Zweite TV-Debatte: Macht Obama den Biden?

Noch knapp drei Wochen bis zur Wahl. Und es geht Schlag auf Schlag. Nach der Debatten-Schlacht, „Thrill in the Ville“, von Vize-Präsident Joe Biden gegen Paul Ryan, treffen am Dienstag ihre beiden Bosse, Präsident Obama und Herausforderer Mitt Romney, zum zweiten Mal aufeinander.

Crunchtime für Obama! „Do or die“ – punkten oder untergehen, so heißt das Motto diesmal für den Amtsinhaber.

Nach der desaströsen ersten Debatte muss Obama kämpfen und zeigen, warum er Präsident bleiben will. In Denver hätte man an diesem unbedingten Willen Zweifel bekommen können. Das Obama-Team verspricht einen aggressiveren Präsidenten, der Romney von Anfang an Paroli bieten wird. So wie Biden in seiner Debatte gegen Ryan!?

Die Kandidaten treffen an der Hofstra Universität in Hempstead, New York, aufeinander. Obama und Romney werden sich 90 Minuten lang in einer Stadthallen-Atmosphäre den Fragen der Zuschauer stellen. Für einen Total-Angriff ein schlechtes Umfeld, da die Debatte mehr zwischen Kandidat und Publikum stattfinden wird. Bill Clinton, ein Meister von Town Hall Debatten, wird Obama bestimmt ein paar Tricks verraten haben.

Obama und Romney im Debatten-Boot-Camp

Für Obama ist das Duell eines der wichtigsten seiner Karriere. Nach der Schmach von Denver hat er in Umfragen an Boden verloren. Obama muss angreifen und seine verunsicherte Basis wieder neu motivieren. Was Hoffnungsträger Biden gegen Ryan begonnen hat, muss Obama vollenden. Mitt Rommey dagegen reicht diesmal ein Unentschieden.

Wie wichtig die Debatte ist, zeigen erneut die akribischen Vorbereitungen. Romney begann das Training am Samstagmorgen in einer 4-Stunden-Sitzung mit Obama-Double Rob Portman in einem Hotel in Columbus, Ohio. Nach zwei Wahlkampf-Events will er sich in ein 2-Tage-Camp nach Boston zurückziehen.

Wichtige Rolle für Michelle Obama bei der zweiten Debatte

Obama flog am Samstag mit Air Force One in die alte Kolonialstadt Williamsburg, Virginia (Ankunft 14:54 Uhr) und schloss sich dort für drei Tage in das Kingsmill Resort ein. Dort wo Urlauber beim Golf oder im Spa entspannen und am Wochenende ein Treffen von Ferrari-Fahrern (elf Sportwagen wurden gezählt) stattfand, wollte Obama im Boot-Camp-Stil trainieren. Volles Programm, ohne Ablenkung, ohne große öffentliche Auftritte. Sparringspartner ist erneut John Kerry, der trotz Kritik Obama coachen soll.

Eine wichtige Rolle übernimmt auch Michelle Obama. „Sie war schon immer mein bester Berater und meine härteste Kritikerin“, sagte Obama in einem Interview. Die First Lady wird aber auch am Montag in den wichtigsten Swing States dieser Wahl, Ohio, reisen und dort in Cleveland und Delaware Wahlkampf machen.

Showtime für die zweite Runde der TV-Duelle ist dann am Dienstag um 21.00 Uhr (Ortszeit) – der vielleicht entscheidene Kampf um das White House.

Frauen-Offensive: First Lady Michelle Obama und Ann Romney kämpfen für ihre Männer

Der Countdown läuft! Noch 40 Tage bis zu den Präsidentschaftswahlen am 6. November.  Am kommenden Mittwoch treffen sich Präsident Obama und sein Herausforderer Mitt Romney in Denver, Colorado, zum ersten und vielleicht wahlentscheidenden Fernseh-Duell. Der Kampf ums White House geht in die entscheidende Phase.

Während sich die beiden Kontrahenten auf die 90 Minuten Diskussion akribisch vorbereiten, werben im Hintergrund die so genannten „Surrogates“, die politischen Stellvertreter, weiter für ihre Kandidaten. An vorderster Front: Michelle Obama und Ann Romney.

