Susan Rice Rücktritt: John McCain nimmt erfolgreich Rache an Präsident Obama

Der Rücktritt von Susan Rice von der in Washington erwarteten Nominierung zur Außenministerin ist eine schwere Schlappe für Präsident Obama und ein triumphaler Sieg von John McCain. Vier Jahre nach dessen bitteren Niederlage bei den Präsidentschafts-Wahlen 2008 hat der 78-jährige Senator aus Arizona erfolgreich Rache an seinem Widersacher Obama genommen.

Seit Wochen hatte McCain zusammen mit seinem „Amigo“ Lindsey Graham (Senator aus South Carolina) an der Demontage von Susan Rice gearbeitet. Ausgangspunkt waren dabei TV-Statements der UN-Botschafterin zum tödlichen Anschlag auf die US-Vertretung im libyschen Bengazi am 11. September 2012. Rice hatte im Fernsehen nicht von einem “geplanten Terroranschlag”, sondern von einer spontanen Demonstration gesprochen. Dabei wiederholte die Diplomatin offenbar nur vorläufige und im nachhinein falsche Berichte, die ihr die Geheimdienste zuvor gegeben hatten.

Für McCain und Graham war diese falsche Analyse der Ereignisse in Bengazi, bei der US-Botschafter Chris Stevens und drei seiner Mitarbeiter starben, Grund genug, Rice als unfähig zu diskreditieren. Noch bevor weitere Bengazi-Berichte mehr Klarheit über den Anschlag gaben, erklärte McCain, „er werde alles in seiner Macht stehende tun, um Rice als neue Chefin des State Departments zu verhindern“.

McCain hat erfolgreich Rache an seinem Intimfeind Obama genommen.

Bleibt die Frage, warum Obama, der sich öffentlich vor Rice gestellt hatte, jetzt eingeknickt ist. Gab es noch andere Gründe, die gegen Rice sprachen?

Die 43 Millionen Dollar schwere Rice hält Aktienpakete an der kanadischen Firma TransCanada, die eine Öl-Pipeline von Kanada durch die USA nach Houston bauen will. Die Genehmigung hätte sie als Außenministerin geben müssen. Ein eindeutiger Interessenskonflikt.

Doch war das der Grund? Verlor die UN-Diplomatin auch bei Parteifreuden an Vertrauen? Oder ist Rice ein „Bauernopfer“ in den schwierigen Budget-Verhandlungen mit den Republikanern. Beim Thema „fiscal cliff“ liegen Obama und die Republikaner immer noch Welten auseinander. Ein Deal – Rice-Rücktritt für mehr Zugeständnisse von den Konservativen – ist durchaus denkbar.

Wird John Kerry neuer US-Außenminister?

Lachender Dritter beim McCain-Obama-Rice Gemetzel könnte John Kerry werden. Der gescheiterte Präsidentschafts-Kandidat der Demokraten von 2004 ist jetzt der Top-Favorit auf das Außenministerium. Viele Republikaner, darunter auch McCain, den Kerry 2004 fast zu seinem Vize gemacht hätte, würden den 69 Jahre alten Senator aus Massachusetts unterstützen – allein schon aus alter Freundschaft.

Nur, kann Obama, nachdem seine Top-Favoritin und Freundin Susan Rice gescheitert ist, jetzt noch mit Kerry glücklich werden? Und bleibt nicht immer zumindest ein leiser Verdacht, dass Kerry bei der „Amigo“-Aktion auch involviert sein könnte?