Mitt Romney – ein schlechter Verlierer

Mitt Romney hat es immer noch nicht verstanden.

Zehn Tage nach seiner vernichtenden Niederlage bei den Präsidentschafts-Wahlen hat der Obama-Herausforderer die Schuldigen seiner Pleite gefunden. Nein, es war nicht er der Kandidat oder die Partei der Republikaner, es waren diese Minderheiten, die sich von Obama haben kaufen lassen.

Präsident Obama habe die Wahlen „wegen der Geschenke“ gewonnen, die er den „Schwarzen, Latinos und jungen Wählern gegeben hat“, entschuldigte sich Romney in einer Telefonkonferenz mit seinen wichtigsten Wahlkampf-Spendern für seine Niederlage. Eine Bemerkung, die an seine „47-Prozent-der-Amerikaner-sind-Schmarotzer-„ Beleidigung erinnert.

Im September 2012 hatte Romney ebenfalls vor Spendern erklärt, dass er 47 Prozent der Wähler ohnenhin nicht erreiche, weil sie sich als „Opfer fühlten“ und vom „Staat abhängig“ seien. Dafür musste er sich zwar später entschuldigen, geglaubt hat er es dennoch. Die erneute Schmarotzer-Bemerkung untermauert sein Denken.

Die Schuld für seine Niederlage bei sich selbst zu suchen, kommt Mitt Romney dagegen nicht in den Sinn. „Wir haben einen großartigen Wahlkampf geführt“, erklärte Romney voller Überzeugung. „Ich weiß, ihr habt mit einem Sieg gerechnet. Wir haben das auch“. Einsichten sehen anders aus.

Bei den Republikanern wird Mitt Romney zur persona non grata

Romney steht mit seiner falschen Analyse ziemlich allein. Auch die eigene Partei distanziert sich von ihm. „Das ist absolut falsch“, kommentierte der Gouverneur von Louisiana und mögliche Präsidentschafts-Kandidat der Republikaner für 2016, Bobby Jindal. „Wenn man Wahlen gewinnen will, muss man alle Gruppen der Gesellschaft ansprechen.“ Ähnlich klingt das auch bei New Jerseys Gouverneur Chris Christie, einst ein enger Freund von Romney: „Du kannst nicht der Präsident für alle sein, wenn du die Nation teilst.“

Verständnis für Romneys Versuch, anderen die Schuld zu geben, zeigte nur John McCain, der 2008 gegen Obama ebenfalls haushoch verloren hatte: „Ich weiß, wie sich diese Niederlage anfühlt. Mein Rat: Stürze dich in Arbeit und höre auf, dich selbst zu bemitleiden.“

Insgesamt scheinen sich die Republikanern von Romney jedoch abzuwenden. Der einstige Kandidat wird mehr und mehr zur persona non grata, zur unerwünschten Person. „Er wird für kein Amt mehr kandidieren“, sagt der Abgeordnete Raúl R. Labrado aus Idaho, einer der schärfsten Romney Kritiker. „Er ist nicht mehr unser Fahnenträger.“

Das zumindest scheint auch Romney einzusehen. Am Ende des Telefonats mit seinen Wahlkampf-Spendern erklärte er: „Der nächste Präsidentschafts-Kandidat der Republikaner werde er nicht sein“. Da hat Mitt Romney ganz sicher Recht!

Realität und Wunschdenken, Teil 2

Mitt Romney hat wirklich an den Wahlsieg geglaubt!

Video aus dem Wahlkampf-Flugzeug von Mitt Romney auf dem Weg nach Boston: „Ich habe meine Siegesrede bereits geschrieben, sie ist um die 1100 Wörter lang.“ Wenige Stunden später wurde Romney unsanft und völlig unvorbereitet aus den Träumen gerissen und von der brutalen Wirklichkeit eingeholt.

Die Niederlage traf Romney, dessen Familie und Team wie ein Blitzeinschlag. Am Abend zuvor hatten sie noch ein internes Papier lanciert, das Romney als Sieger in Ohio und in Pennsylvania ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorhersagte. Sie lagen total falsch!

