Wahlkampf nach Hurrikan Sandy: Romney startet Schmutzkampagne gegen Obama

Game on! Zwei Tage nach Hurrikan Sandy herrscht zumindest politisch wieder Alltag in den USA. Präsident Obama hat seinen nach der Naturkatastrophe unterbrochenen Wahlkampf mit einem Marathon durch drei Bundesstaaten wieder aufgenommen. Mitt Romney, der selbst am Tag nach Sandy mit einem getarnten „Sturm-Hilfe“-Event im kritischen Bundesstaat Ohio auf Stimmenfang war, setzte seinen Kampf um das White House am Donnerstag fort.

Obama: Krisenmanager in der Luft, Wahlkämpfer am Boden

Präsident Obama steckt dabei in einer schwierigen Doppelrolle. Er muss weiterhin Führung und Stärke als oberster Krisenmanager des Landes zeigen, gleichzeitig aber auch als Wahlkämpfer Swing States wie Wisconsin, Nevada, Colorado und Ohio für sich gewinnen.

So sprach Obama auf dem Flug zu seinem Wahlkampf-Event in Green Bay, Wisconsin, von Air Force One aus mit der Zivilschutzbehörde FEMA über die Aufräumarbeiten und telefonierte mit den Gouverneuren der von Sandy heimgesuchten Bundesstaaten Connecticut und West Virginia. Nach der Landung in Green Bay bewarb er sich dann auf einem Event für vier weitere Jahre als White House Chef. Obama – Krisenmanager in der Luft und Wahlkämpfer am Boden.

Mitt Romney mit Schmutzkampagne in Florida und Ohio

Mitt Romney dagegen, der seinen Wahlkampf trotz der Sandy-Katastrophe eigentlich nicht unterbrochen hatte, tourte am Donnerstag durch Virginia. Seine versprochene Zurückhaltung nach der Hurrikan-Katastrophe legte der Herausforderer dabei schnell ab und griff Obama nicht nur für seine laut Romney verfehlte Wirtschaftspolitik direkt an, sondern eröffnete gleich an zwei Fronten eine für Obama gefährliche und ernstzunehmende Schmutzkampagne.

Im Swing State Florida lässt Romney TV-Anzeigen in spanisch schalten, in denen er die wichtige Wählergruppe der Latinos mit einer Angst-Kampagne vor einem Sozialistenfreund Obama warnt. Romney bringt dabei den Präsidenten mit Fidel Castro, Hugo Chavez und Che Guevara in Verbindung, die laut Werbe-Clip alle Obama wählen würden!

Und auch in Ohio zeichnet Romney in TV-Anzeigen ein Schreckens-Szenario falls Obama wieder gewählt würde. Romney behauptet, Obama sei mit der Rettung der US-Autokonzerne gescheitert. General Motors und Chrysler würden US-Arbeitsplätze nach China verlegen und dort unter anderem den Jeep, Symbol des amerikanischen Autos, bauen lassen. Die Unternehmen bezeichneten das als Unsinn. Das Gegenteil sei richtig. Chrysler erklärte, es wolle 1100 neue Arbeitsplätze in ihrer Fabrik in Toledo, Ohio, schaffen.

Nachtrag: New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sprach sich am Donnerstag für die Wiederwahl von Obama aus. Er begründete das mit der Klimapolitik des Amtsinhabers. (Anm. Obama kennt den von Menschen verursachten Klimawandel an, Romney hat Zweifel). Bloombergs Stimme ist ein wichtiger Sieg für den Präsidenten.