte von Al Gore gegen George W. Bush. (Gore hatte 2000 in der Debatte mit George W. Bush hörbar geseufzt, den Kopf geschüttelt und die Augen verdreht)

Brit Hume, FoxNews: Biden sah aus wie ein alter, verbitterter Mann, der mit einem jungen, freundlichen Mann diskutierte.

Wolf Blitzer, CNN: Die Anhänger von beiden Kandidaten werden zufrieden sein. Biden kam aus seiner Ecke und verteilte seine Haken.

Stephanie Cutter, Top-Wahlkampfmanagerin von Präsident Obama: Ein klarer Sieg für einen leidenschaftlichen Biden. Die Fakten haben gewonnen.

Reince Priebus, Vorsitzender der GOP: Biden hat durch seine schlechten Umgangsformen verloren. Er hat Ryan 82 Mal unterbrochen.