Hillary gegen Trump: Amerika traut beiden Kandidaten nicht über den Weg

Natürlich war die Rede von Hillary Clinton auf dem Parteitag der Demokraten in Philadelphia besser als die des Angstmachers Donald Trump. Nicht so brillant wie die von Barack Obama am Tag zuvor, aber gut genug und vor allem optimistischer, positiver, zukunftsweisender.

Natürlich verlief auch der Parteitag der Demokraten besser, als der der Republikaner. Daran konnten am Ende auch die E-Mail Affäre, die Proteste der Bernie Sanders Anhänger und die vereinzelnden Buh-Rufe für Hillary nichts ändern.

Bessere Redner, größere Stars – doch keine Einheit bei den Demokraten?

Die Demokraten hatten die besseren Redner: Bill Clinton, Michael Bloomberg, Joe Biden, Barack Obama, Elizabeth Warren, Bernie Sanders und vor allem First Lady Michelle Obama. Und mehr Stars: Eva Longoria, Lenny Kravitz, Katy Perry, Lady Gaga, Alicia Keys und Meryl Streep. Donald Trump konnte da nur mit Duck Dynasty Prolet Willie Robertson punkten. Hatte er nicht Superstars für seinen Parteitag in Cleveland angekündigt?

Doch wird das alles reichen? Kann Hillary, die als erste Frau mit ihrer Nominierung für eine der beiden großen Parteien Geschichte geschrieben hat, auch die Präsidentschaftswahlen im November gewinnen?

Die Demokraten gehen nicht geeint in den Kampf um das White House. Auch das hat der Parteitag gezeigt.

Die Anhänger von Bernie Sanders sind enttäuscht, wütend und wollen sich mit ihrer Niederlage nicht abfinden. 45 Prozent der Demokraten wollen Sanders immer noch als Präsidenten. Sie werden jetzt nicht in Scharen in Protest oder aus Trotz Trump wählen, aber möglicherweise den Wahlen fernbleiben. Auch das könnte die erste Frau im White House verhindern.

Dass Sanders noch während des Parteitages die Demokraten verlassen hat und wieder ein „Unabhängiger“ sein will, hat bei der viel beschworenen Einheit der Partei nicht geholfen.

Hillary gegen Trump: Amerika mag beide Kandidaten nicht

Doch Hillary hat noch ganz andere Probleme. Sie ist nicht sehr beliebt. 56 Prozent (!) der US-Wähler haben laut Umfragen eine negative Meinung von ihr. 67 Prozent (!) sagen, sie sei nicht ehrlich und unglaubwürdig. Damit ist sie gleich auf mit dem notorischen Lügner, Faktenverdreher, Halbwahrheiten-Verbreiter Donald Trump, dem 67 Prozent (!) nicht über den Weg trauen.

Die Wahl im November ist auch eine Wahl zwischen zwei unbeliebten Kandidaten. Die Frage ist nur, wer kann mehr Amerikaner davon überzeugen, dass der andere noch schlimmer wäre als man selbst.

Hillary führt in den Umfragen – doch reicht das bis November?

Hillary Clinton hat dabei die größere Basis, eine gut geölte Wahlkampfmaschinerie, die besseren Helfer, allen voran Bill Clinton und Barack Obama. Und das Geld aus Hollywood und der Wall Street.

Trump steht im Vergleich dazu eher allein. Die Republikaner wollen ihn eigentlich gar nicht. Öffentlich sagen können sie das nicht. Es würde die Partei zerrreißen.

Auch die größten Spender, die Koch-Brüder, verweigern sich Donald Trump. Sie werden wie viele in der GOP die Wahlen aussitzen und dann einen neuen Kandidaten aufbauen. Vier Jahre Hillary ist in ihren Augen das kleinere Übel als vier oder gar acht Jahre Donald Trump.

Im Moment führt Hillary in den Umfragen der umkämpften Staaten wie Pennsylvania, Florida, Colorado sowie den Swing States Ohio, Iowa, Michigan und New Hampshire. Alles spricht im Moment für einen klaren Sieg im November und für Hillary Clinton als die erste Präsidentin in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Doch sicher ist das noch lange nicht.

Obamas Katrina

Obamas Präsidentschaft steht und fällt mit seinem wichtigsten Projekt: Obamacare – eine Krankenversicherung für alle Amerikaner. Mehr als 48 Millionen US-Bürger leben ohne sie, darunter mehr als sieben Millionen Kinder! Sie alle sind auf den Gnadendienst der Ärzte in den Notaufnahmen der Krankenhäuser angewiesen.

