Tomahawks machen Donald Trump nicht zu einem guten Präsidenten

Syrien Machthaber Baschar al-Assad ist ein Diktator und ein Massenmörder. Er zerstört sein Land und tötet sein eigenes Volk mit Giftgas. Wie brutal er dabei vorgeht, hat er in dieser Woche erneut gezeigt, als er das weltweit geächtete Nervengas Sarin gegen die Rebellen einsetzen ließ. Mindestens 89 Menschen starben grauenvoll, darunter viele Kinder.

Baschar al-Assad gehört für dieses Verbrechen gegen die Menschheit vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Und ins Gefängnis. Nur die Uneinigkeit und Planlosigkeit der USA, Russland aber auch Europas haben den Schlächter von Damaskus bisher davor bewahrt.

59 Tomahawks-Marschflugkörper, mit denen US-Präsident Donald Trump eine Airforce Base bombardieren ließ, werden an der Situation in Syrien nichts ändern.

Auch Trump hat keinen Plan. Weitere Angriffe seien nicht vorgesehen, heißt es. Wenige Tage vor dem Giftgasangriff bestand sein Außenminister bei der Lösung des Syrien-Konflikts nicht mehr darauf, Assad aus dem Amt zu verjagen. Während des Wahlkampfes warnte Trump vor einem Krieg mit Russland, wenn die USA in Syrien eingreifen würden. Diese Gefahr hat er jetzt selbst entfacht.

Syrien: Trump ein starker, Obama ein schwacher Präsident?

Was hat der knapp 60 Millionen Dollar teuere US-Militäreinsatz also gebracht? Hat Trump ein Zeichen gesetzt, dass Assad mit dem Giftgaseinsatz eine rote Linie überschritten hatte? Der starke Mann im White House? Eine Linie, die auch Vorgänger Präsident Barack Obama gezogen hatte, ohne darauf zu reagieren als sie überschritten wurde. Ein Versagen, das ihm auch dieser Blog vorgeworfen hatte.

Doch macht das Obama gleich zu einem schwachen Präsidenten? Das Problem Assad und Syrien ist nicht mit Waffengewalt zu lösen. In dieser Realität wird auch Trump bald ankommen.

Also alles nur die übliche Trump-Show. Viel Rauch mit wenig Wirkung. Oder typisches US-Präsidenten Verhalten? Läuft es innenpolitisch nicht, muss man in der Außenpolitik punkten. Man kann nicht unbedingt sagen, dass die ersten 100 Tage (enden am 29. April) in Trumps Chaos White House problemlos verlaufen sind.

Tomahawks auf Syrien machen aus Trump über Nacht zu keinem anderen und schon gar nicht zu einem guten Präsidenten!

Ich bin verwundert, wie viele Kommentatoren auf einmal Trump-Fans geworden sind. Oder waren sie es heimlich schon immer?

Syrien Washington Trumps

Schon vergessen? Trumps Krieg gegen Washington. Der Titel von Time Magazine im vergangenen Monat.

Ein Militärschlag und all die täglichen Lügen, Halbwahrheiten, die Angriffe auf die Presse, Gerichte, die Demokratie sind vergeben und vergessen! Und was ist mit den Grausamkeiten, die Trump mit seiner Politik den Amerikanern zumutet?

Seine Krankenversicherung wird 24 Millionen Bürgern, in Worten VIERUNDZWANZIG MILLIONEN, den Versicherungsschutz kosten! Viele davon sind seine Wähler. Die Rechte der Arbeiter, der LGBT Gemeinde werden zusammengestrichen, genauso wie die Budgets fast aller Ministerien mit Ausnahme der Verteidigung. Der Klimawandel ist für Trump weiter eine von China kreierte Zeitungsente. Die Gelder für die Umweltbehörde hat er um ein Drittel zusammengestutzt und das Amt quasi arbeitsunfähig gemacht.

Trumps Agenda heißt „America First“ und nicht Syrien

Am Ende interessiert sich Donald Trump auch nicht für Syrien oder das Schicksal der Menschen dort. Wenn er ihnen wirklich helfen will, sollte er die Flüchtlinge aufnehmen und nicht andere Länder wie Deutschland für ihre Hilfsbereitschaft kritisieren. Trump Agenda heißt „America First“ und vielleicht noch die Zerstörung der Terrororganisation ISIS. Dafür braucht er aber Russland, einen Verbündeten von Assad.

Ich befürchte, das Morden von Assad und seinen Schergen wird auch nach dem US-Schlag unvermindert weitergehen. Vielleicht nicht mehr mit Giftgas, was zumindest ein Erfolg wäre. Eine wirkliche Lösung wird am Ende aber nur die Diplomatie bringen. Doch dafür fehlen Trump nicht nur das Wissen, die Geduld und die richtigen Leute. Es fehlt ihm vor allem auch das Vertrauen der Welt.