Die beiden First Ladys sind seit ihren erfolgreichen Auftritten auf den Parteitagen im Dauereinsatz. So unterstützte Michelle Obama nach einem Wahlkampf-Event in New Jersey ihren Mann Barack bei dessen Rede vor der UN-Generalversammlung und plauderte noch am gleichen Tag locker mit und über ihren Gatten in der TV-Talkrunde „The View“. Und am Ende der Woche wird sie Solo in Chicago, Cedar City (Iowa) und Appleton (Wisconsin) für ihren Mann-in-Chief werben.

Ann Romney, die seit der Convention der Republikaner durch Swing States wie Ohio, Iowa und New Hampshire tingelte, erzählte dagegen am Montag in der Late-Show von Jay Leno von ihrem „Mann, der sich um alle Amerikaner Sorgen mache“ (auch um die 47 Prozent angeblichen „Schmarotzer“) und um ihre Notlandung. Die peinliche Frage ihres Mannes, warum man bei Rauchentwicklung im Flugzeug keine Fenster aufmachen könne, versuchte sie mit dessen „Art von Humor“ zu erklären.

Michelle Obama und Ann Romney sollen es menscheln lassen

Der Auftrag der beiden Top-Wahlkämpferinnen ist klar und immer der gleiche: Menscheln lassen! Nicht über Politik sollen die First Ladies reden, sondern um die alltägliche, sympathische Seite ihrer Männer. Beide gelten dabei als „unbezahlbarer Wert“, mit dem die Wahlkämpfer nebenbei auch noch ein paar Millionen Dollar einsammeln können. Michelle Obama lud dieses Jahr auf bisher 56 Spenden-Events ein, Ann Romney auf 37.

Was die beiden Frauen auszeichnet, sind vor allem ihre traumhaften Umfragewerte. Sie liegen deutlich über denen ihrer Männer. Michelle führt dabei auf der Beliebtheitsskala mit 65 Prozent vor Ann mit knapp 50 Prozent. Zum Vergleich: Präsident Obama dümpelt bei Werten von knapp über 50 Prozent herum, während Romney gerade zum unbeliebtesten Kandidaten seit Michael Dukakis 1988 gekürt wurde. Kein Wunder also, dass Michelle und Ann zum Ende des Wahlkampfes in die Offensive gehen müssen.

US-Politik direkt-Umfrage: Clinton deutlich vor Michelle und Barack Obama

Ex-Präsident Bill Clinton hat auf dem Parteitag der Demokraten die beste Rede gehalten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von „US-Politik direkt“. Auf Platz zwei landete First Lady Michelle Obama noch vor ihrem Mann, Präsident Barack Obama.

Das Ergebnis fiel deutlich aus. Mehr als 54 Prozent der Leserinnen und Leser votierten für die brillante und politische Rede von Clinton. Die First Lady bekam für ihre Herzensansprache 36 Prozent der Stimmen, während Präsident Obama abgeschlagen mit nur knapp neun Prozent auf dem dritten und damit letzten Platz landete.

Doch der eher schwache Auftritt von Obama, den 35,7 Millionen Zuschauer (vor vier Jahren waren es noch 38,4 Millionen) live verfolgt hatten, scheint dem US-Präsidenten nicht geschadet zu haben. In einer Gallup-Blitzumfrage, die nach dem Parteitag durchgeführt wurde, legte der Präsident bundesweit deutlich zu und führt jetzt mit 48 zu 45 Prozent vor seinem Herausforderer Romney. Vor dem Parteitag waren sie noch gleichauf. Ein Trend, den auch die Meinungsforscher von Ipsos bestätigen. Danach liegt der Amtsinhaber mit 46 zu 44 Prozent vor dem Kandidaten der Republikaner.

Noch deutlicher wird der Erfolg bei der Frage, wie sehr man mit der Arbeit von Obama zufrieden sei. Hier konnte der Präsident sogar einen Sprung von sieben Prozent machen. 52 Prozent der Amerikaner sind mit ihm zufrieden, vor der Convention in Charlotte waren es nur 45 Prozent. Zuletzt bekam Obama solche Werte nach der Tötung von Osama bin Laden. Herausforderer Romney liegt bei 43 Prozent und damit neun Punkte zurück.