Obama wollte das ändern, auch gegen den erbitterten Widerstand der Republikaner. Die Konservativen wehren sich gegen die staatliche Gesundheitsreform, weil sie in die Freiheit eines jeden Bürgers eingreifen würde. Das zumindest sagen sie öffentlich, meinen aber eigentlich etwas anderes. Das Solidaritätsprinzip mit sozial Schwächeren ist vor allem den radikalen Tea Party Anhängern ein sozialistischer Gräuel.

Obamas persönliche Niederlage: Weniger als 27.000 Amerikaner stellen Antrag auf Krankenversicherung

Dass ihnen im Kampf gegen Obamacare jedes Mittel recht ist, demonstrierten die Republikaner zuletzt durch einen Regierungs-Shutdown. Insgesamt 16 Tage legten sie das Land lahm und erreichten am Ende nichts, außer sechs Milliarden Dollar Verluste für die US-Ökonomie.

Obama galt nach dem Ende des Shutdowns als großer Sieger, die Republikaner als Verlierer, allen voran House-Speaker John Boehner. Doch das hat sich längst wieder geändert.

Dabei lieferte Obama seinen Gegnern selbst mit einer desolaten Webseite für Obamacare eine Steilvorlage, die die Konservativen noch nicht einmal mit einem Schuss ins leere Tor vollstrecken mussten. Das tat Obama für sie schon selbst.

Nur 26.794 Amerikaner, so musste er am Mittwoch eingestehen, hätten über seine bundesweite Pannen-Webseite „HealthCare.gov“ einen Antrag auf Krankenversicherung gestellt. Mehr als eine halbe Million sollten es zu diesem Zeitpunkt eigentlich sein. Da hilft es Obama auch wenig, dass in den Bundesländern weitere 79.391 Bürger jetzt krankenversichert sind. Die Zahlen sind für Obama eine persönliche Niederlage.

Scheitert Obamacare scheitert auch Obama

Dabei ist der US-Präsident selbst an dem Desaster Schuld. Im Land von Google, Microsoft, Facebook und Twitter hatte er nicht die besten IT-Experten aus dem Silicon Valley mit der Gestaltung der Webseite beauftragt, sondern sich für die Billigvariante aus Kanada entschieden. Bis Ende November soll die Seite jetzt reibungslos funktionieren, hat Obama angekündigt. Es klingt eher wie eine Hoffnung als ein Versprechen.

Doch es nicht nur die Webseite, die Obama unter Druck setzt. Auch seine Behauptung während des Wahlkampfes, jeder könne seine alte Krankenversicherung behalten, entpuppte sich mittlerweile als glatte Lüge. Allein in Kalifornien müssen mehr als eine Million Menschen eine neue Versicherung abschließen. Selbst Ex-Präsident Bill Clinton, der zu seiner Amtszeit mit einer Gesundheitsreform ebenfalls kläglich gescheitert war, forderte Obama auf, seine Wahlversprechen zu halten.

Die US-Kommentatoren sprechen angesichts der Probleme mit der Gesundheitsreform bereits von einem „Katrina-Erlebnis für Obama“ und meinen dabei das Versagen seines Vorgängers, George W. Bush, nach der Hurrikan-Katastrophe in Louisiana. Tatsächlich könnte Obamacare ein ähnliches politisches Desaster für den amtierenden White House Chef werden. Und Obamas künftiger Platz in den Geschichtsbüchern dürfte dann schnell den Zusatz bekommen: Obama, erster schwarzer US-Präsident, scheiterte an der Gesundheitsreform.

US-Präsident Obama: „Ich bin wirklich gut im Töten von Menschen“

Time-Journalist Mark Halperin und sein Kollege John Heilemann haben ein neues Buch geschrieben. „Double Down“ heißt das Werk, das eine Fortsetzung ihres grandiosen „Game Change“ aus dem Jahr 2010 ist.

Während der erste Teil hinter die Kulissen von Obamas ersten Wahlkampf gegen John McCain im Jahr 2008 blickte und dabei unter anderem die völlig überforderte Sarah Palin entzauberte, geht es diesmal um den Kampf um das White House im Jahr 2012 zwischen Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney.

