Chili-Gipfel – Obama trifft Romney

Erstes Treffen nach der Wiederwahl: Präsident Barack Obama und sein ehemaliger Herausforderer Mitt Romney im Oval Office. Später aßen die beiden zusammen in Obamas Private Dining Room (ebenfalls im West Wing des White House) zu Mittag. Foto: Official White House Photo by Pete Souza

Vielleicht sind es die kleinen Gesten, die eine künftige Zusammenarbeit möglich machen.

Als Barack Obama 2008 zum ersten Mal zum Präsidenten gewählt wurde, traf er seinen Konkurrenten John McCain elf Tage nach der Wahl – aber eigentlich nur, weil man das so macht. Obama konnte McCain auch nicht ins White House einladen – dort saß ja immer noch George W. Bush. Der neue Präsident speiste seinen unliebsamen Konkurrenten in dessen Büro in Chicago ab. McCain war dabei einer der letzten Rivalen, mit denen sich Obama aussprach. Zuerst durfte Hillary Clinton zu Obama, dann kam Bill Richardson (der Gouverneur von New Mexico hatte Hillary im Vorwahlkampf unterstützt) und dann erst der Unterlegene McCain.

John McCain hat bis heute seine Niederlage nicht verarbeiten können und glaubt immer noch, dass ihm eigentlich die Präsidentschaft gehört. Der Senator hat den Kontakt zu Obama mehr oder weniger abgebrochen und ist heute einer der schärfsten Gegner des Präsidenten.

Holt Präsident Obama Mitt Romney als „Business-Minister“in sein Kabinett?

Bei Mitt Romney könnte das jetzt anders werden, auch wenn sich der wiedergewählte Obama mehr Zeit ließ mit Romney als mit McCain. Insgesamt 23 Tage dauerte es bis sich die beiden Konkurrenten am Donnerstag wieder trafen. Doch diesmal konnte Obama seinen Herausforderer zum Essen ins White House einladen – es gab Truthahn-Chili und Hühnchen-Salat. Es soll übrigens nur mehr als drei Wochen gedauert haben, weil Romneys Sicherheitsüberprüfung länger dauerte als geplant. Romney musste wie alle White House Besucher seinen Ausweis (Social Security Number), sein Geburtsdatum und andere persönliche Informationen vorab einreichen.

Beide wollen in Kontakt bleiben, hieß es nach dem einstündigen, privaten Treffen zwischen dem Präsidenten und Romney. Obama wolle sogar von den Erfahrungen seines Konkurrenten als Geschäftsmann profitieren. Als Wirtschaftsminister?

Es gebe keine konkreten Angebote oder Pläne für eine Beteiligung von Romney im Obama-Kabinett, ließ das White House verlauten. Dies sei auch heute kein Thema gewesen. Größtes Problem: Obama hatte während des Wahlkampfes gegen Romney eine persönliche Abneigung entwickelt. Doch das kann sich nach der Wahl ja wieder geändert haben.

Gerüchte, dass Romney ins Kabinett einsteigen könnte, gab es dagegen schon kurz nach dem Wahlsieg von Obama. Romney, der bis auf wenige Ausnahmen seit dem 6. November fast gänzlich aus der Öffentlichkeit verschwunden war, könnte den Chef-Posten eines neu zu schaffenden „Business-Department“ bekommen. Die Idee neben dem Wirtschafts- noch ein spezielles Geschäfts-Ministerium zu schaffen, hatte Obama bereits während des Wahlkampfes. Romney kritisierte ihn dafür allerdings heftig.