Kampf um die Swing States – wenn Amerika auf acht Bundesstaaten reduziert wird

Karl Rove, das Wahlkampf-Genie von Präsident George W. Bush, sieht Präsident Obama mit zurzeit insgesamt 237 Wahlmänner (blau und hellblau) gegenüber Mitt Romney (206 Wahlmänner, rot und hellrot) immer noch im Vorteil. Doch der Vorsprung schmilzt. Acht Swing States sind 10 Tage vor den Wahlen geblieben. Das sind Bundesstaaten mit unentschiedenen Wählern, die am 6. November über den neuen Commander-in-Chief entscheiden werden. Grafik: www.Rove.com

Wie fühlen sich eigentlich die Wähler in Montana, Idaho, Nebraska, Wyoming oder in Maine. Als US-Bürger zweiter Klasse? Viel Wahlkampf haben sie in ihrem Bundesstaat nicht erlebt, höchstens im Fernsehen. Obama oder Romney? – gesehen wurden sie hier eigentlich nie. Auch Texas, Oklahoma, Alabama oder Georgia dürften die beiden Kandidaten nur von der Ferne beobachtet haben, vielleicht bei einem Geldspenden-Event.

Obama gegen Romney: Acht Swing States entscheiden die Wahl

Ganz anders sieht das schon in Ohio aus, wo Obama und Romney mehr als ein Dutzend mal waren und bis zur Wahl am 6. November immer wieder hinreisen werden. Genauso wie nach Florida, Nevada, Colorado, Wisconsin, Virginia, Iowa und New Hampshire. Es sind die Swing States, die die Wahl entscheiden werden, die Staaten, deren Bürger sich noch nicht eindeutig auf eine Seite geschlagen haben. Das wissen auch die Kandidaten. Wen interessiert schon Montana oder Idaho oder Texas oder Maine. Ohio kürt den neuen Präsidenten.

Acht dieser „Swinger“ sind 10 Tage vor den Wahlen übrig geblieben. Sie lassen das weite Land Amerika mit seinen 50 Bundesstaaten auf bescheidene acht schrumpfen. Diese Swing States werden von den Kandidaten gerade intensiv bearbeitet. Obama und Romney haben ihren Wahl-Marathon auf einen Sprint durch die „unentschlossenen Acht“ reduziert und müllen die dort lebenden, insgesamt 56,3 Millionen Wähler geradezu mit Werbung zu.

Vorteil Obama: Der Präsident muss weniger „Swinger“ gewinnen als Romney

Dabei werden die Bürger nicht nur von den offiziellen Clips von Obama und Romney gepeinigt, sondern auch von denen ihrer Helfer. Die so genannten Super-Pacs, Gruppen vermögender Spender, dürfen unkontrolliert und ohne sich namentlich bekennen zu müssen, Werbung schalten. Sie geben dabei Millionensummen für ihre Kandidaten aus. Wer am Wahlabend gewinnt, könnte am Ende auch das Geld entscheiden.

Im Moment zumindest ist das Rennen auch in den Swing States ein Kopf-an-Kopf Rennen. Allerdings noch mit leichten Vorteilen von Obama. Der Präsident hat mehr Staaten sicher und muss weniger „Swinger“ gewinnen als sein Konkurrent Mitt Romney. Das sieht auch Karl Rove, der „Architekt“ von George W. Bushs Wahlsiegen, so (siehe Karte). Doch das könnte sich schnell wieder ändern. Es bleibt spannend – der Countdown läuft. Noch zehn Tage bis zu den Wahlen.