Das Buch gibt dabei erneut brisante Einblicke hinter die Wahlkampf-Kulissen. Es stellt Obama als einen kühlen und teilweise zynischen Machtpolitiker dar, der nicht nur stolz auf sein umstrittenes Drohnen-Programm ist, sondern auch bereit war, seinen Vize-Präsidenten Joe Biden aus rein taktischen Gründen durch Hillary Clinton zu ersetzen.

Präsident Obama lobt Drohnen-Programm, will Vize Biden durch Hillary ersetzen

Hier die wichtigsten Punkte aus dem Buch von Halperin und Heilemann, das am Dienstag in den USA erscheinen wird.

  • Als Obama 2011 über seine Erfolge seiner dreijährigen Präsidentschaft nachdachte, lobte er sich selbst für seine umstrittene Drohnen-Politik, mit der er wie kein anderer US-Commander-in-Chief zuvor auf Terroristenjagd gegangen war und noch heute geht. „Wie sich herausstellte, bin ich wirklich gut im Töten von Menschen“, soll Obama als Erfolg aufgeschrieben haben. „Ich dachte nicht, dass das einmal eine meiner Stärken werden würde.“
  • Als Obama sich in den Umfragen mit Mitt Romney ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferte, soll er ernsthaft erwogen haben, den eher blassen Vize-Präsidenten Joe Biden, einfach vor die Tür zu setzen. Hillary Clinton sollte seinen Posten übernehmen und damit die Wiederwahl sichern. Als das Obama-Wahlkampfteam allerdings bei Probe-Umfragen mit Hillary als Vize-Chefin keine spürbare Verbesserung der Zahlen erkennen konnte, wurde die Idee wieder fallengelassen.
  • Obama und Bill Clinton gerieten während des Wahlkampfes offenbar mehrmals aneinander. Eine Golfrunde der beiden wurde mitten im Spiel abgebrochen. Clinton forderte von Obama, dass er Hillarys Schulden aus den Vorwahlen übernehmen sollte. Dafür wollte er auf dem Parteitag auch eine positive Rede halten. Die vielgelobte Ansprache, die der Ex-Präsident am Ende hielt, war nicht vom Obama-Team abgestimmt. Clinton hatte Obama zwar eine 3279 Worte lange Rede zum Lesen gegeben. Am Ende waren seine Ausführungen allerdings mit 5888 Worten fast doppelt so lang und hatten mit dem ursprünglichen Manuskript nur noch wenig gemein.

Romney nennt Christie „Pufferfisch“, Clint Eastwood „schweren Autounfall“

Neben Obama schreiben die beiden Autoren auch detailliert über den Wahlkampf von Mitt Romney:

  • So soll Romney bei der Suche nach seinem Vize den potentiellen Kandidaten Fischnamen gegeben haben. Bei der Operation „Goldfisch“ wurde der übergewichtige Chris Christie zu einem aufgeblasenen „Pufferfisch“. Christie fiel am Ende wegen seiner Köperfülle durch.
  • Auf Christie war Romney nach dessen Rede auf dem Parteitag in Tampa, Florida,  stinksauer. Sein Manager Matt Rhoades soll Christie später in einem Telefonat angebrüllt haben und das „in einer Sprache, die man nicht wiedergeben kann“.
  • Clint Eastwoods Rede auf dem Parteitag wurde vom Team-Romney als „schwerer Autounfall“ bezeichnet. Der Romney-Berater Stuart Stevens war so sauer, dass er „mit Dingen warf, Eastwood verfluchte und am Ende völlig fertig zusammengebrochen sein soll“.

Warum Hillary Clinton 2016 nicht Amerikas neue und erste Präsidentin wird

Hillary – willkommen im Leben nach der Politik.

Nach vier Jahren Dauerstress als US-Chef-Diplomatin hat Hillary Clinton am Freitag das Außenministerium geräumt und an ihren Nachfolger John Kerry übergeben. Ab dieser Woche ist Hillary im politischen Ruhestand.

John Kerry, der farblose, 69 Jahre alte Senator aus Massachusetts muss jetzt die großen „Manolo Blahnik“ Schuhe ausfüllen, die Hillary hinterlassen hat. H.C. wie sie kurz genannt wird, hat eine eindrucksvolle Bilanz hinterlassen. Das beweist allein schon die Statistik.

