Hillary nach New York – der Teufel nach London?

Vier Wochen nach dem Wahlsieg von Präsident Obama beginnt sich das Personal-Karussell zu drehen. Und es könnte dabei ein paar große Überraschungen geben. Das heißeste Gerücht: Die amtsmüde US-Außenministerin Hillary Clinton als neue Bürgermeisterin von New York!

Bloomberg will Hillary Clinton als New Yorks neues Stadtoberhaupt

Wie die New York Times berichtet, soll Bürgermeister Michael Bloomberg höchstpersönlich Hillary angerufen und ermutigt haben, für das Amt zu kandidieren. Ein brisantes Telefonat, hatte Bloomberg sich doch schon für seine Vertraute Christine Quinn ausgesprochen, der er noch einen Gefallen schuldet.

Die Vorsitzende des Stadtparlaments hatte Bloomberg geholfen noch ein drittes Mal zu kandidieren, obwohl nur zwei Amtsperioden erlaubt waren. Quinn dürfte kaum erfreut sein zu hören, dass Bloomberg mit allen möglichen Nachfolgern unzufrieden sei und lieber Hillary zum New York Chef machen wolle. Der Multi-Milliardär scheidet Ende 2013 aus dem Amt – genug Zeit also für Hillary sich zu erholen.

Wer Clinton im State Department folgt, ist dagegen immer noch ungewiss. Präsident Obama scheint sich eigentlich auf UN-Botschafterin Susann Rice festgelegt zu haben, doch die Republikaner, allen voran John McCain, lehnen sie ab.

Außerdem könnte Rice auch in einen Interessenskonflikt geraten, weil sie als künftige Außenministerin über den Bau der sieben Milliarden Dollar teuren Keystone Öl-Pipeline von Kanada nach Houston entscheiden muss. Rice, etwa 43 Millionen Dollar schwer, hält mit ihrem Mann Anteile an der Firma TransCanada, die die Pipeline bauen will. Bei einem Scheitern des Projekts dürften die Unternehmens-Aktien von Rice deutlich an Wert verlieren. Von den Problemen profitiert John Kerry, dessen Chancen auf den Außen-Posten wieder steigen.

Ernennt Präsident Obama Vogue-Chef Anna Wintour zur Botschafterin?

Wer auch immer das Sagen haben wird im State Department, künftig könnte die US-Diplomatie modischer werden. Anna Wintour, bisher Chefredakteurin von Vogue, hat gute Chancen, die USA in Zukunft als Botschafterin in London zu vertreten. „The Devils wears Prada“, Wintour, die für ihr Temperament gefürchtet ist, hatte schon seit langem Ambitionen auf den attraktiven Posten. Als unermüdliche Wahlkampf-Spenden-Sammlerin für Obama – sie soll bis zu 40 Mio. Dollar für die Wiederwahl eingenommen haben – hat sie sich den Posten fast schon verdient.

Chuck Hagel, Republikaner, dagegen scheint gute Chancen auf den Posten des Pentagon-Chef zu haben. Übernimmt er die Verteidigung des Landes und Obama kann trotz aller Widerstände Susan Rice als Außenministerin durchsetzen, wäre John Kerry der große Verlierer. Er wird für die Posten Außen- und Verteidigung gehandelt und könnte wie schon 2008 erneut von Obama übergangen werden. Bitter.