Romney hatte für die Wahlnacht bereits Raketen und Böller für ein acht Minuten langes Feuerwerk (Kosten 25.000 Dollar) im Hafen von Boston aufstellen lassen. Irgendwann zwischen 19.00 und 0.30 Uhr sollte das Spektakel beginnen.

Selbst am Wahlabend hatte das Team Romney lange die Hoffnung, dass Pennsylvania bis in die späte Nacht ein enges Rennen und Ohio frühzeitig an ihn gehen würde. Und das obwohl die ersten Exit Polls eher eine Niederlage vorhersagten. Selbst als ein Swing State nacheinander an Obama ging, träumte man weiter vom Wahlsieg. Karl Rove, der Architekt des Erfolges von George W. Bush, gab ihnen Hoffnung. Er faselte auf Fox News noch immer von einem Romney-Sieg in Ohio. „Das Hirn“ lag total falsch!

Erst als Colorado verloren ging und Florida zu Obama tendierte, musste sich auch Romney die Niederlage eingestehen. „Es ist vorbei“, soll ein fassungsloser Herausforderer gesagt haben.

Romney schien im Angesicht der schweren Niederlage „völlig verstört und zutiefst erschüttert“, berichtet der TV-Sender CBS. Romneys Frau Ann, die später bei der Rede ihres Mannes sichtlich angeschlagen aussah, soll die ganze Zeit „heftig geweint“ haben. Und auch Running Mate Paul Ryan, der trotz der Niederlage seinen Kongress-Sitz verteidigen konnte, war „geschockt“. Dessen Frau Janna habe „leise vor sich hingeweint“.

Präsident Obama: Der mächtigste Mann der Welt mit Tränen in den Augen

Tränen gab es auch beim wiedergewählten Präsidenten Barack Obama. Bevor er am Mittwoch ins White House zurückkehrte, bedankte er sich persönlich bei seinem engsten Team in der Wahlkampfzentrale in Chicago.

„Ich bin stolz auf euch“, sagte Obama. „Was ihr erreicht habt, wird in die Annalen der Geschichte eingehen.“ Als seine Helfer applaudierten, konnte auch der mächtigste Mann der Welt seine Tränen nicht mehr zurückhalten.

Realität und Wunschdenken

Realität

So sehen Sieger aus: Der wiedergewählte Präsident Barack Obama und First Lady Michelle Obama schickten nach ihrem Wahlsieg dieses Foto über Twitter raus. (Foto: @Barack Obama). Es ist Obamas Dankeschön an seine Frau. Das Foto ging um die Welt und wurde bis heute mehr als 794.000 Mal retweeted – Weltrekord!

Und Wunschdenken!

Zu früh gefeiert. Dieses Fotos eines siegreichen Mitt Romney stellte sein Team noch vor der Wahlentscheidung auf die Webseite des Obama-Herausforderers. Taegon Goddard vom Internet-Magazin „Politico“ konnte einen Screenshot machen bevor der möchtegern „President Elect“ Mitt Romney das Foto von seiner Webseite nehmen ließ. Dumm gelaufen! (Foto: Politico)

Präsident Obama wiedergewählt!

Zum Schluss wurde es dann doch ein deutlicher Sieg. Obama hat die Wiederwahl gewonnen und bleibt weitere vier Jahre Hausherr im White House.

Doch gab es wirklich eine Chance, die die Republikaner gesehen haben oder war es nur Wunschdenken oder gar ein großer Bluff?

Am Abend vor der Wahl lancierte das Romney-Camp noch ein internes Papier. Darin stand, dass sie nach „eigenen Umfragen“ in Ohio führen und in Pennsylvania mit Obama gleich aufliegen. Man darf gespannt sein wie sie diese Niederlage und ihre falschen Prognosen rechtfertigen. Denn auch wenn die einzelnen Swing States hart umkämpft waren, am Ende sind acht der wichtigsten neun „Swinger“ an Obama gegangen.

Mitt Romney hatte von Anfang an den schwereren Weg zu 270 Wahlmänner. Der Auftritt in Pennsylvania am Ende seines Wahlkampfes war bereits ein Zeichen von Verzweiflung, da er wusste, dass die „Midwest-Firewall“ (Ohio, Iowa, Wisconsin) für Obama halten würde.