Insgesamt 112 Länder hat Hillary in ihren vier Jahren als US-Außenministerin bereist. Insgesamt 1,539 Millionen Kilometer verbrachte sie dabei im Flugzeug und umkreiste statistisch gesehen mehr als 38 Mal die Erde. 570 Essen soll H.C. in der Luft verspeist und weltweit an 1700 Meetings mit Außenministern und anderen wichtigen Staatsvertretern teilgenommen haben.

Hillary kennt die Welt und die Welt kennt Hillary. Über den Erfolg ihrer Missionen kann gestritten werden. Der Terroranschlag auf die US-Vertretung im libyschen Bengazi überschattet ihre positive Bilanz und wird für immer ein Makel in ihrem Lebenslauf bleiben – auch in Hinsicht einer möglichen Präsidentschafts-Kandidatur 2016. Sie weiß das.

Hillary Clinton kennt die Politik. Insgesamt 20 Jahre stand sie im Rampenlicht der Öffentlichkeit: Als First Lady im White House an der Seite von Präsident Bill Clinton, als US-Senatorin von New York, als Präsidentschaftskandidatin während der Vorwahlen der Demokraten und zuletzt als Außenministerin des Landes.

Hillary Clinton ist unter den Demokraten ohne Konkurrenz

H. C. ist zur Marke geworden. Kaum jemand nennt sie beim vollem Namen. Jeder scheint eine persönliche Beziehung zu ihr, zu Hillary, zu empfinden. Sie ist die beliebteste Politikern des Landes, 67 Prozent mögen sie. Selbst unter den radikal-rechten Tea Party Anhängern finden sich 47 Prozent, die ein positives Bild von ihr haben, aber auch 53 Prozent, die sie ablehnen.

Wenn heute der Wahlkampf für die Präsidentschaftswahlen 2016 beginnen würde, hätte Hillary unter den Demokraten keine Konkurrenz. Beim Caucus in Iowa, wo traditionell der Kampf um das White House startet, liegt sie laut Umfragen mit 58 Prozent unaufholbar vor dem aktuell politisch sehr erfolgreichen Vize-Präsidenten Joe Biden (17 Prozent).

Hillary Clinton wird nicht bei den Präsidentschafts-Wahlen 2016 antreten

Kein Wunder also, dass viele Anhänger H.C. auffordern, sich 2016 erneut um den Chefposten der USA zu bewerben. Es gibt bereits so genannte SuperPacs, die für Hillary Geld sammeln. Doch will sie sich den Wahlkampf-Stress wirklich noch einmal antun? Es gibt Gründe, warum Hillary nicht kandidieren sollte und auch nicht wird.

  • Bengazi: Der Terroranschlag auf die US-Vertretung in Libyen mit vier Toten, darunter US-Botschafter Christopher Stevens, wird Hillary Clinton auch in einem Wahlkampf 2016 verfolgen. Präsidentschafts-Kandidaten in den USA sind schon an weniger schlimmen Skandalen gescheitert.
  • Gesundheit: Hillary hat zum ersten Mal erlebt, dass auch sie nicht unverwundbar ist. Der Stress, ein Virus, ein Sturz und ein Blutgerinnsel im Kopf sind auch für Hillary Warnzeichen. Und wenn sie ins Rennen um das White House eingreifen will, hat sie zum Ausruhen wenig Zeit. In zwei Jahren, vielleicht sogar noch früher, wird der Wahlkampf für 2016 bereits beginnen.
  • Alter: Hillary ist heute 65 Jahre alt, beim Wahlkampf 2016 wird sie bereits 69 und am Ende einer möglichen ersten Amtszeit als Präsidentin sogar 73 Jahre alt sein. Im Wahlkampf 2016 werden die Republikaner einen jungen Kandidaten ins Rennen schicken, Marco Rubio oder Paul Ryan zum Beispiel.
  • Republikaner: Auch wenn Hillary zurzeit die beliebteste Politikerin des Landes ist. In einem Wahlkampf dürfte sich das schnell ändern. Der Name Clinton polarisiert in diesem Land noch immer, vor allem der Teil der Familie, der bei der radikalen Rechten verhasst ist: Bill Clinton.
  • Geschichte: Keine Partei hat mit Ausnahme von George Bush in der jüngsten Geschichte drei Amtsperioden hintereinander einen Präsidenten gestellt. Und Bush galt dabei nur als dritte Amtszeit des beliebten Ronald Reagan.
  • Angst vor einer Niederlage: Hillary ist so populär und so beliebt, warum sollte sie das Risiko eingehen, am Ende ihrer politischen Karriere die Präsidentschaftswahlen zu verlieren. Die Republikaner werden diesmal nicht den Fehler begehen, erneut einen selbst in den eigenen Reihen „ungeliebten Kandidaten“ wie Mitt Romney zu nominieren.

