Präsident Obama über Nelson Mandela: „Er änderte Gesetze, aber auch Herzen.“

Präsident Barack Obama würdigte bei den Trauerfeiern von Nelson Mandela in Johannesburg die Verdienste des Menscherechtlers und ehemaligen Präsidenten von Südafrika. In seiner 19 Minuten langen Rede stellte Obama Mandela mit Mahatma Gandhi, Martin Luther King und Abraham Lincoln auf eine Stufe.

In den USA wurden die Ausführungen vielfach hoch gelobt. Einige Kommentatoren bezeichneten die Rede von Obama, in der er auch die Diktatoren und Tyrannen der Welt (einige waren bei der Trauerfeier anwesend) angriff, als eine seiner besten seiner bisherigen Amtszeit. Mandela war am 5. Dezember im Alter von 95 Jahren gestorben.

Bedauerlich: Der zufällige Händedruck von Obama mit Kubas Staatschef Raul Castro, dem der US-Präsident nicht ausweichen konnte, schien einigen Berichterstattern wichtiger zu sein als die Rede von Obama. Dass die ungeplante Begrüßung auch unter Parteipolitikern in Washington einen Streit über „dürfen oder nicht dürfen“ auslösen würde, war zu erwarten und geradezu ein Pawlow’scher Reflex. Lächerlich!

Hier die wichtigsten Zitate von Präsident Obama:

  • „Sein Kampf war euer Kampf. Sein Triumph war euer Triumph. Eure Würde und eure Hoffnung fanden Ausdruck in seinem Leben. Eure Freiheit und eure Demokratie sind sein geschätztes Erbe.“
  • „Wie Gandhi führte er eine Widerstandsbewegung an.“
  • „Wie (Martin Luther) King verlieh er den Forderungen der Unterdrückten und der moralischen Pflicht zur Gerechtigkeit zwischen Schwarz und Weiß eine kraftvolle Stimme.“
  • „Als er ohne Einsatz von Gewalt aus dem Gefängnis kam, hielt er – wie Lincoln – sein Land zusammen, als es drohte, auseinanderzubrechen.“
  • „Ich bin kein Heiliger“, sagte er, „außer Ihr seht in einem Heiligen einen Sünder, der es immer wieder versucht“.
  • „Er war keine Marmorbüste, er war ein Mann von Fleisch und Blut – ein Sohn und Ehemann, ein Vater und Freund. Deswegen haben wir so viel von ihm gelernt, deswegen lernen wir immer noch von ihm.“
  • „Mandela zeigte uns, was Taten erreichen können und Risiken für unsere Ideale einzugehen.“
  • „Mandela lehrte uns die Macht des Handelns, aber auch die Gedanken, wie wichtig Vernunft und Argumente sind, er lehrte uns die Notwendigkeit, nicht nur jene zu studieren, denen man zustimmt, sondern auch diejenigen, die man ablehnt.“
  • „Er verstand, dass Ideen nicht von Gefängnismauern eingesperrt oder von der Kugel eines Scharfschützen ausgelöscht werden können.“
  • „Mandela zeigte, dass Taten und Ideen nicht genug sind. Egal wie richtig sie sind, sie müssen in Gesetze und Institutionen eingemeißelt werden.“

  • „Bei grundlegenden Prinzipien war er unnachgiebig. Aber er hatte keine Angst davor, für ein größeres Ziel Kompromisse einzugehen.“
  • „Es brauchte einen Mann wie Madiba um nicht nur den Gefangenen zu befreien, sondern auch den Gefängniswärter.“
  • „Er änderte Gesetze, aber auch Herzen.“
  • „Es gibt zu viele von uns, die Madibas Erbe von der Versöhnung der Ethnien gerne annehmen, aber sich mit aller Kraft sogar gegen kleine Reformen gegen Armut und wachsende Ungleichheit stemmen.“
  • „Es gibt zu viele Anführer, die behaupten, solidarisch mit Madibas Freiheitskampf zu sein, aber von ihrem eigenen Volk keinen Widerspruch dulden.“

  • „Nelson Mandela erinnert uns daran, dass Dinge immer unmöglich scheinen, bis sie getan werden.“

Und hier die gesamte Rede im Video (Quelle: White House):