Bei den Republikaner wird es jetzt einen brutalen Richtungsstreit geben. Werden die Konservativen, die Tea Party Anhänger, die Partei übernehmen oder geht es wieder zurück zur Mitte, dorthin, wo sie wieder Präsidentschafts-Wahlen gewinnen können? Romney hingegen wird schnell von der politischen Bühne verschwinden. Er war immer der ungeliebte Kandidat der GOP.

Und Obama? Die zweiten vier Jahre werden nicht leichter werden, vor allem wenn er bundesweit nicht die Mehrheit der Amerikaner gewinnen kann. Hinzu kommt ein gespaltener Kongress. Der Präsident hat keine Mehrheit in beiden Häusern für große Projekte. Sein Vorteil ist, dass es seine letzten vier Jahre im White House sein werden und er sich keine Gedanken um eine Wiederwahl machen muss. Vielleicht hilft ihm das in einem völlig zerstrittenen Washington und einer gespaltenen Nation. Es sei ihm zu wünschen.

US-Politik direkt LIVE: So lief die Wahlnacht

Das Protokoll der US-Wahlnacht bis zur Entscheidung

23.20 Uhr: Obama gewinnt Ohio und damit mehr als 270 Wahlmännerstimmen. Wenn die restlichen Staaten auch noch dazukommen, wird es doch noch ein Erdrutsch-Sieg. Und wie erklärt das Romney-Camp diese deutliche Niederlage?

23.18 Uhr: CNN: Präsident gewinnt die Wahlen gegen Mitt Romney!!!!

23.15 Uhr: Oregon geht an Obama. Almost done. 256 Stimmen für Obama, offiziell fehlen ihm nur noch 14 Stimmen. Die Wahl ist gelaufen!

US-Politik direkt: Präsident Obama bleibt Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika!!!!!

23.12 Uhr: Auch New Mexico bleibt Obama Land. Das war allerdings erwartet. Chicago feiert.

23.10 Uhr: CNN: Obama gewinnt Iowa. Die Wahl ist entschieden. Nur noch ein Wunder kann Romney jetzt noch retten.

23.09 Uhr: Die Denver Post gibt Colorado an Obama. Ein großer Sieg.

23.05 Uhr: Die Demokraten halten ihre Mehrheit im Senat. Mit der Mehrheit der Republikaner im Abgeordnetenhaus ist der nächste Kongress gespalten. Das Regieren für den nächsten Präsidenten wird damit erneut extrem schwierig.

23.03 Uhr: Nun also doch: CNN gibt Wisconsin an Obama. North Carolina geht an Romney. Stand: 238 zu 191.

23.00 Uhr: Obama gewinnt Kalifornien, Washington und einen seiner Heimatstaaten Hawaii. Keine Überraschung. Aktueller Stand der Wahlmänner: 228 zu 176.

22.50 Uhr: Auch CNN gibt Minnesota an Obama.

22.46 Uhr: Welche Bundesstaaten kann Romney noch gewinnen, um Präsident zu werden? Viele Optionen hat er nicht mehr. Wenn Florida oder Ohio an Obama geht, ist die Wahl vorbei.

22.39 Uhr: NBC, CBS News und ABC News geben Minnesota an Obama. Wieder ein Staat, auf den Romney gehofft hatte, geht an den Präsidenten. Schon jetzt ist klar: Karl Rove, das „Hirn“ von George W. Bush, lag mit seiner Prognose voll daneben. Rove glaubte, Romney gewinne mit einem Vorsprung von 32 Wahlmänner.

22.29 Uhr: CNN hat in Wisconsin immer noch Romney vorne. NBC und Fox News haben den Staat des Romney Vizes, Paul Ryan, schon lange an Obama gegeben. Hält CNN den Staat künstlich offen?

22.24 Uhr: Zweiter Abtreibungs-Schwachkopf abgewählt. Todd Akin, der Senator aus Missouri, der glaubt, der „weibliche Körper könne abschalten, um eine Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung zu verhindern“, verliert das Rennen gegen die Demokratin Claire McCaskill. Die Demokraten gewinnen den „War on Women“.

22.18 Uhr: Alex Castellanos, Republikaner und Kommentator auf CNN, hat den Glauben an Romney verloren. Florida – im Moment noch sehr knapp – scheint am Ende des Abends an Obama zu gehen. Die noch nicht ausgezählten Distrikte im Sonnenstaat sind „heftig demokratisch“, sagt Castellanos.

