Der „Thrilla in Boca“ – die dritte und entscheidende Debatte in Florida

Runde drei im Fernseh-Duell zwischen Präsident Obama und Herausforderer Mitt Romney.  Am heutigen Montag (21.00 Uhr Ortszeit) kommt es in Boca Raton, Florida, zum “Thrilla in Boca”. Die wichtigte und für viele Beobachter wahlentscheidende Debatte im Präsidentschaftswahlkampf 2012. „Do or Die“, punkten oder sterben, lautet die Devise nach dem 1:1 aus den letzten beiden Debatten diesmal für die Kandidaten.

Nach dem desaströsen Auftritt von Obama beim ersten Showdown in Denver und seinem überzeugenden Sieg im zweiten TV-Duell (Gallup gibt die zweite Debatte mit 51 zu 38 Prozent an Obama), gilt es für beide den entscheidenden Treffer zum 2:1 Gesamtsieg zu landen.  Das Thema ist diesmal die Außenpolitik. Obama ist da eigentlich im Vorteil. Doch trotz seiner Erfolge ist es auch ein gefährliches Plaster für ihn.

Einerseits kann der Präsident mit dem Ende des Irak-Kriegs, dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan und der geglückten Militär-Aktion gegen Osama bin Laden seine Stärke zeigen, anderseits ist er durch den immer noch nicht geklärten Anschlag in Libyen mit vier toten US-Diplomaten, sein Nicht-Treffen mit Israels Primeminister Benjamin Netanyahu bei der UN in New York sowie seine für viele Amerikaner lasche Iran-Politik angreifbar.

Obama gegen Romney – noch nie waren Debatten so wichtig wie im Wahlkampf 2012

Mitt Romney dagegen dürfte wegen seiner peinlichen Auftritte auf seiner einzigen Europa-Reise während des Wahlkampfes genügend Angriffsfläche für Obama bieten. Dazu wird ihn der Amtsinhaber auf Details seiner Iran-Politik (will Romney einen Krieg?) sowie seiner Stellung zu Afghanistan und China festnageln.

Beide Lager bereiten sich erneut seit Samstag in Boot-Camp-Manier auf das Duell vor. Obama in Camp David, Romney in Boca Raton, Florida. Und das mit gutem Grund. Nie zuvor haben Debatten eine so wichtige und entscheidende Rolle gespielt wie in diesem Wahljahr. Lag Obama vor dem ersten TV-Duell scheinbar uneinholbar vorne, drehte sich das Blatt plötzlich nach dem überzeugenden Auftritt von Mitt Romney. Obama konnte die Schmach von Denver erst eine Woche später bei der zweiten Debatte in Hempstead, New York, wieder wettmachen.

Wahlkampf: Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum letzten Tag

Seinen großen Vorsprung jedoch scheint Obama durch das Denver-Desaster verloren zu haben. Laut Gallup lag Romney Mitte der Woche sogar bundesweit mit 51 zu 45 Prozent in Front. Eine Umfrage von Rasmussen korrigierte diese deutlich Führung jedoch einen Tag später: Danach lag Romney nur noch mit einem Prozent (49 zu 48 Prozent) in Front. Und am Wochenende sah Reuters/Ipsos Obama wieder mit 46 zu 45 Prozent vor seinem Herausforderer.

Etwas entspannter für Obama scheint die Situation in den wichtigen Swing States Iowa, Wisconsin, Nevada und Ohio (Staaten, die ihn zum Präsidenten machen würden) zu sein, wo der Amtsinhaber seine Führung ausbauen oder verteidigen kann. Doch alles in allem ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Jeder Fehler bei der dritten Debatte könnte die Entscheidung auf der Zielgerade des Wahlkampfes bringen. Der “Thrilla in Boca” ist wirklich ein Gänsehaut-Kampf.