100 Tage Donald Trump: Tweets, Lügen und gefährliche Kriegsspiele


100 Tage Donald Trump – gefühlt sind es bereits Jahre!

Insgesamt 31 Dekrete hat Trump als Präsident erlassen, 28 Gesetzesinitiativen angeschoben, fast 500 Tweets abgesetzt. Und mehr als 400 Lügen und Halbwahrheiten verbreitet.

Fast im Wochenrhythmus lobt sich Trump, Arbeitsplätze geschaffen oder gerettet und Steuergelder gespart zu haben. Nur stimmen tut es nicht.

100 Tage Trump: Der Präsident, dem man nicht glauben kann!

Nur 37 Prozent der Amerikaner bezeichnen Trump als “ehrlich”.

Zu diesem Misstrauen passen auch Trumps undurchsichtige Russland-Kontakte und der mittlerweile entlassene Sicherheitsberater Michael Flynn. Der General stand nicht nur im Dienst von Russlands Präsident Putin, sondern arbeitete auch für den türkischen Machthaber Erdogan!

100 Tage Trump: Der schlechteste Präsident aller Zeiten

Trump ist aber nicht nur ein notorischer Lügner. Er ist in Bezug auf die ersten 100 Tage auch der schlechteste Präsident aller Zeiten. Nur 44 Prozent der Amerikaner stimmen seiner Politik zu, 54 Prozent lehnen sie ab. Obama schaffte 63, George W. Bush 62 Prozent Zustimmung.

100 Tage Opposition: Protest Nope Trump

100 Tage Donald Trump. Die Straße ist die größte Opposition. Foto: Michael Remke

Aber auch das sagen die Umfragen: 94 (!) Prozent seiner Anhänger sind mit Trump zufrieden und würden ihn wiederwählen.

Warum? Es bleibt ein Rätsel, auch dem Bestseller-Autor Stephen King. Vieles, was Trump macht, schadet seinen eigenen Wählern.

Doch was hat Trump neben Tweets, seiner fortlaufenden Hetze gegen Presse und Justiz, 19 Golftagen, Millionen Steuergelder teuren Ausflügen nach Mar-a-Lago, diversen diplomatischen Peinlichkeiten und den täglichen Schwindeleien gemacht, was seine Anhänger jubeln lässt?

100 Tage Trump: Die gefährlichen Kriegsspiele

Trump hat Syrien bombardiert. Ein Zeichen der Stärke? Auf eine Strategie wartet die Welt noch immer. Einmal 59 Tomahawk Marschflugkörper abzuschießen, machen ihn zu keinem guten Präsidenten. Ach ja: Seine Anhänger interessiert Syrien überhaupt nicht. Im Gegenteil. Sie sind sauer, warum sich Trump nicht mehr um ihre Probleme kümmert, als um ein Land, das viele noch nicht einmal auf der Landkarte finden.

Richtig zeigen will es Trump auch Nordkoreas Diktator Kim Jong-un. Dafür hat er den US-Flugzeugträger Carl Vinson in das Gelbe Meer geschickt – nach einem Umweg über Australien. Säbelrasseln für die eigene Basis. Trump bringt die Welt damit an den Rand eines Nuklearkrieges! Das Problem löst Trump nicht.

Dazu passt auch Trumps 180 Grad Wende gegenüber China. Vom “Weltmeister der Währungsmanipulationen” wie Trump einst schimpfte, ist nicht mehr die Rede. Trump ist in der außenpolitischen Realität angekommen. Das ist gut so. Nur seine Fans sind enttäuscht.

100 Tage Trump: Neuer Richter am Supreme Court sein größter Erfolg

Trumps größter Erfolg: Die Ernennung von Neil Gorsuch zum Richter am Supreme Court. Ein Konservativer und Liebling der Republikaner. Gorsuchs erste Amtshandlung: Er stimmte gegen den Einspruch eines Todeskandidaten aus Arkansas und schickte ihn damit in den Tod.

Und sonst? Trump hat seinen nationalistischen Chef-Berater Steve Bannon entmachtet, auch wenn er noch im White House sitzt. Auch das ist gut. Der Rechtsradikale, der “Darth Vader und Satan als Macht” bezeichnet, hätte nie Chefberater werden dürfen. Die Trump Wähler wüten allerdings über die Kaltstellung. Sie hatten auf Bannon gesetzt.

100 Tage Trump: Eine dünne Erfolgsbilanz?

Trumps Anhänger sehen das anders. Sie loben den Präsidenten als Mann der Tat, einer der anpackt und den “Swamp” von Washington austrocknet. Dabei hat Trump mit seinen Millionären und Milliardären in der Regierung nur die Krokodile ausgetauscht als den Sumpf aus Macht, Einfluss und Korruption trocken gelegt.

Was also hat Trump angepackt, was seinen Wählern so wichtig war?