Also warum antreten? Um als erste Frau ins White House einzuziehen? H.C. muss niemanden mehr etwas beweisen. Ihren Platz in der Weltgeschichte hat sie schon lange sicher.

Hillary Clinton wird bei den Präsidentschaftswahlen 2016 nicht antreten – auch wenn die Spekulationen darüber nicht aufhören werden.

Hollywood gegen Wall Street – wie die Promis Obama und Romney unterstützen

Lindsay Lohan für Mitt Romney, Bruce „the Boss“ Springsteen für Präsident Obama. Das sind nur die jüngsten von vielen Hollywood-Stars und -Sternchen, die sich bei der Wahl 2012 engagieren. Kurz vor den beiden letzten und vielleicht entscheidenden TV-Debatten scharen sich die Promis jetzt erneut um ihre Kandidaten.

So versprach Skandalnudel Lohan Romney ihre Stimme zu geben, weil sie „weniger Steuern zahlen will“ und weil das mit der „Arbeitslosigkeit ja wichtig“ sei. Springsteen, ein langjähriger Demokrat, gibt bei den Wahlen gleich zweimal seine Stimme: „The Boss“ reist diesen Donnerstag mit Bill Clinton nach Parma, Ohio. Der eine singt, der andere redet für Obama.

Hollywood liebt Präsident Obama, die Wall Street Herausforderer Mitt Romney

Keine drei Wochen bis zur Wahl und Hollywood rüstet zum finalen Gefecht. Dabei hat Barack Obama die größere und berühmtere Truppe hinter sich. Tinseltown liebt seinen „schwarzen Kennedy“. Das war schon 2008 so. Doch kann Hollywood auch die Wahl entscheiden?

Top-Stars wie George Clooney, Sarah Jessica Parker oder Scarlett Johansson sammeln Millionen an Dollars für Obama. Andere wie Tom Hanks, Brad Pitt und Angelina Jolie sowie Jennifer Lopez, Halle Berry, Leonardo DiCaprio, Steven Spielberg und Eva Longoria unterstützen Obama lautstark und mit großzügigen Spenden. Und das ist nur eine kleine Auswahl einer langen Liste.

Romney kann seine Top-Stars aus der Glitzermetropole an zwei Händen abzählen. Clint Eastwood, der gerne öffentlich mit einem leeren Stuhl zu Obama spricht und Action-Held Chuck Norris, sind A-Liste. Doch nach „Dirty Harry“ und „Walker, Texas Rancher“ braucht es schon guten Willen, um weitere Super-Stars zu finden: Kiss-Frontman Gene Simmons, Donald Trump, Kid Rock und Jon Voight, Vater von Angelina Jolie.

Übergelaufen zu Romney ist Cindy Crawford. Das Super-Model hat 2008 noch Obama unterstützt, jetzt sammelt die 46-Jährige Spenden für Romney – bisher mindestens 10,25 Millionen Dollar. Und auch Porno-Königin Jenna Jameson steht auf Romney. Für eine zumindest öffentlich prüde Partei eine eher zweifelthafte Beziehung. (Die Pornoindustrie insgesamt steht laut einer Umfrage mit 68 zu 13 Prozent hinter Obama)

Doch selbst mit Crawford, Jameson und Eastwood – im Vergleich mit Obama, dessen Promi-Liste an eine Oscar-Verleihung erinnert, ist das eher bescheiden.

Mitt Romney kann bei solcher Starpower nur neidvoll auf seine wichtigsten Spender verweisen. Die stehen nicht im Rampenlicht, sondern auf der Forbes-Liste der Top-Verdiener des Landes.

Finanzpower gegen Starpower! Bleibt die Frage, wer am Ende den größeren Einfluss auf den Ausgang der Wahl hat.

US-Politik direkt-Umfrage: Clinton deutlich vor Michelle und Barack Obama

Ex-Präsident Bill Clinton hat auf dem Parteitag der Demokraten die beste Rede gehalten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von „US-Politik direkt“. Auf Platz zwei landete First Lady Michelle Obama noch vor ihrem Mann, Präsident Barack Obama.