22.04 Uhr: CNN gibt genauso wie NBC New Hampshire an Obama. Nur vier Stimmen aber SEHR wichtig. New Hampshire, ein anderer „Heimatstaat“ von Romney war eigentlich ein Muss.

22.01 Uhr: In CNN Exit Polls führt Obama in Nevada (51-45) und Iowa (52-46).

21.57 Uhr: In drei Minuten: Nevada und Iowa, beide super wichtig für Obama.

21.52 Uhr: NBC gibt New Hampshire an Obama. Bleibt es dabei, gewinnt Obama den ersten der acht wichtigsten Swing States für Obama. Für Romney wird es jetzt schon eng.

21.47 Uhr: Richard Mourdock, der Senator, der eine „Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung als Geschenk Gottes“ sieht, verliert seinen Sitz im Senat an den Demokraten Joe Donnelly.

21.42 Uhr: PENNSYLVANIA (20 Stimmen) für Obama!!!!!! Ein großer Schritt in Richtung Präsidentschaft. Obamas Chef-Berater David Axelrod darf seinen Bart behalten. Er wollte ihn abrasieren, falls Obama Pennsylvania verliert.

21.40 Uhr: Obama gewinnt Wisconsin! (18 Stimmen) Auch Fox News gibt den Staat an den Präsidenten. Romney/Ryan verlieren ihre Heimatstaaten!

21.37 Uhr: NBC gibt Wisconsin an Obama. CNN hält sich noch zurück. Es wäre ein wichtiger Sieg für Obama. Die Midwest-Firewall scheint zu halten.

21.15 Uhr: Auf Twitter gibt es bereits einen hashtag #stayinline für all die, die in Virginia und Florida in langen Schlangen noch vor den Wahllokalen stehen.

21.09 Uhr: Ganz nebenbei eine andere wichtige Entscheidung: Die Republikaner werden die Mehrheit im Repräsentantenhaus halten können, der Ausgang für den Senat ist noch offen, mit Tendenz für die Demokraten. Ein geteilter Kongress für den nächsten Präsidenten.

21.05 Uhr: CNN Exit Polls für Wisconsin: 52 zu 46 Prozent für Obama. Gute Zahlen für Obama. Romneys Running Mate Paul Ryan, der aus Wisconsin kommt, hatte in seinem Heimatstaat einen Dauer-Wahlkampf geführt, um den Staat zu drehen.

21.00 Uhr: Michigan geht an Obama! Romney hatte auf eine Überraschung gehofft. Sein Vater war hier Gouverneur, er ist dort aufgewachsen. Doch der Auto-Staat bleibt Obama-Land. Ein wichtiger Sieg für Obama aber es wird die Wahl nicht entscheiden.

20.53 Uhr: In sieben Minuten: u.a. Wisconsin und den Swing State Colorado. Gibt es jetzt einen Trend?

20.48 Uhr: Auch in Virginia gibt es immer noch lange Schlangen vor den Wahllokalen obwohl sie offiziell geschlossen sein müssten. Angeblich bleiben sie jetzt vier Stunden länger auf. Warum gibt es eigentlich immer dieses Chaos und immer in umkämpften Staaten?

20.42 Uhr: Romney gewinnt die Südstaaten Alabama und Georgia. Keine Überraschung. Warten auf Virginia, Florida und OHIO.

20.38 Uhr: In Florida gibt es immer noch lange Schlangen vor den Wahllokalen, obwohl sie bereits geschlossen sein müssten. Fast 60 Prozent der Stimmen sind dort bereits ausgezählt und Obama hat aktuell einen knappen Vorsprung.

20.05 Uhr: Zwei Stunden Wahlabend und bisher keine wirkliche wichtige Entscheidung. Enttäuschend.

20.00 Uhr: Obama gewinnt Connecticut, Delaware, Washington DC, Illinois, Maryland, Maine, Massachusetts (Heimatstaat von Romney), Rhode Island – alles keine Überraschung. Und Romney gewinnt Oklahoma. Aktueller Stand: 64-40 für Obama bei den Wahlmännerstimmen.

