Hillary gegen Trump: Amerika traut beiden Kandidaten nicht über den Weg

Natürlich war die Rede von Hillary Clinton auf dem Parteitag der Demokraten in Philadelphia besser als die des Angstmachers Donald Trump. Nicht so brillant wie die von Barack Obama am Tag zuvor, aber gut genug und vor allem optimistischer, positiver, zukunftsweisender.

Natürlich verlief auch der Parteitag der Demokraten besser, als der der Republikaner. Daran konnten am Ende auch die E-Mail Affäre, die Proteste der Bernie Sanders Anhänger und die vereinzelnden Buh-Rufe für Hillary nichts ändern.

Bessere Redner, größere Stars – doch keine Einheit bei den Demokraten?

Die Demokraten hatten die besseren Redner: Bill Clinton, Michael Bloomberg, Joe Biden, Barack Obama, Elizabeth Warren, Bernie Sanders und vor allem First Lady Michelle Obama. Und mehr Stars: Eva Longoria, Lenny Kravitz, Katy Perry, Lady Gaga, Alicia Keys und Meryl Streep. Donald Trump konnte da nur mit Duck Dynasty Prolet Willie Robertson punkten. Hatte er nicht Superstars für seinen Parteitag in Cleveland angekündigt?

Doch wird das alles reichen? Kann Hillary, die als erste Frau mit ihrer Nominierung für eine der beiden großen Parteien Geschichte geschrieben hat, auch die Präsidentschaftswahlen im November gewinnen?

Die Demokraten gehen nicht geeint in den Kampf um das White House. Auch das hat der Parteitag gezeigt.

Die Anhänger von Bernie Sanders sind enttäuscht, wütend und wollen sich mit ihrer Niederlage nicht abfinden. 45 Prozent der Demokraten wollen Sanders immer noch als Präsidenten. Sie werden jetzt nicht in Scharen in Protest oder aus Trotz Trump wählen, aber möglicherweise den Wahlen fernbleiben. Auch das könnte die erste Frau im White House verhindern.

Dass Sanders noch während des Parteitages die Demokraten verlassen hat und wieder ein „Unabhängiger“ sein will, hat bei der viel beschworenen Einheit der Partei nicht geholfen.

Hillary gegen Trump: Amerika mag beide Kandidaten nicht

Doch Hillary hat noch ganz andere Probleme. Sie ist nicht sehr beliebt. 56 Prozent (!) der US-Wähler haben laut Umfragen eine negative Meinung von ihr. 67 Prozent (!) sagen, sie sei nicht ehrlich und unglaubwürdig. Damit ist sie gleich auf mit dem notorischen Lügner, Faktenverdreher, Halbwahrheiten-Verbreiter Donald Trump, dem 67 Prozent (!) nicht über den Weg trauen.

Die Wahl im November ist auch eine Wahl zwischen zwei unbeliebten Kandidaten. Die Frage ist nur, wer kann mehr Amerikaner davon überzeugen, dass der andere noch schlimmer wäre als man selbst.

Hillary führt in den Umfragen – doch reicht das bis November?

Hillary Clinton hat dabei die größere Basis, eine gut geölte Wahlkampfmaschinerie, die besseren Helfer, allen voran Bill Clinton und Barack Obama. Und das Geld aus Hollywood und der Wall Street.

Trump steht im Vergleich dazu eher allein. Die Republikaner wollen ihn eigentlich gar nicht. Öffentlich sagen können sie das nicht. Es würde die Partei zerrreißen.

Auch die größten Spender, die Koch-Brüder, verweigern sich Donald Trump. Sie werden wie viele in der GOP die Wahlen aussitzen und dann einen neuen Kandidaten aufbauen. Vier Jahre Hillary ist in ihren Augen das kleinere Übel als vier oder gar acht Jahre Donald Trump.