Das Ergebnis fiel deutlich aus. Mehr als 54 Prozent der Leserinnen und Leser votierten für die brillante und politische Rede von Clinton. Die First Lady bekam für ihre Herzensansprache 36 Prozent der Stimmen, während Präsident Obama abgeschlagen mit nur knapp neun Prozent auf dem dritten und damit letzten Platz landete.

Doch der eher schwache Auftritt von Obama, den 35,7 Millionen Zuschauer (vor vier Jahren waren es noch 38,4 Millionen) live verfolgt hatten, scheint dem US-Präsidenten nicht geschadet zu haben. In einer Gallup-Blitzumfrage, die nach dem Parteitag durchgeführt wurde, legte der Präsident bundesweit deutlich zu und führt jetzt mit 48 zu 45 Prozent vor seinem Herausforderer Romney. Vor dem Parteitag waren sie noch gleichauf. Ein Trend, den auch die Meinungsforscher von Ipsos bestätigen. Danach liegt der Amtsinhaber mit 46 zu 44 Prozent vor dem Kandidaten der Republikaner.

Noch deutlicher wird der Erfolg bei der Frage, wie sehr man mit der Arbeit von Obama zufrieden sei. Hier konnte der Präsident sogar einen Sprung von sieben Prozent machen. 52 Prozent der Amerikaner sind mit ihm zufrieden, vor der Convention in Charlotte waren es nur 45 Prozent. Zuletzt bekam Obama solche Werte nach der Tötung von Osama bin Laden. Herausforderer Romney liegt bei 43 Prozent und damit neun Punkte zurück.

Der Grund für die guten Zahlen ist sicherlich der Parteitag der Demokraten, der von Kommentatoren als Riesenerfolg bewertet wird. Auch die eher magere Obama-Rede konnte an dem positiven Eindruck nichts ändern.

Ist die Wahl damit entschieden? Das wohl nicht. Die jüngsten Arbeitsmarktzahlen waren für Obama nicht gut. Und mit einer Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent ist in Amerika noch kein Präsident wiedergewählt wurde.

Obama muss weiter kämpfen – nächster Großschauplatz sind die drei TV-Debatten im Herbst. Spätestens dann entscheidet sich die Wahl.

Von Demokraten lernen . . .

Nach dem Parteitag der Demokraten in Charlotte, North Carolina, Drei Tage feierten die Delegierten ihren Spitzenkandidaten, Präsident Barack Obama. Was ist geblieben?

Neun Dinge, die wir von den Demokraten gelernt haben:

  • Aus dem Messias Obama ist der Präsident Obama geworden. Das ist zwar bedauerlich, war aber nach vier Jahren White House und Dauerkrieg mit dem Kongress nicht anders zu erwarten.
  • Michelle Obama ist das Beste, was Präsident Obama in seinem Leben passieren konnte. Ihre Rede war ein Riesenerfolg.
  • Bill Clinton hat mit der Rede seines Lebens vielleicht die Wiederwahl von Obama gesichert.
  • Wer den Unterschied zwischen Demokraten und Republikaner nach diesen Parteitagen immer noch nicht erkannt hat, dem ist nicht mehr zu helfen!
  • Auch ein Obama mit einer durchschnittlichen Rede kann mehr begeistern als der Auftritt von Mitt Romney auf dem Parteitag der Republikaner.
  • Trotz des Erfolges der Convention, kann sich Obama seines Sieges im November nicht sicher sein.
  • Hillary Clinton blieb durch ihre Asienreise der Convention geschickt fern und hat sich damit alle Optionen für 2016 offen gehalten.
  • Bei den Demokraten steht der Spitzenkandidat, Barack Obama, im Gegensatz zu Mitt Romney bei den Republikanern, hinter dem Parteitagsprogramm. Obama nahm sogar Einfluss darauf und bestand auf zwei Zusätze im Programm: Gott und Jerusalem als Hauptstadt Israels.
  • Die Demokraten haben sich auf dem Parteitag geeint hinter Obama gestellt. Keine der Reden war eine Bewerbungsansprache für die Wahl 2016 – ganz im Gegensatz zu den Republikanern.

Bill Clinton: Die beste Rede seines Lebens! So geht Wahlkampf!

