Zweite TV-Debatte: Macht Obama den Biden?

Noch knapp drei Wochen bis zur Wahl. Und es geht Schlag auf Schlag. Nach der Debatten-Schlacht, „Thrill in the Ville“, von Vize-Präsident Joe Biden gegen Paul Ryan, treffen am Dienstag ihre beiden Bosse, Präsident Obama und Herausforderer Mitt Romney, zum zweiten Mal aufeinander.

Crunchtime für Obama! „Do or die“ – punkten oder untergehen, so heißt das Motto diesmal für den Amtsinhaber.

Nach der desaströsen ersten Debatte muss Obama kämpfen und zeigen, warum er Präsident bleiben will. In Denver hätte man an diesem unbedingten Willen Zweifel bekommen können. Das Obama-Team verspricht einen aggressiveren Präsidenten, der Romney von Anfang an Paroli bieten wird. So wie Biden in seiner Debatte gegen Ryan!?

Die Kandidaten treffen an der Hofstra Universität in Hempstead, New York, aufeinander. Obama und Romney werden sich 90 Minuten lang in einer Stadthallen-Atmosphäre den Fragen der Zuschauer stellen. Für einen Total-Angriff ein schlechtes Umfeld, da die Debatte mehr zwischen Kandidat und Publikum stattfinden wird. Bill Clinton, ein Meister von Town Hall Debatten, wird Obama bestimmt ein paar Tricks verraten haben.

Obama und Romney im Debatten-Boot-Camp

Für Obama ist das Duell eines der wichtigsten seiner Karriere. Nach der Schmach von Denver hat er in Umfragen an Boden verloren. Obama muss angreifen und seine verunsicherte Basis wieder neu motivieren. Was Hoffnungsträger Biden gegen Ryan begonnen hat, muss Obama vollenden. Mitt Rommey dagegen reicht diesmal ein Unentschieden.

Wie wichtig die Debatte ist, zeigen erneut die akribischen Vorbereitungen. Romney begann das Training am Samstagmorgen in einer 4-Stunden-Sitzung mit Obama-Double Rob Portman in einem Hotel in Columbus, Ohio. Nach zwei Wahlkampf-Events will er sich in ein 2-Tage-Camp nach Boston zurückziehen.

Wichtige Rolle für Michelle Obama bei der zweiten Debatte

Obama flog am Samstag mit Air Force One in die alte Kolonialstadt Williamsburg, Virginia (Ankunft 14:54 Uhr) und schloss sich dort für drei Tage in das Kingsmill Resort ein. Dort wo Urlauber beim Golf oder im Spa entspannen und am Wochenende ein Treffen von Ferrari-Fahrern (elf Sportwagen wurden gezählt) stattfand, wollte Obama im Boot-Camp-Stil trainieren. Volles Programm, ohne Ablenkung, ohne große öffentliche Auftritte. Sparringspartner ist erneut John Kerry, der trotz Kritik Obama coachen soll.

Eine wichtige Rolle übernimmt auch Michelle Obama. „Sie war schon immer mein bester Berater und meine härteste Kritikerin“, sagte Obama in einem Interview. Die First Lady wird aber auch am Montag in den wichtigsten Swing States dieser Wahl, Ohio, reisen und dort in Cleveland und Delaware Wahlkampf machen.

Showtime für die zweite Runde der TV-Duelle ist dann am Dienstag um 21.00 Uhr (Ortszeit) – der vielleicht entscheidene Kampf um das White House.