Der Grund für die guten Zahlen ist sicherlich der Parteitag der Demokraten, der von Kommentatoren als Riesenerfolg bewertet wird. Auch die eher magere Obama-Rede konnte an dem positiven Eindruck nichts ändern.

Ist die Wahl damit entschieden? Das wohl nicht. Die jüngsten Arbeitsmarktzahlen waren für Obama nicht gut. Und mit einer Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent ist in Amerika noch kein Präsident wiedergewählt wurde.

Obama muss weiter kämpfen – nächster Großschauplatz sind die drei TV-Debatten im Herbst. Spätestens dann entscheidet sich die Wahl.

Von Demokraten lernen . . .

Nach dem Parteitag der Demokraten in Charlotte, North Carolina, Drei Tage feierten die Delegierten ihren Spitzenkandidaten, Präsident Barack Obama. Was ist geblieben?

Neun Dinge, die wir von den Demokraten gelernt haben:

  • Aus dem Messias Obama ist der Präsident Obama geworden. Das ist zwar bedauerlich, war aber nach vier Jahren White House und Dauerkrieg mit dem Kongress nicht anders zu erwarten.
  • Michelle Obama ist das Beste, was Präsident Obama in seinem Leben passieren konnte. Ihre Rede war ein Riesenerfolg.
  • Bill Clinton hat mit der Rede seines Lebens vielleicht die Wiederwahl von Obama gesichert.
  • Wer den Unterschied zwischen Demokraten und Republikaner nach diesen Parteitagen immer noch nicht erkannt hat, dem ist nicht mehr zu helfen!
  • Auch ein Obama mit einer durchschnittlichen Rede kann mehr begeistern als der Auftritt von Mitt Romney auf dem Parteitag der Republikaner.
  • Trotz des Erfolges der Convention, kann sich Obama seines Sieges im November nicht sicher sein.
  • Hillary Clinton blieb durch ihre Asienreise der Convention geschickt fern und hat sich damit alle Optionen für 2016 offen gehalten.
  • Bei den Demokraten steht der Spitzenkandidat, Barack Obama, im Gegensatz zu Mitt Romney bei den Republikanern, hinter dem Parteitagsprogramm. Obama nahm sogar Einfluss darauf und bestand auf zwei Zusätze im Programm: Gott und Jerusalem als Hauptstadt Israels.
  • Die Demokraten haben sich auf dem Parteitag geeint hinter Obama gestellt. Keine der Reden war eine Bewerbungsansprache für die Wahl 2016 – ganz im Gegensatz zu den Republikanern.

Bill und Michelle – Obamas Retter

Bill Clinton und Barack Obama. Beste Freunde werden sie wohl nie werden. Dafür ist zuviel passiert im Wahlkampf 2008, als sich Obama mit Hillary Clinton einen erbitterten Kampf um die Präsidentschafts-Kandidatur der Demokraten lieferte.

Doch die beiden respektieren und unterstützen sich. Das konnte Bill Clinton in seiner Rede auf dem Parteitag der Demokraten (Hillary war nicht in der Halle, dafür aber Tochter Chelsea Clinton) eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Mit einer brillanten politischen Rede nahm Clinton die Republikaner um Mitt Romney Punkt für Punkt auseinander. Fast schon detailversessen zerpflückte Clinton in 48 Minuten die Vorschläge des Obama Herausforderers zum Wirtschaftswachstum („die Rezepte haben uns doch in die Krise geführt“), zum Schuldenabbau („die Zahlen rechnen sich nicht“) oder zu sozialen Themen („das Ende der Gesundheitsreform“).

Bill Clinton, der Elder Statesman der Demokraten, regierte die Halle und die Zuschauer tobten. Und das wie in seinen besten Zeiten. Clinton hat auch mit 66 Jahren nichts von seinem Talent verloren und ist neben First Lady Michelle Obama der beste Wahlkampfhelfer des Präsidenten. Die beiden allein könnten der Garant für die Wiederwahl von Barack Obama sein.