Einen Tag nach der „Rede seines Lebens“ spricht die Welt über Bill Clinton. Wie schon zuvor beim Auftritt von Michelle Obama überschlagen sich die Kommentatoren vor Begeisterung. Beide, so sind sich viele einig, könnten den Grundstein für die Wiederwahl von Barack Obama gelegt haben.

„Ich denke, wir können hier die Türen schließen“, sagte überschwenglich der ansonsten ruhige und besonnene Alex Castellano, seines Zeichen Republikaner und Berater der Partei. „Es kann einfach nicht besser werden.“

Ähnlich enthusiastisch reagierten andere Kommentatoren: „Bill, der Killer“ titelte die Huffington Post, „Bubbas Donnerschlag für Obama“, feierte die Daily News den Ex-Präsidenten, „Bill der Retter“, fand die New York Post , „es war wie einem Star-Geiger zuzusehen“, sinierte die New York Times, „politische Brillanz“, attestierte die Washington Post und CNN fasste zusammen, was viele dachten: „Es war die beste Rede seines Lebens.“

Für alle, die nicht genug davon bekommen können, hier noch einmal in voller Länge die Rede von Bill Clinton auf dem Parteitag der Demokraten in Charlotte, North Carolina. So geht Wahlkampf!

Bill und Michelle – Obamas Retter

Bill Clinton und Barack Obama. Beste Freunde werden sie wohl nie werden. Dafür ist zuviel passiert im Wahlkampf 2008, als sich Obama mit Hillary Clinton einen erbitterten Kampf um die Präsidentschafts-Kandidatur der Demokraten lieferte.

Doch die beiden respektieren und unterstützen sich. Das konnte Bill Clinton in seiner Rede auf dem Parteitag der Demokraten (Hillary war nicht in der Halle, dafür aber Tochter Chelsea Clinton) eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Mit einer brillanten politischen Rede nahm Clinton die Republikaner um Mitt Romney Punkt für Punkt auseinander. Fast schon detailversessen zerpflückte Clinton in 48 Minuten die Vorschläge des Obama Herausforderers zum Wirtschaftswachstum („die Rezepte haben uns doch in die Krise geführt“), zum Schuldenabbau („die Zahlen rechnen sich nicht“) oder zu sozialen Themen („das Ende der Gesundheitsreform“).

Bill Clinton, der Elder Statesman der Demokraten, regierte die Halle und die Zuschauer tobten. Und das wie in seinen besten Zeiten. Clinton hat auch mit 66 Jahren nichts von seinem Talent verloren und ist neben First Lady Michelle Obama der beste Wahlkampfhelfer des Präsidenten. Die beiden allein könnten der Garant für die Wiederwahl von Barack Obama sein.

Zusammen mit Michelle Obama, die mit ihrer begeisternden Rede die Herzen der Demokraten erobert hatte, hat Bill Clinton Präsident Obama eine Steilvorlage geliefert. Der muss am Donnerstag zum Abschluss des Parteitages in seiner Rede nur noch vollenden. Der Druck auf ihn ist groß. Viel besser als Michelle und Bill kann Obamas Auftritt kaum werden. Oder doch? Man darf gespannt sein.

It’s the economy, stupid!

Obama! Zahlen zum Nachdenken:

– In den USA ist nach 1948 noch kein Präsident mit einer Arbeitslosenquote von über 8 Prozent wiedergewählt worden.

– Die Arbeitslosigkeit in den USA liegt bei 8,2 Prozent.

– Die Arbeitslosenzahl ist im Mai seit 11 Monaten zum 1. Mal wieder gestiegen. (um 0,1 Prozent)

– Im Mai wurden nur 69.000 neue Jobs geschaffen. Die niedrigste Rate in 2012.

– Wirtschaftsexperten hatten für Mai 150.000 neue Jobs vorhergesagt.

– Die miesen Arbeitslosenzahlen ließen die Börse am Freitag um 275 Punkte einbrechen.

Wie sagte doch Bill Clintons „War Room“ Wahlkampfstratege James Carville 1992: „It’s the economy, stupid!“ Vor 20 Jahren gewann Bill Clinton mit dieser Einsicht die Wahl gegen den damals amtierenden Präsidenten George H. W. Bush.

Präsident Obama sollte davon lernen, will er nicht enden wie Bush Senior als ein One-Term-Präsident!