Foto der Woche

Die Wall of Faces im neuen 9/11 Museum in New York. Foto: White House, Pete Souza

„Wall of Faces“ im 9/11 Museum in New York, Foto: White House, Pete Souza

US-Präsident Obama und der frühere Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, stehen vor der „Wall of Faces“ in der Memorial Hall des neuen 9/11 Museum in New York. Besucher sehen hier nicht nur in die Gesichter der fast 3000 Toten der Terroranschläge vom 11. September 2001. Sie können auch über Tonbänder mehr über die Geschichte der Opfer erfahren. Präsident Obama hatte das für 700 Millionen Dollar aus Spenden und Steuergeldern erbaute 9/11 Museum am 15. Mai offiziell eröffnet.

Ein Titel mit Seltenheitswert

Ein Titel

Ein Titel mit Seltenheitswert. Die New York Post mit einer positiven Meldung zu Michelle Obama. Hat es das überhaupt schon einmal gegeben?

„Yes, Michelle“. Einen solchen Titel der New York Post hat es vermutlich in den gesamten sechs Amtsjahren der Obama-Regierung noch nicht gegeben – eine positive Geschichte über Michelle Obama!

Dabei galt bisher: Post und Obama und die First  Lady – drei Dinge, die einfach nicht zusammen passen. Denn das konservative Blatt zählt zu den härtesten Gegnern der Obama-Regierung und auch der First Lady. Ihre Initiative „Let’s move“, gegen Übergewicht und die steigende Fettsucht unter Kindern in den USA, wird von der Post als Eingriff in das Leben der US-Bürger kritisiert.

Doch die Entführung von mindestens 267 Mädchen im afrikanischen Nigeria durch die radikalislamistische Terrorgruppe Boko Haram hat nicht nur international zur Solidarität mit den Gekidnappten geführt. Auch die Post konnte einmal über ihren Schatten springen und sich mit Michelle Obama verbünden.

MichelleObamaGirlsDas Titelfoto der Post zeigt dabei das Bild, das Michelle Obama am Mittwoch auf ihrem Twitter Account gepostet hatte (links) und bisher mehr als 46.000 Mal retweetet wurde. Die First Lady beteiligt sich mit ihrem Tweet unter dem Hashtag #BringBackOurGirls# an einem internationalen Aufruf, die Mädchen wieder freizulassen.

„Orange ist das neue Schwarz!“

Die vollständige Rede von US-Präsident Obama auf dem White House Correspondents Dinner im Hilton Hotel in Washington DC. Köstlich auch das Video vorweg von Vize-Präsident Joe Biden und der TV-Vize-Präsidentin Julia Louis Dreyfus. Quelle: C-Span

Einmal im Jahr ist in Washington alles ganz anders. Dann streiten Republikaner nicht mit Demokraten und der Präsident ärgert sich weder über die Opposition, seine eigenen untreuen Parteikollegen noch über die Presse. An diesem Tag treffen sich die Streithähne in der US-Hauptstadt Washington zum traditionellen White House Correspondents Dinner – zum Ablachen.

Ein Abend, an dem nicht alles Ernst gemeint ist (oder vielleicht doch) und viel gelacht werden darf. Und es ist ein Event, an dem nicht nur ein bekannter US-Komiker respektlos über die Politik und den Präsidenten herziehen darf. Auch der Commander-in-Chief darf dann in seiner Rede richtig austeilen, zum Leidwesen seiner Gegner aber zum Amüsement für die TV-Zuschauer.

Der Komiker dieses Jahr war Joel McHale aus der TV-Serie Community. Und der war eher schwach und traute sich nicht so richtig. Den Präsidenten verschonte er und hatte seine größten Lacher als er über zwei bekannte Republikaner lästerte.

  •  „Der Abend wird amüsant sein und schnell vergehen, genau wie Christies Präsidentschaftsbewerbung“, scherzte McHale in Anspielung auf den Bridge Gate Skandal von Chris Christie.
  • Über Tea Party Liebling Ted Cruz witzelte er: „Die Tea Party ist gegen Sozialismus und gegen Einwanderung, deshalb macht es ja auch Sinn, dass ihr Held ein Kubaner aus Kanada ist.“

„Orange ist das neue Schwarz!“

Präsident Obama dagegen zeigte sich erneut von seiner charmant lustigen Seite und amüsierte erneut mit ein paar guten Witze die Gäste. Die Besten:

  • „Im Jahr 2008 war mein Slogan: ‚Yes we can!‘ – 2013 dagegen ging er so: ‚Control – Alt – Delete‘.“ (eine Anspielung auf die Computerprobleme beim Start von Obamas Gesundheitsreform.)
  • „Generell gilt, dass die Dinge nicht gut enden, wenn einer einen Satz beginnt mit den Worten: ‚Lasst mich mal was in Sachen Neger sagen.‘ Da müsst ihr euch den Rest gar nicht mehr anhören.“ (in Anspielung auf den vorübergehenden Republikaner Helden, Cowboy Cliven Bundy, der sich später als Rassist outete)
  • „Seine Republikaner machen ihm zurzeit das Leben schwerer als mir, Orange ist also wirklich das neue Schwarz.“ (eine Anspielung auf den immer braungebrannten John Boehner, Sprecher des Abgeordnetenhauses, und Dauergast in Sonnenstudios.)
  • „Mir ist aufgefallen, dass Sasha einen Redner in der Schule brauchte und sie dafür Bill Clinton eingeladen hatte“. (In Anspielung auf seine schlechten Umfragewerte und auf die Demokraten, die während des Kongress-Wahlkampfes lieber nicht mit Obama gesehen werden wollen.)
  • „FoxNews, ihr werdet mich vermissen, wenn ich aus dem Amt geschieden bin. Es wird härter sein, das amerikanische Volk davon zu überzeugen, dass Hillary in Kenia geboren wurde.“ (in Anspielung auf das Dauerthema bei Fox, das Obama vielleicht doch in Kenia geboren wurde sowie die mögliche Präsidentschafts-Kandidatur von Hillary Clinton)