Im Moment führt Hillary in den Umfragen der umkämpften Staaten wie Pennsylvania, Florida, Colorado sowie den Swing States Ohio, Iowa, Michigan und New Hampshire. Alles spricht im Moment für einen klaren Sieg im November und für Hillary Clinton als die erste Präsidentin in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Doch sicher ist das noch lange nicht.

Hollywood gegen Wall Street – wie die Promis Obama und Romney unterstützen

Lindsay Lohan für Mitt Romney, Bruce „the Boss“ Springsteen für Präsident Obama. Das sind nur die jüngsten von vielen Hollywood-Stars und -Sternchen, die sich bei der Wahl 2012 engagieren. Kurz vor den beiden letzten und vielleicht entscheidenden TV-Debatten scharen sich die Promis jetzt erneut um ihre Kandidaten.

So versprach Skandalnudel Lohan Romney ihre Stimme zu geben, weil sie „weniger Steuern zahlen will“ und weil das mit der „Arbeitslosigkeit ja wichtig“ sei. Springsteen, ein langjähriger Demokrat, gibt bei den Wahlen gleich zweimal seine Stimme: „The Boss“ reist diesen Donnerstag mit Bill Clinton nach Parma, Ohio. Der eine singt, der andere redet für Obama.

Hollywood liebt Präsident Obama, die Wall Street Herausforderer Mitt Romney

Keine drei Wochen bis zur Wahl und Hollywood rüstet zum finalen Gefecht. Dabei hat Barack Obama die größere und berühmtere Truppe hinter sich. Tinseltown liebt seinen „schwarzen Kennedy“. Das war schon 2008 so. Doch kann Hollywood auch die Wahl entscheiden?

Top-Stars wie George Clooney, Sarah Jessica Parker oder Scarlett Johansson sammeln Millionen an Dollars für Obama. Andere wie Tom Hanks, Brad Pitt und Angelina Jolie sowie Jennifer Lopez, Halle Berry, Leonardo DiCaprio, Steven Spielberg und Eva Longoria unterstützen Obama lautstark und mit großzügigen Spenden. Und das ist nur eine kleine Auswahl einer langen Liste.

Romney kann seine Top-Stars aus der Glitzermetropole an zwei Händen abzählen. Clint Eastwood, der gerne öffentlich mit einem leeren Stuhl zu Obama spricht und Action-Held Chuck Norris, sind A-Liste. Doch nach „Dirty Harry“ und „Walker, Texas Rancher“ braucht es schon guten Willen, um weitere Super-Stars zu finden: Kiss-Frontman Gene Simmons, Donald Trump, Kid Rock und Jon Voight, Vater von Angelina Jolie.

Übergelaufen zu Romney ist Cindy Crawford. Das Super-Model hat 2008 noch Obama unterstützt, jetzt sammelt die 46-Jährige Spenden für Romney – bisher mindestens 10,25 Millionen Dollar. Und auch Porno-Königin Jenna Jameson steht auf Romney. Für eine zumindest öffentlich prüde Partei eine eher zweifelthafte Beziehung. (Die Pornoindustrie insgesamt steht laut einer Umfrage mit 68 zu 13 Prozent hinter Obama)

Doch selbst mit Crawford, Jameson und Eastwood – im Vergleich mit Obama, dessen Promi-Liste an eine Oscar-Verleihung erinnert, ist das eher bescheiden.

Mitt Romney kann bei solcher Starpower nur neidvoll auf seine wichtigsten Spender verweisen. Die stehen nicht im Rampenlicht, sondern auf der Forbes-Liste der Top-Verdiener des Landes.

Finanzpower gegen Starpower! Bleibt die Frage, wer am Ende den größeren Einfluss auf den Ausgang der Wahl hat.

Hollywoods Haudegen gegen Obama

Hollywoods alternde Action-Stars fahren schwere Geschütze gegen Präsident Obama auf. Nachdem sich auf dem Parteitag der Republikaner Western-Legende Clint Eastwood (82) für Mitt Romney zum Clown machte und mit einem leeren Stuhl kommunizierte, legt jetzt sein Kumpel Chuck Norris – auch nicht mehr ganz der Jüngste – in einem Video nach.

