Obama! Wo sind die Frauen?!

Vielleicht sollte US-Präsident Obama einmal seinen alten Rivalen Mitt Romney anrufen. Der hatte während des Wahlkampfes von seinen „Binders full of Women“ geschwärmt, „Ordnern voller qualifizierter Frauen“ also, die man ihm in seiner Zeit als Gouverneur in Massachusetts vorgelegt hatte, um wichtige Posten zu besetzen.

Barack Obama scheint einen echten Notstand an Frauen im White House zu haben. Klar, die First Lady Michelle Obama ist weiblich. Und auch eine seiner engsten und wichtigsten Beraterinnen, seine alte Freundin aus Chicago, Valerie Jarrett. Doch danach wird es schon sehr dünn mit Frauen in Spitzenpositionen.

Obama-Kabinett: Weiße Männer übernehmen die wichtigsten Posten

Die wichtigsten Posten seines Nationalen Sicherheits-Teams zumindest sind mit Männern besetzt: John Kerry als Außenminister, Chuck Hagel als Pentagon-Chef und John Brennan als neuen CIA-Boss. Susan Rice gehört zwar auch offiziell dazu, doch die sitzt fernab bei der UN in New York und hat keinen täglichen Zugang zu Obama.

Und jetzt soll auch noch White House Stabschef Jack Lew zum Finanzminister befördert werden. Wieder ein Mann und wieder ein Weißer, wobei wir beim zweiten Thema wären. 98 Prozent der Schwarzen haben Obama wiedergewählt. Bei den Frauen waren es 55 Prozent. Bei der Besetzung des Kabinetts kommt das nicht zum Ausdruck.

Für die African-Americans des Landes sitzt nur noch einer – wenn man mal von Obama selbst absieht – am Kabinetts-Tisch. Es ist der eher amtsmüde Justizminister Eric Holder. Das wars dann auch.

Und als die letzten „weiblichen Mohikanerinnen“ halten seit dem angekündigten Rücktritt von Arbeitsministerin Hilda Solis nur noch Heimatschutz-Chefin Janet Napolitano und Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius die Fahne der Frauen hoch. Napolitano sollte eigentlich befördert werden und das wichtigere Justizamt übernehmen. Doch daraus wird wohl nichts.

Susan Rice und Michele Flournoy ohne Obama Unterstützung

Dabei ist es nun wirklich nicht so, als ob es keine qualifizierten Frauen in Amerika geben würde. Susan Rice wäre eine hervorragende Hillary Clinton Nachfolgerin im Außenministerium geworden. Doch Obama scheute den Konflikt mit den protestierenden Republikaner Amigos John McCain und Lindsey Graham. Enttäuschend!

Und für das Pentagon hätte Obama mit der ersten Frau, Michele Flournoy, auf dem Chefposten des Verteidigungsministeriums, Geschichte schreiben können. Eine verpasste Chance!

„Der Präsident ist immer auf der Suche nach den Besten“, sagt Obamas Pressesprecher Jay Carney. Wie gesagt: Mitt Romney hat angeblich einen ganzen Aktienordner davon.