100 Tage Trump: Gescheiterter Moslem-Ban, Obamacare, Mexiko-Mauer

Mit seinem Einreiseverbot für US-Besucher aus muslimischen Staaten, den Trumps Berater Rudy Giuliani „Moslem-Ban“ nennt, ist der Präsident vor Gericht abgeblitzt. Nicht einmal, nein zweimal! Es war eine Lehrstunde wie in einer Demokratie die Gewaltenteilung, “Checks and Balance”, funktioniert – auch für Trump. Seine wütenden Tweets gegen die Richter zeigen nur seine gefährlichen Verständnis-Defizite einer Demokratie.

100 Tage Time Magazine

100 Tage Trump: Stürmische Zeiten im White House. Titel: Time

Gescheitert ist Trump bisher auch beim Versuch, die von Republikanern verhasste Krankenversicherung Obamacare abzuschaffen. Das ist gut so! 24 Millionen Menschen hätten den Krankenschutz verloren. Peinlich für Trump: Die eigene Partei verweigerte ihm die Gefolgschaft.

Auch Trumps Mauer zu Mexiko zum Schutz vor illegalen Immigranten liegt auf Eis. Die Milliardenkosten für die größte Geld-Verschwendungsmaschinerie des Landes schrecken selbst die Republikaner ab.

Fehlanzeige auch beim 1-Billionen-Dollar Infrastruktur-Programm. Das kündigt Trump zwar immer wieder an. Doch er hat weder einen Plan noch ein Team zur Umsetzung.

100 Tage Trump: Eine Steuerreform als PR-Stunt und gut fürs eigene Konto

Kurz vor dem 100-Tage-Stichtag kündigt Trump noch schnell “die größte Steuerreform in der Geschichte der USA” an. Klingt gut. Ist bisher aber wie so oft bei Trump heiße Luft, gut fürs Ego und für das eigene Konto. Trump spart als Milliardär allein durch die Abschaffung der “Alternative Minimum Tax” jährlich Millionen an Dollars. Was Familien davon haben – unklar. Die New York Times nennt die Steuerreform einen „lächerlichen Versuch von Trump, die eigenen Steuern zu senken“.

Auch wie Trump seine Steuergeschenke an die Unternehmen finanzieren will, bleibt ungewiss. Auf einen Boom zu setzen, der die Ausfälle für den Fiskus von “sieben Billionen Dollar”(!!) von allein finanzieren soll, ist doch eher das Konzept eines Roulette Spielers. Es hat noch nie funktioniert.

100 Tage Trump: Weniger Geld für Umwelt, mehr für Militär und Kohleabbau

Den Klimawandel hält Trump weiterhin für eine Zeitungsente. Das Budget der Umweltbehörde will er um ein Drittel zusammenstreichen. Er macht sie damit arbeitsunfähig.

Statt Umwelt soll das Militär mit 54 Milliarden Dollar aufgerüstet werden – deren Ausgaben sind schon jetzt höher als Russland und China und die sieben nächsten Staaten (einschließlich Deutschland) zusammen!

Trump will auch wieder Kohle fördern lassen. Damit macht er die arbeitslosen Kumpel in West Virginia, Kentucky und Ohio erst einmal glücklich. Irgendwann werden sie merken, dass sie einem Scharlatan aufgesessen sind. Hoffentlich. Wirtschaftlich Sinn macht das alles nicht. Umweltpolitisch ist es eine Katastrophe.

Auch viele Arbeitnehmerrechte sind Trump ein Graus. Genauso wie der Verbraucherschutz. In seinen Augen hält das alles nur den trumpschen Wirtschaftsboom auf. Mindestlohn? Quatsch. Minderheitenschutz? Liberales Geschwätz. Mutterschutz? Nur wenn das Tochter Ivanka will. Wer hat eigentlich das Gerücht in die Welt gesetzt, dass Ivanka politisch anders denkt als ihr Vater?

100 Tage Trump: Was bleibt?

Misstrauen! Sorge! Und die Angst vor einem Nuklearkrieg! Donald Trump hat Amerika schon jetzt verändert. Und das nicht zum Guten.

100 Tage Karikatur

100 Tage Donald Trump: Die in Mount Rushmore in Stein gemeißelten US-Präsidenten Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln sind erschüttert.

Trump ist auch nicht der Präsident aller Amerikaner geworden. Er will das gar nicht sein, auch wenn er von allen geliebt werden möchte. Seine Anhänger müssen zufrieden sein, dann ist auch Trump zufrieden. Die Übrigen sind ohnehin bezahlte Demonstranten oder Ferngesteuerte der “Fake News“ Medien.

Bisher geht die Rechnung für Trump auf. Seine Anhänger lieben ihn und bleiben ihm treu. Wie lange noch? Wann werden auch sie merken: Die Wahl von Donald Trump war und ist eine politische Katastrophe für Amerika und die Welt.