„Tausend Jahre Dunkelheit“, prophezeien Action-Star Chuck Norris und Frau Gena

Hand in Hand mit seiner Frau Gena O’Kelley prophezeit der 72-jährige Aktionsstar Norris in seiner „düsteren Warnung an Amerika“ den Untergang der USA, falls Obama wiedergewählt werde. „Unser großes Land und unsere Freiheit werden angegriffen“, spricht Norris mit ernster Miene in die Kamera. Er ist ganz in schwarz gekleidet während seine Frau eine helle Bluse und helle Hose trägt. Im Hintergrund hängt eine US-Flagge an der Wand.

„Wir sind an einem entscheidenden Punkt angekommen und es ist sehr wahrscheinlich, dass unser Land, so wie wir es kennen, für immer verloren ist, wenn wir den Kurs nicht ändern“, orakelt Norris.

Insgesamt zwei Minuten und 15 Sekunden dauert das Video, das Norris für die erzkonservativen News-Webseite WND produzierte. Die 49-jährige Ehefrau sekundiert dabei nicht nur brav, sie warnt ebenfalls vor „tausend Jahre Dunkelheit“ falls Obama wieder Präsident wird.

Norris, der gerade mit dem Action-Film „The Expendables 2“ in den Kinos zu sehen ist, gilt als stramm konservativer Republikaner. Er zählt zur religiösen Rechten der Partei und hatte sich im Wahlkampf 2008 für den Pastor und Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, eingesetzt. Huckabee verlor gegen John McCain.

„In 2008 sind etwa 30 Millionen evangelikale Christen am Wahltag Zuhause geblieben“, behauptet Norris Frau Gena. „Und Obama gewann nur mit einem Vorsprung von zehn Millionen Stimmen.“ Auch diesmal ist die religiöse Rechte unentschlossen, ob sie den Mormonen Romney wählen kann. Für sie ist Mormonismus eine Sekte und Kult.

Zum Schluss darf dann wieder Norris mit seinen düsteren Prognosen ran. Man müsse etwas tun, damit unser Land nicht „in den Sozialismus oder etwas noch viel schlimmeres“ abrutsche. „Bitte, lasst uns die Reihen schließen für Gott und unser Land“. ”Wir sehen uns an der Wahlurne.“

Das Duell: Eastwood gegen Obama

Es war ein peinlicher Auftritt: Clint Eastwood auf dem Parteitag der Republikaner in Tampa, Florida. Fast zwölf Minuten stotterte sich der 82-jährige „Dirty Harry“ auf der Bühne einen ab und sprach zu einem imaginären Präsidenten Obama, der hinter ihm auf einem leeren Stuhl saß.

Eastwood faselte von konservativen Hollywoodstars (mehr als sich selbst und Jon Voight fielen ihm aber nicht ein) und versuchte witzig zu sein. Auch wenn der alternde Westernheld das Publikum im Saal amüsierte, es war ein seltsamer und trauriger Auftritt. Eine Legende demontierte sich selbst. Schade.

Barack Obama konterte mittlerweile den Eastwood-Auftritt und twitterte ein Bild von sich – auf einem besetzten Stuhl. Sein Spruch dazu: „This Seat is taken“ – dieser Platz ist besetzt. Touche!

Foto: Barack Obama via Twitter

Der Teufel geht nach London

Noch sind es mehr als vier Monate bis zur US-Präsidentschaftswahl im November. Doch schon jetzt scheinen die ersten Posten vergeben zu werden. Anna Wintour, Chefredakteurin des erfolgreichen Mode-Magazins Vogue und Vorbild für die Film-Komödie „The Devil Wears Prada“, hat offenbar gute Chancen künftige US-Botschafterin in London oder alternativ in Paris zu werden. Vorausgesetzt natürlich Obama gewinnt gegen Romney.