19.55 Uhr: In fünf Minuten: Pennsylvania, New Hampshire und vielleicht eine erste wichtige Entscheidung in Florida.

19.35 Uhr: Email vom Obama-Team: „Dringend: Bitte telefonieren. Wir brauchen noch Stimmen in den umkämpften Staaten.“

19.30 Uhr: CNN Exit Polls: Ohio: 51 Prozent Obama, 48 Prozent Romney. North Carolina: 49-49. Guten Zahlen für Obama bisher.

Ohio, Ohio, Ohio, Ohio

19.25 Uhr: Spannung. In fünf Minuten schließen West Virginia, North Carolina und OHIO.

New York Empire States Building zählt live Wahlmännerstimmen mit blauen (Obama) und roten (Romney) Lichter auf der Spitze.

Auch Romney soll eine Siegesrede geschrieben haben. Nicht klar, ob es auch eine Rede im Falle einer Niederlage gibt.

19.18 Uhr: MSNBC gibt Indiana (11) und Kentucky (8) an Romney. Das war zu erwarten.

19.10 Uhr: Erste Zahlen aus Florida: Obama 55 Prozent, Romney 45 Prozent (allerdings erst vier Prozent ausgezählt). Florida könnte eine Vorentscheidung für Obama bringen. Romney lag in den letzten Umfragen immer in Front. Ein Muss-Staat für Romney.

19.02 Uhr: Virginia: 49 zu 49 Prozent – Exit Poll (Wählerumfrage nach Stimmabgabe) von CNN.

19.01 Uhr: CNN gibt Vermont (3 Stimmen) an Obama, Kentucky (8) an Romney. Keine wirkliche Überraschung.

19.00 Uhr: Die Wahllokale in Georgia, South Carolina, Vermont, Teilen Floridas und Virginia schließen. Interessant ist hier nur der erste wichtige Swing State Virginia.

18.50 Uhr: Erster Höhepunkt des Wahlabends. Eine Prognose für den Swing State Virginia – in 10 Minuten.

Präsident Obama soll bereits am Morgen seines Siegesrede geschrieben haben. Und wenn er verliert? Dafür soll es keine Rede geben.

18.15 Uhr: Erster Ärger in Pennsylvania mit Wahlmaschinen. Bei mindestens zwei leuchtete der Name Rommey auf, obwohl für Obama gestimmt wurde.

18.09 Uhr: Die erste Zahl kommt aus Kentucky. Romney 74 Prozent, Obama 24 Prozent (aber erst ein Prozent der Stimmen ausgezählt). Keine wirkliche Überraschung.

18.00 Uhr: Los geht es!

Die ersten Wahlkokale in Indiana und Kentucky schließen. Beide Staaten sind „rot“ und diesmal fest in der Hand der Republikaner. Eine Überraschung ist nicht zu erwarten. Die insgesamt 19 Wahlmännerstimmen werden wohl an Herausforderer Mitt Romney gehen.

Interessant wird es erst in einer Stunde, wenn auch Virginia gewählt hat. Zum Ende des Wahlkampfes konnte Obama hier in Umfragen doch noch zu Romney aufschließen oder ihn gar knapp überholen.

Der Top-Swinger jedoch kommt 30 Minuten nach Virginia, OHIO. Wer hier gewinnt, dürfte auch Präsident werden. Obama hatte bis zuletzt in den Umfragen eine sichere Mehrheit in dem heftig umkämpften Ohio.

Noch am Wahltag ging Romney und sein Running Mate, Paul Ryan, hier in Cleveland auf Stimmenfang. Die Herausforderer wissen, worum es geht: Noch nie gewann ein Republikaner ohne die 18 Wahlmänner aus Ohio die Präsidentschaft. Präsident Obama dagegen blieb am Dienstag cool und spielte mit Freunden und NBA-Champion Scottie Pippen Basketball. Eine Tradition, die ihm bisher Glück gebracht hat.

Neben Ohio schließen um 19.30 auch West Virginia (tief rot) und der Swing States North Carolina, wo Romney im Vorteil ist, ihre Wahllokale. Neben der Top-Trophäe des Abends Ohio könnte auch North Carolina einen Trend, vielleicht sogar eine Vorentscheidung bringen.

