Palin, Trump und Co. werfen Romneys Wahlkampf-Maschine aus der Bahn

Es war kein guter Tag für Mitt Romney. Anstatt Wahlkampf zu führen, musste sich der Obama-Herausforderer vom republikanischen Schwachsinn seiner „Helfer“ und Parteifreunde distanzieren.

Erst schockierte der Senats-Kandidat der Republikaner in Indiana, Richard Mourdock, mit folgender Aussage die Amerikaner. „Eine Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung sei so etwas wie ein Geschenk Gottes.“ Deshalb könne er auch in diesem Fall eine Abtreibung nicht befürworten.

Mourdock, ein strikter Abtreibungsgegner, ist nicht der erste Republikaner, der mitten im Romney-Wahlkampf mit dem Thema Abtreibung Schockwellen durch das Land schickte. Im August hatte Todd Akin, der in Missouri als Senats-Kandidat für die Republikaner antritt, behauptet, dass der „weibliche Körper bei einer ‚wirklichen Vergewaltigung‘ die Möglichkeit habe abzuschalten, um so eine Schwangerschaft zu verhindern“.

Sarah Palin mit rassistischem Vorwurf an die Obama-Regierung

Doch es waren nicht nur die Abtreibungsgegner der Partei, die Romney das Leben schwer machten. Sarah Palin, immer gut für eine peinliche Bemerkung, sorgte diesmal mit einem rassistischen Vorwurf gegen die Obama-Regierung für Zündstoff.

Die Ex-Vize-Kandidatin der Republikaner behauptete, „Obama würde beim Angriff auf das libysche US-Konsulat in Bengazi lügen und das Land an der Nase herumführen“. Palin benutzte dabei die rassistischen Begriffe „shuck and jive“. Wörter, die bis in die 70er Jahre des 19. Jahrhunderts zurückgehen. Damals wurde „shuck and jive“ benutzt um „lügende, täuschende und herumclownende“ Afro-Amerikaner (damals hießen sie noch Negros) zu diffamieren.

Polit-Clown Donald Trump zweifelt weiter an Obamas Nationalität und schädigt damit den Romney-Wahlkampf

Ja, und dann kam auch noch der Polit-Clown aus New York, dessen Name man gar nicht mehr in den Mund nehmen möchte. Donald Trump, „Ober-Birther, der einfach nicht glauben will, dass Obama in den USA geboren wurde, kündigte „Gigantisches“ an. „Eine Bombe“, die den Wahlausgang beeinflussen könne.

Was es war, wollte der Mann mit dem ungewöhnlichen Haarschnitt nicht verraten. Mit Absicht. Der Selbstdarsteller der Nation wollte Spekulationen auslösen, was ihm auch gelang. Die Ehe von Barack und Michelle Obama sei im Eimer und Trump habe die Scheidungspapiere, lautete ein Gerücht. Dann wurde kolportiert, Obama habe während seines Studiums mit Kokain gehandelt. Wo der Schmutz herkam, keiner wusste es.

Trump freute sich über seine kurzweilig geglückte Diffamierungs-Aktion. Dann erklärte er erneut per Twitter, das „alles falsch“ sei und er um 12.00 Uhr mittags eine Erklärung rausgeben werde. Die kam dann tatsächlich in Form eines Youtube-Video und machte Trump erneut zum Clown, zum Gespött.

Der Immobilien-Milliardär bot Obama einen scheinheiligen Deal an. Er, der Präsident, solle alle persönlichen Dokumente wie Reisepässe und Uni-Abschlüsse rausgeben und er, Trump, werde dann fünf Millionen Dollar an eine gemeinnützige Organisation spenden. Es war ein billiger und durchsichtiger Versuch, erneut Zweifel an Obamas Geburtsort und Nationalität zu streuen.

Wie gesagt, kein guter Tag für Mitt Romney. Mourdock, Palin und Trump ließen seine gutgeölte Wahlkampf-Maschinerie heute kurzfristig entgleisen.