Postengescharre noch vor der Wahl? Wintour lässt durch Freunde dementieren. Und auch Obama schweigt bisher zum Thema.

Anna Wintour hätte sich den Posten „reichlich verdient“. Seit Jahren gilt die Power-Frau (Markenzeichen: dunkle Chanel-Sonnenbrille) als Demokratin, als Obama Anhängerin und vor allem als unermüdliche Spendensammlerin des Präsidenten. Allein zur Wiederwahl soll sie bis heute zweistellige Millionen-Summen auf das Konto von Obama überwiesen haben. Der dankbare Präsident lädt sie dafür im Gegenzug regelmäßig zu Staats-Dinnern ein und hat sie als eine Art „Promi-Botschafterin“ in sein „Committee on the Arts and Humanities“ aufgenommen. Eine Hand wäscht die andere.

Ihre Verbundenheit zum Präsidenten hatte Wintour, die einen britischen und einen US-Pass besitzt, zuletzt am vergangenen Donnerstag erneut unter Beweis gestellt. Zusammen mit Hollywood-Star Sarah Jessica Parker gab sie ein 40.000 Dollar-Pro-Kopf-Spenden-Dinner. (The-Devil-Wears-Obama). Oscarpreisträgerin Meryl Streep war da, genauso wie Mode-Designer Michael Kors. Und Wintour durfte als Moderatorin „zur Vorspeise“ Obama die Fragen stellen.

Auch politisch passen Obama und Wintour eigentlich ganz gut zusammen. Wintour Kenner bezeichnen die seit 24 Jahren regierende Vogue-Diktatorin – und dass darf durchaus wörtlich verstanden zu werden – als „Linke“, was in den USA auf dem politischen Spektrum eigentlich bedeutet, mindestens ein Sozialist zu sein.

Die Chefin eines dekadenten Mode-Magazins eine Sozialistin? Kaum vorstellbar. Die New York Times zumindest kommentiert die politische Haltung von Wintour bereits süffisant mit den Worten: „The Devils reads Pravda.“ Und erinnert damit an die von Lenin gegründete kommunistische Staatszeitung Prawda.

Mit dieser „linken“ Haltung und so viel Einsatz für Präsident Obama ist das Pöstchen in London oder auch Paris eigentlich reine Formsache. Kommt hinzu, dass Wintour im kommenden Jahr 25 Jahre bei Vogue und 63 Jahren alt wäre. Gründe genug also noch mal was Neues zu machen. Und das in London Ende des Jahres der US-Botschafter Louis Susman mit 74 Jahren in Pension geht, passt ja auch ganz gut.

US-Botschafterin Anna Wintour? Eigentlich muss Obama jetzt nur noch die Wahlen gewinnen.

The Devil Wears Obama

Starpower für Obama: Lady Gaga war die Erste, dann kamen Spike Lee, George Clooney, Eva Longoria und Ricky Martin, die für IHREN Präsidenten warben. An diesem Montag durfte Bon Jovi mit Obama von Washington nach New York in Air Force One (39 Minuten, schwere Turbulenzen) mitfliegen, um ihn später im Nobelhotel Waldorf Astoria an der Park Avenue zu empfangen. Und in der kommenden Woche lädt Sarah Jessica Parker zum Essen in ihr Haus im Greenwich Village ein (Einladung).

Für den SJP Event rührte am Wochenende die Vogue-Chefin Anna Wintour noch einmal per Video-Botschaft kräftig die Werbetrommel. Ob die „The-Devil-Wears-Prada“ Wintour allerdings die Richtige ist, um für Obama Sympathiepunkte zu sammeln, darf zumindest in Frage gestellt werden.