Tomahawks machen Donald Trump nicht zu einem guten Präsidenten

Syrien Machthaber Baschar al-Assad ist ein Diktator und ein Massenmörder. Er zerstört sein Land und tötet sein eigenes Volk mit Giftgas. Wie brutal er dabei vorgeht, hat er in dieser Woche erneut gezeigt, als er das weltweit geächtete Nervengas Sarin gegen die Rebellen einsetzen ließ. Mindestens 89 Menschen starben grauenvoll, darunter viele Kinder.

Baschar al-Assad gehört für dieses Verbrechen gegen die Menschheit vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Und ins Gefängnis. Nur die Uneinigkeit und Planlosigkeit der USA, Russland aber auch Europas haben den Schlächter von Damaskus bisher davor bewahrt.

59 Tomahawks-Marschflugkörper, mit denen US-Präsident Donald Trump eine Airforce Base bombardieren ließ, werden an der Situation in Syrien nichts ändern.

Auch Trump hat keinen Plan. Weitere Angriffe seien nicht vorgesehen, heißt es. Wenige Tage vor dem Giftgasangriff bestand sein Außenminister bei der Lösung des Syrien-Konflikts nicht mehr darauf, Assad aus dem Amt zu verjagen. Während des Wahlkampfes warnte Trump vor einem Krieg mit Russland, wenn die USA in Syrien eingreifen würden. Diese Gefahr hat er jetzt selbst entfacht.

Syrien: Trump ein starker, Obama ein schwacher Präsident?

Was hat der knapp 60 Millionen Dollar teuere US-Militäreinsatz also gebracht? Hat Trump ein Zeichen gesetzt, dass Assad mit dem Giftgaseinsatz eine rote Linie überschritten hatte? Der starke Mann im White House? Eine Linie, die auch Vorgänger Präsident Barack Obama gezogen hatte, ohne darauf zu reagieren als sie überschritten wurde. Ein Versagen, das ihm auch dieser Blog vorgeworfen hatte.

Doch macht das Obama gleich zu einem schwachen Präsidenten? Das Problem Assad und Syrien ist nicht mit Waffengewalt zu lösen. In dieser Realität wird auch Trump bald ankommen.

Also alles nur die übliche Trump-Show. Viel Rauch mit wenig Wirkung. Oder typisches US-Präsidenten Verhalten? Läuft es innenpolitisch nicht, muss man in der Außenpolitik punkten. Man kann nicht unbedingt sagen, dass die ersten 100 Tage (enden am 29. April) in Trumps Chaos White House problemlos verlaufen sind.

Tomahawks auf Syrien machen aus Trump über Nacht zu keinem anderen und schon gar nicht zu einem guten Präsidenten!

Ich bin verwundert, wie viele Kommentatoren auf einmal Trump-Fans geworden sind. Oder waren sie es heimlich schon immer?

Syrien Washington Trumps

Schon vergessen? Trumps Krieg gegen Washington. Der Titel von Time Magazine im vergangenen Monat.

Ein Militärschlag und all die täglichen Lügen, Halbwahrheiten, die Angriffe auf die Presse, Gerichte, die Demokratie sind vergeben und vergessen! Und was ist mit den Grausamkeiten, die Trump mit seiner Politik den Amerikanern zumutet?

Seine Krankenversicherung wird 24 Millionen Bürgern, in Worten VIERUNDZWANZIG MILLIONEN, den Versicherungsschutz kosten! Viele davon sind seine Wähler. Die Rechte der Arbeiter, der LGBT Gemeinde werden zusammengestrichen, genauso wie die Budgets fast aller Ministerien mit Ausnahme der Verteidigung. Der Klimawandel ist für Trump weiter eine von China kreierte Zeitungsente. Die Gelder für die Umweltbehörde hat er um ein Drittel zusammengestutzt und das Amt quasi arbeitsunfähig gemacht.

Trumps Agenda heißt „America First“ und nicht Syrien

Am Ende interessiert sich Donald Trump auch nicht für Syrien oder das Schicksal der Menschen dort. Wenn er ihnen wirklich helfen will, sollte er die Flüchtlinge aufnehmen und nicht andere Länder wie Deutschland für ihre Hilfsbereitschaft kritisieren. Trump Agenda heißt „America First“ und vielleicht noch die Zerstörung der Terrororganisation ISIS. Dafür braucht er aber Russland, einen Verbündeten von Assad.

Ich befürchte, das Morden von Assad und seinen Schergen wird auch nach dem US-Schlag unvermindert weitergehen. Vielleicht nicht mehr mit Giftgas, was zumindest ein Erfolg wäre. Eine wirkliche Lösung wird am Ende aber nur die Diplomatie bringen. Doch dafür fehlen Trump nicht nur das Wissen, die Geduld und die richtigen Leute. Es fehlt ihm vor allem auch das Vertrauen der Welt.