Und um 20.00 Uhr folgen bereits die nächsten wichtigen Staaten: Pennsylvania, ein muss für Obama, und die beiden Swing States Florida und New Hampshire. Ist danach die Wahl bereits gelaufen?

Die Wahlnacht – LIVE auf US-Politik direkt!

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Wahlnacht in den USA.

Nach letzten Umfragen könnte die Präsidentschafts-Wahl ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Barack Obama und Mitt Romney werden. Eine Entscheidung wird – wenn überhaupt – erst spät in der Nacht erwartet.

US-Politik direkt wird die mit Spannung erwartete Wahlnacht in einem Live-Blog Minute für Minute mitverfolgen. Bis zur Entscheidung wird es hier aktuelle Ergebnisse, Kommentare, erste Einschätzungen und Analysen geben. Ich würde mich freuen, wenn Sie mit dabei sind.

7 Gründe, warum Präsident Obama gewinnt, 7 Gründe, warum Mitt Romney gewinnt

Barack Obama gegen Mitt Romney – die Schlacht ist geschlagen. Jetzt haben etwas mehr als 200 Millionen wahlberechtigte US-Bürger die Wahl, wer in den kommenden vier Jahren das Land führen darf. Bleibt es Präsident Obama oder wird Herausforderer Mitt Romney Amerikas neuer Commander-in-Chief.

Die letzten Umfragen prophezeien ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bundesweit liegen Obama und Romney mit 49 zu 49 Prozent (CNN) gleich auf. In den neun wichtigen Swing States allerdings hat Obama einen leichten Vorteil, er führt in acht von neun Schlüssel-Staaten vor Romney.

Sieben Gründe, warum Obama Präsident bleiben wird:

  • Obama hat den eindeutig leichteren Weg die notwendigen 270 Wählmänner zu gewinnen. Er hatte während des gesamten Wahlkampfes in den meisten der acht wichtigsten Swing States die Nase vorn. Und so lange der Top-Swinger“, Ohio, Obama-Land bleibt, bleibt er auch Präsident.
  • Hurrikan Sandy hat Obama geholfen. Acht von zehn Amerikaner sind mit seiner Arbeit als Krisenmanager der Nation zufrieden. Noch wichtiger: Die Katastrophe hat das Stimmungshoch von Romney gestoppt.
  • Am Ende des Wahlkampfes hat Obama in Umfragen bundesweit doch noch fast 50 Prozent der Wähler hinter sich. Alles unter 48 Prozent wäre für jeden amtierenden Präsidenten kritisch.
  • Obama ist der Kandidat der Demokraten, daran gab es nie Zweifel. Romney blieb bis zuletzt der ungeliebte Kandidat in seiner eigenen Partei. Wer Obama wählt, will tatsächlich einen Präsidenten Obama. Wer Romney wählt, stimmt gegen Obama und nicht unbedingt für Romney. Um eine Wahl zu gewinnen, ist das zu wenig.
  • Die Arbeitslosenquote ist am Ende doch noch zwei Monate in Folge unter acht Prozent geblieben. Die letzten Zahlen von 171.000 neuen Jobs im Oktober haben Obama geholfen.
  • Obamas Wahlkampf ist besser organisiert als der seines Gegners. Er hat mehr Freiwillige, mehr Büros in den einzelnen Staaten und mehr junge, engagierte Leute hinter sich. Und auch im Internet hat er einen großen Vorteil gegenüber Romney.
  • Obama hat eine Zweidrittel-Mehrheit unter der Gruppe der Latinos. Bei den Frauen konnte Obama ebenfalls seinen Vorsprung halten.