Hollywood schart sich um Präsident Obama. Das war schon während des Wahlkampfes 2008 so, das ist auch 2012 der Fall. Doch diesmal ist die Situation eine andere. Diesmal sind die Stars auch ein Risiko. Obama ist kein Senator mehr, der über die verfehlte Politik der Bush-Regierung herziehen kann. Die Wirtschaft kriselt und es nicht mehr die von George W. Es ist seine eigene, die Obama-Wirtschaft, die am Tropf hängt.

So sehr Hollywood Obama beim Sammeln von Spenden helfen kann, die Stars machen Obama leicht angreifbar. „Out of touch“ schimpfen die Republikaner. Sie charakterisieren den Präsidenten als einen, der sich im Glanz Hollywoods sonnt und sich weniger um die Probleme und Bedürfnisse der „kleinen Leute“ kümmert.

Das Video von Anna Wintour nutzten die Republikaner deshalb geschickt als Steilvorlage, um gegen die Starpower und den angeblich abgehobenen Präsidenten zu wettern.

Obama muss aufpassen, dass solche Botschaften nicht beim Wähler hängen bleiben.

Viele Amerikaner wollen einen Präsidenten, mit dem sie sich zum BBQ und auf ein Bier treffen können. Zumindest theoretisch. Bisher galt Obama als bodenständig, als „down-to-earth“. Doch das kann sich schnell ändern. Und auch wenn Romney als Mormone Alkohol ablehnt und in seinem Leben angeblich noch kein Bier getrunken hat (really!), grillen darf er. Oder?

„Romney ist eine echte Peinlichkeit“

Nein, er mag ihn wirklich nicht. Bruce Willis, Hollywood-Star und einer der wenigen Nicht-Demokraten in der Glitzermetropole, kann Mitt Romney nicht ausstehen. Dabei ist der Republikaner eigentlich sein Kandidat.

In einem lesenswerten Interview (nicht nur wegen Romney) mit dem Esquire schimpft der “Die Hard” Star über den Kandidaten der Republikaner. Und so schlimm und deutlich, dass man das Gefühl haben konnte, Willis musste das endlich einmal los werden.

“Yeah, Romney”, fängt Willis, ein Republikaner, eher nachdenklich an, als ihn der Esquire auf den konservativen, auf seinen Kandidaten anspricht. Doch nach einem kurzen Zögern bricht es aus ihm heraus : “Er ist eine solche Enttäuschung, eine solche Peinlichkeit. Das Kinn hoch, die Haare hoch.”

Wow!

Schweres Geschütz von einem, der aus seinen konservativen Überzeugungen bisher keinen Hehl gemacht hat. Willis war ein “die-hard” Anhänger von George H. W. Bush im Wahlkampf gegen Bill Clinton. Und auch bei dessen Sohn George W. Bush, den viele für eine Peinlichkeit hielten, war er ganz auf der Seite des Republikaners.

Und jetzt? Was ist passiert?  Es scheint Willis noch nicht einmal zu interessieren, ob Romney im Herbst gewinnen kann/wird. Eher gelangweilt antwortet er auf die Frage nach den Siegchancen: “Nein, nö. Ach was, eigentlich ist es mir egal.”

Wenn noch nicht einmal ein konservativer Hollywood-Star, und davon gibt es wirklich nicht viele, mit Romney was anfangen kann, hat der Kandidat ein Problem. Oder ist es gar ein Hinweis auf die eigentliche Stimmung unter den Republikanern?

Wie sagte doch mein stramm konservativer Nachbar, ein Ex-Marine aus Kansas, neulich zu mir. “Mike, lieber lebe ich zähneknirschend noch vier Jahre mit Obama als möglicherweise acht lange Jahre mit Romney.”

Wenn mein Nachbar da nicht die Stimmung vieler Republikaner auf den Punkt gebracht hat!

Das ganze Interview hier: http://www.esquire.com/features/bruce-willis-interview-0612-3#ixzz1vvt1T4hk

Sarah Jessica Parker lädt MICH ein!