Zusammen mit Michelle Obama, die mit ihrer begeisternden Rede die Herzen der Demokraten erobert hatte, hat Bill Clinton Präsident Obama eine Steilvorlage geliefert. Der muss am Donnerstag zum Abschluss des Parteitages in seiner Rede nur noch vollenden. Der Druck auf ihn ist groß. Viel besser als Michelle und Bill kann Obamas Auftritt kaum werden. Oder doch? Man darf gespannt sein.

Reaktionen auf die Rede von Michelle Obama – selbst Konservative applaudierten

Präsident Obama und dessen Töchter Malia (l.) und Sasha (r.) verfolgen vor dem Fernseher im White House Treaty Room die beeindruckende Rede von First Lady Michelle Obama. – Foto: Official White House Photo by Pete Souza

First Lady Michelle Obama und ihre begeisternde Powerrede auf dem Parteitag der Demokraten. Selbst die Gegner ihres Mannes, darunter die Kommentatoren des erzkonservativen TV-Senders FoxNews, applaudierten. Und auf Twitter überschlugen sich die Kurzmeldungen. Mehr als 28.000 Tweets pro Minute zählte das Netzwerk am Ende ihrer Rede, fast doppelt so viele (14.289) wie beim Auftritt von Mitt Romney in der vergangenen Woche auf dem Parteitag der Republikaner.

Reaktionen auf die Rede von Michelle Obama (eine Auswahl):

  • „Ein vernichtender Angriff von Michelle Obama auf Mitt Romney. Und das ohne ihn beim Namen zu nennen“ (Washington Post)
  • „Eine beeindruckende Rede. Michelle war fehlerlos, warm, natürlich, voller Charme, überzeugend, leidenschaftlich und ganz einfach perfekt.“ (John Heileman, Time-Magazin und Autor des Buches „Game Change“)
  • „Michelles Knockout – wenn nur die Umfragen genauso gut wären.“ (New York Post)
  • „Sie ist ein Hit. Die First Lady rockte die Halle“ (Daily News)
  • Michelle Obama begeistert die Demokraten“ (Wall Street Journal)
  • „Meisterhaft“ (FoxNews, Chris Wallace)
  • „Unglaublich beeindruckend“ (FoxNews, Brit Hume)
  • „Sie hat ihren Auftrag mehr als erfüllt („Bush’s Hirn,“ Karl Rove)
  • „Oh, mein Gott“ (MSNBC, Rachel Maddow)
  • „Die Rede war brillant geschrieben und brillant gehalten“ (Steve Schmidt, Ex-Wahlkampfmanager von John McCain)
  • „Michelle hat den Parteitag erobert wie kein anderer zuvor“ (MSNBC, Chuck Todd)
  • „Ich habe nie eine bessere Rede einer First Lady gehört“ (Anderson Cooper, CNN)
  • „Ein Grand Slam“ (Wolf Blitzer, CNN)
  • „Die Rede ist nur schwer zu toppen“ (John King, CNN)
  • „Liebe liegt in der Luft“ (Donna Brazile, Wahlkampfmanagerin von Al Gore)

Nur wenige kritisierten den kämpferischen Auftritt der First Lady, zu dem auch ihr ärmelloses, pinkfarbenes Tracy Reece Kleid passte. Einer von ihnen war der anerkannte konservative Kolumnist Charles Krauthammer: „Die Rede konnte nicht überzeugen auch wenn sie brillant gehalten wurde. Ich kaufe ihr nicht eine Zeile ab.“

Wahlkampfhelferin-in-Chief

Michelle Obama Superstar

Erster Akt des Parteitages der Demokraten. Und was für ein Unterschied zu der Konvention der Republikaner. Anstatt sich für den Wahlkampf 2016 zu empfehlen, sprachen die Redner der Demokraten weniger über sich, sondern nur über eine Person: Barack Obama. Und das mit einer Begeisterung von der Mitt Romney nur träumen kann.

Vergessen schien die Wirtschafts-, Finanz- und Immobilienkrise in den USA, die 23 Millionen Arbeitslosen, der Schuldenberg, der pünktlich zum Parteitag die 16 Billionen Dollar Grenze überschritten hatte. Es war ein perfekter Einstieg in einen Jubelparteitag. Und das ohne versteckte Zweifel am eigenen Kandidaten.