Und sieben Gründe, warum Romney neuer Präsident wird:

  • Noch nie in der Geschichte der USA (Ausnahme ist nur Franklin D. Roosevelt 1936) ist ein Präsident mit einer Arbeitslosigkeit von mehr als 7.4 Prozent wieder gewählt worden. Die aktuelle Quote liegt bei 7.9 Prozent.
  • Eine Mehrheit (51 Prozent) der Amerikaner ist mit der Wirtschaftspolitik von Obama unzufrieden. Romney als Geschäftsmann liegt hier, bei einer weiterhin schwachen US-Wirtschaft, mit fünf Prozent (54 Prozent) vor dem Präsidenten.
  • Das oberste Ziel der Konservativen ist es, Obama abzuwählen und ihm eine zweite Amtszeit zu verwehren. Die Wahlbeteiligung unter den Republikaner wird deshalb höher sein als noch vor vier Jahren.
  • Romney hat über den Wahlkampf hinweg eine Mehrheit unter den Partei-Unabhängigen halten können. Eine Gruppe, die die Wahlen entscheiden kann.
  • Obama hat die Wahl durch seinen desaströsen Auftritt in der ersten Debatte am Ende doch noch verloren. Romney konnte sich als wirkliche Alternative präsentieren.
  • Die Dominanz der Weißen unter den Wählern ist am Ende doch höher als die der Latinos und der Frauen.
  • Die Umfragen in den Swing States sind – wie Republikaner behaupten – falsch oder parteiisch und es gibt am Wahlabend eine große Überraschung.

US-Politik direkt im Digitalen Quartett zu den Präsidentschafts-Wahlen in den USA

Für alle, die keine Gelegenheit hatten, die Sendung des „Digitalen Quartetts“ am Sonntag live mitzuverfolgen, können das mit einem Klick auf den YouTube Clip nachholen  

Die US-Präsidentschafts-Wahlen bestimmten am Sonntagabend auch das Digitale Quartett“ mit Hörfunkjournalist Daniel Fiene von Antenne Düsseldorf, bei dem ich mit meinem Blog „US-Politik direkt“zum ersten Mal mit dabei sein durfte.

Es war eine ungemein spannende, sachliche und sehr anregende Diskusion mit den Kollegen Richard Gutjahr (Blogger tagesschau.de), Tim Rahman (zurzeit US-Wahlbeobachter für WirtschaftsWoche Online), Ulrike Langer (freie Journalistin und Bloggerin, medialdigital.de) sowie Franziska Bluhm, Chefredakteurin WirtschaftsWoche Online.

Die Themen des Abends waren der zu Ende gehende US-Wahlkampf, der Einfuss sozialer Netzwerke, Hurrikan Sandy und die Wahlen, Themen, die beim Kampf um das White House keine Rolle gespielt haben (Umweltschautz, Armut) und natürlich die Frage, die alle bewegt: Wer wird am Dienstagabend Präsident der USA? Bleibt es Barack Obama oder wird Herausforderer Mitt Romney der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Endspurt im US-Wahlkampf

Drei Tage, neun Staaten – jetzt geht es um alles. Präsident Obama und Mitt Romney versuchen auf den letzten Metern ihres Wahlkampf-Marathons auch noch die letzten Stimmen für sich einzusammeln.

Der Reise-Plan der beiden Kandidaten ist brutal, vor allem der von Obama. Der Präsident wird am Ende eines jeden Tages wohl kaum noch wissen, wo er sich gerade befindet.

Verzweiflung oder Chance? Romney plant Wahlkampf in Pennsylvania

Und eins ist auch klar: Es geht nur noch um die acht oder neun wichtigsten Schlüsselstaaten, die Swing States, die die Wahl am Dienstag entscheiden werden.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Romney für Sonntag einen Event in einem Außenbezirk von Philadelphia, Pennsylvania, angekündigt hat. Dass der „Obama-Staat“ in letzter Minute doch noch zu Romney kippen könnte, ist eher unwahrscheinlich (im Schnitt aller Umfragen führt Obama hier mit 4.6 Prozent).

Präsident Obama mit First Lady Michelle Obama und Bruce Springsteen

Hier die letzten, bisher geplanten Wahlkampf-Events:

Obama:

  • Samstag: Ohio, Wisconsin, Iowa, Virginia
  • Sonntag: New Hampshire, Florida, Ohio, Colorado
  • Montag: Wisconsin, Ohio, Iowa

Vor allem am Tag vor der Wahl am Montag, bietet Obama noch einmal alles auf, was er hat. In Ohio will Obama gleich zweimal (Madison und Columbus) mit Bruce „The Boss“ Springsteen auftreten. In Columbus kommt sogar noch Superstar Jay-Z dazu. Seinen Wahlkampf beenden wird Obama in Des Moines, Iowa, mit First Lady Michelle Obama und erneut Springsteen.