Ich muss sehr beliebt sein. Mich laden zurzeit Menschen zum Essen ein, die ich persönlich gar nicht kenne und bisher nur von weitem gesehen haben. Wenn überhaupt. Erst war es George Clooney, der mich nach Los Angeles in seinem Haus empfangen wollte. Stacy Keibler, seine Wrestler-Freundin sei auch da und den Flug von New York nach Los Angeles wollte er mir auch spendieren, schrieb mir der Oscargewinner. Das klang schon ziemlich verlockend.

Dann fand ich eine E-Mail von Ricky Martin auf meinem BlackBerry. Nicht ganz so einladend. Es gab kein Essen. Doch auch er wollte mich treffen. Und am Wochenende textete mir dann Sarah Jessica Parker. Ja, richtig gehört, DIE Carrie Bradshaw aus “Sex in the City”.

“Michael”, schreibt SJP. “Es ist mir eine Ehre, dich zu einem Essen einzuladen, das ich in meinem Haus geben werde.” Wie? Wirklich? Wow! Mich?!

Essen mit Sarah Jessica Parker in ihrem Haus im New Yorker Greenwich Village. Ist ihr Mann Matthew Broderick auch da? Das schreibt sie nicht, aber verspricht hoch und heilig: “Es wird bestimmt ganz fabelhaft.”

Ganz so intim scheint das Dinner allerdings nicht zu werden. Auch Präsident Obama und First Lady Michelle werden kommen, verrät sie mir. Na ja, mit denen kann ich leben. Das sind ja nicht die schlechtesten Tischnachbarn. Ich bin wirklich beliebt. Oder? Wer bekommt schon solche Einladungen?

Aber was sollen die 50 anderen Menschen noch, von denen „Carrie“ spricht und die, wie ich mittlerweile weiß, 40.000 Dollar zahlen, um dabei zu sein. Für so viel Geld gehen in New York viele Menschen monatelang Essen.  Zugegeben nicht mit SJP und den Obamas.

Doch ganz so selbstlos ist die Einladung von SJP und all den anderen Stars aus Hollywood dann doch nicht. Am Ende der Email kommt es nämlich: “Drei Dollar” müsste ich für den Wiederwahlfonds von Obama spenden. Mindestens. Dafür bekomme ich ein Dinner-Lotterie-Ticket. Und damit kann ich dann wirklich eine Essenseinladung mit SJP gewinnen. Theoretisch versteht sich. Und nicht nur das, zwei Tickets für ein Mariah Carey Konzert bekomme ich noch dazu. Als Dessert sozusagen. Für NUR drei Dollar?

Bei George Clooney war das System genauso. Mit drei „Washingtons“ wäre ich auch hier bei der Lotterie dabei gewesen. Am Ende waren es 15 Millionen Dollar, die Clooney mit seinem Dinner in seinem Haus auf das Wiederwahl-Konto von Obama einzahlen konnte. Ein Rekord! Die Stars aus Hollywood lieben Obama und mögen Mitt Romney nicht.

Also, soll ich für Obama spenden und hoffen beim Essen dabei zu sein? Da fällt mir auf: Ich habe bisher noch nie von einem Menschen gehört oder gelesen, der tatsächlich einen Platz am Tisch gewonnen hat. Wie hieß eigentlich der Glückliche bei George Clooney? Warum erfahre ich darüber nichts? Das muss doch ein Leben veränderndes Erlebnis sein, das man gerne erzählt. Mit Obama, Michelle und 50 Reichen, die mal eben 40.000 locker machen, um dem Präsidenten mit Frau beim Essen und vielleicht beim Kleckern zuzusehen. Also, ich würde davon groß erzählen, nicht nur in diesem Blog. Mmh?!

PS: Bei den Republikaner scheine ich übrigens nicht so beliebt zu sein. Die haben mich noch nie zu einem Essen eingeladen. Mitt Romney mag offenbar keine Gemütlichkeit, dafür aber mein Geld. Danach fragt er mich – gefühlt – mindestens einmal die Woche.