Wenn sich Nobelpreisträger treffen

Präsident Obama trifft den Dalai Lama im White House. Foto: White House, Pete Souza

Präsident Obama trifft den Dalai Lama im „Map Room“ des White House. Foto: White House, Pete Souza

Trotz aller Protest aus China: US-Präsident Obama empfing am Freitag im White House den Dalai Lama. Und bis auf dieses offizielle Foto von White House Fotograf Pete Souza zu Beginn des Gesprächs fand die Unterredung hinter geschlossenen Türen statt. Die Presse war nicht erwünscht.

Ein bisschen Rücksicht auf seinen wichtigen Handelspartner China machte Obama aber dennoch. Der Dalai Lama kam nicht als politischer Führer der Exil-Regierung Tibets (das ist er seit 2011 ohnehin nicht mehr) und wurde auch nicht mit offiziellen Ehren empfangen, sondern als Freund Amerikas. Das Treffen unter Nobelpreisträgern fand auch nicht im Oval Office statt, sondern „nur“ im Map Room, dem Kartenzimmer des White House.

Ob diese kleinen Versöhnungsgesten allerdings die Machthaber in Peking beschwichtigen konnten, darf bezweifelt werden. Eine offizielle Protestnote, nach der sich China eine „Einmischung in innere Angelegenheiten“ verbat, gab es dennoch. Weitere Sanktionen oder Strafen dürfte es von Amerikas größtem Kreditgeber allerdings nicht geben. Entsprechen gelassen schien auch Obama den Ärger in Kauf zu nehmen und genoss stattdessen das Gespräch mit seinem Gast.

Das Treffen mit Obama war der Auftakt zu einer drei Wochen dauernden Tour des Dalai Lama durch die USA. Dabei will der mittlerweile 78-Jährige aber weniger über Politik, sondern mehr über Buddhismus reden.