Romney ist ebenfalls auf den letzten Wahlkampf-Metern unterwegs.

Hier seine letzten Termine:

  • Samstag: Iowa, New Hampshire, Colorado
  • Sonntag: Iowa, Ohio, Pennsylvania, Virginia
  • Montag: Florida, Virginia, Ohio, New Hampshire

Den Wahlabend will Obama übrigens nicht im White House, sondern zusammen mit Michelle und den Kinder Sasha und Malia sowie den engsten Beratern und Freunden „Zuhause“ in Chicago verfolgen. Mitt Romney dagegen plant eine Wahlparty in Boston.

Wahlkampf nach Hurrikan Sandy: Romney startet Schmutzkampagne gegen Obama

Game on! Zwei Tage nach Hurrikan Sandy herrscht zumindest politisch wieder Alltag in den USA. Präsident Obama hat seinen nach der Naturkatastrophe unterbrochenen Wahlkampf mit einem Marathon durch drei Bundesstaaten wieder aufgenommen. Mitt Romney, der selbst am Tag nach Sandy mit einem getarnten „Sturm-Hilfe“-Event im kritischen Bundesstaat Ohio auf Stimmenfang war, setzte seinen Kampf um das White House am Donnerstag fort.

Obama: Krisenmanager in der Luft, Wahlkämpfer am Boden

Präsident Obama steckt dabei in einer schwierigen Doppelrolle. Er muss weiterhin Führung und Stärke als oberster Krisenmanager des Landes zeigen, gleichzeitig aber auch als Wahlkämpfer Swing States wie Wisconsin, Nevada, Colorado und Ohio für sich gewinnen.

So sprach Obama auf dem Flug zu seinem Wahlkampf-Event in Green Bay, Wisconsin, von Air Force One aus mit der Zivilschutzbehörde FEMA über die Aufräumarbeiten und telefonierte mit den Gouverneuren der von Sandy heimgesuchten Bundesstaaten Connecticut und West Virginia. Nach der Landung in Green Bay bewarb er sich dann auf einem Event für vier weitere Jahre als White House Chef. Obama – Krisenmanager in der Luft und Wahlkämpfer am Boden.

Mitt Romney mit Schmutzkampagne in Florida und Ohio

Mitt Romney dagegen, der seinen Wahlkampf trotz der Sandy-Katastrophe eigentlich nicht unterbrochen hatte, tourte am Donnerstag durch Virginia. Seine versprochene Zurückhaltung nach der Hurrikan-Katastrophe legte der Herausforderer dabei schnell ab und griff Obama nicht nur für seine laut Romney verfehlte Wirtschaftspolitik direkt an, sondern eröffnete gleich an zwei Fronten eine für Obama gefährliche und ernstzunehmende Schmutzkampagne.

Im Swing State Florida lässt Romney TV-Anzeigen in spanisch schalten, in denen er die wichtige Wählergruppe der Latinos mit einer Angst-Kampagne vor einem Sozialistenfreund Obama warnt. Romney bringt dabei den Präsidenten mit Fidel Castro, Hugo Chavez und Che Guevara in Verbindung, die laut Werbe-Clip alle Obama wählen würden!

Und auch in Ohio zeichnet Romney in TV-Anzeigen ein Schreckens-Szenario falls Obama wieder gewählt würde. Romney behauptet, Obama sei mit der Rettung der US-Autokonzerne gescheitert. General Motors und Chrysler würden US-Arbeitsplätze nach China verlegen und dort unter anderem den Jeep, Symbol des amerikanischen Autos, bauen lassen. Die Unternehmen bezeichneten das als Unsinn. Das Gegenteil sei richtig. Chrysler erklärte, es wolle 1100 neue Arbeitsplätze in ihrer Fabrik in Toledo, Ohio, schaffen.

Nachtrag: New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sprach sich am Donnerstag für die Wiederwahl von Obama aus. Er begründete das mit der Klimapolitik des Amtsinhabers. (Anm. Obama kennt den von Menschen verursachten Klimawandel an, Romney hat Zweifel). Bloombergs Stimme ist ein wichtiger Sieg für den Präsidenten.