Herausforderer Mitt Romney und die Republikaner spielten dabei nur die Rolle eines Sparringpartners, an denen man sich abarbeiten konnte. „Es war ihm wichtiger den Job zu haben, als den Job zu machen“, spottete Gouverneur Deval Patrick der Nachfolger von Mitt Romney in Massachusetts. Doch ansonsten priesen Patrick genauso wie der neue Star der Demokraten, San Antonios Bürgermeister Julia Castro, ihren Präsidenten.

Der Höhepunkt des Abends war jedoch Michelle Obama mit der „besten Rede einer First Lady in der Geschichte der USA“ (CNN). „Ein Grand Slam“, ein „beeindruckender Auftritt“, „gigantisch“, „eine fantastische Rede“, übertrafen sich die Kommentaren mit Superlativen.

Michelle Obama Superstar rockte mit einer fast 25 Minuten langen Liebeserklärung an ihren Mann die vollgepackte Halle.

Höhepunkte:

  • „Ich liebe ihn heute noch mehr als vor vier Jahren“
  • „Er holte mich zu Dates in einem Auto ab, durch dessen Seitentür ich den Asphalt sehen konnte.“
  • „Wir waren so jung, so verliebt und so verschuldet.“

Persönliches das ankam und mehr als 20.000 Zuschauer zu Beifallsstürmen hinriss. Doch Michelle Obama wurde auch politisch:

  • „Der Wandel ist hart, der Wandel braucht Zeit und es passiert nicht alles sofort.“
  • „Barack glaubt, dass Frauen ihre eigenen Entscheidungen treffen können, wenn es um ihren Körper.“
  • „Wir müssen zusammen stehen für den Mann, dem wir trauen können, damit unser Land vorankommt.
  • „Wir können jeden in diesem Land eine faire Chance geben, den amerikanischen Traum zu leben.“

Erst zum Schluss konnte sich Michelle auch eine Spitze gegen den erfolgreichen Multi-Millionär Mitt Romney nicht verkneifen. Und das ohne seinen Namen zu nennen. „Erfolg ist nicht wie viel Geld du verdienst“, erklärte Präsident Obamas wichtigste Wahlkampfhelferin. „Erfolg ist, welchen Unterschied du im Leben anderer machst.“

Obama – ein gescheiterter Präsident?

Es ist die Woche von Präsident Barack Obama und der Demokraten. Drei Tage treffen sich die Delegierten des DNC zu ihrem Parteitag in Charlotte, North Carolina, einem wichtigen Swing State.

Überraschungen a la Clint Eastwood sind eigentlich nicht zu erwarten, auch wenn sich Obama über mangelnde Unterstützung aus Hollywood kaum beschweren kann. Doch die Stars wissen, dass sie sich im Hintergrund halten müssen. Zuviel Glamour schadet dem „schwarzen Kennedy“. So wird auf dem Parteitag der Auftritt von Michelle Obama, seiner starken Hälfte, der Höhepunkt des ersten Tages werden. Obama selbst wird am Donnerstag in einer mit Spannung erwarteten Rede für seine Wiederwahl werben.

Vier Jahre Barack Obama! Was hatte der Messias, wie ihn viele 2008 sahen, nicht alles versprochen. „Change und Hope“ wollte Obama bringen. Doch was ist davon geblieben? Zeit für eine kurze Bilanz.

Mehr als 500 Versprechen hatte Obama laut der unabhängigen Fakten-Prüfer „PolitiFact“ während des Wahlkampfes 2008 gegeben. Das Resultat ist durchwachsen und je nach politischer Sympathie für Obama positiv oder negativ:

Insgesamt 190 Versprechen konnte Obama laut „PolitiFact“ halten, 81 brach er und bei 72 musste er sich mit einem Kompromiss zufrieden geben. Die anderen Zusagen hat Obama entweder noch nicht angepackt, in der Schublade verschwinden lassen oder hängen im Kongress fest.

Die fünf größten Versprechen, die Obama eingehalten hat:

  • Einführung einer Gesundheitsreform, die allen Amerikanern die Chance auf eine Krankenversicherung gibt.
  • Ende des Irak-Krieges
  • Ende der Folter von Gefangenen
  • Steuererleichterungen für die Mittelklasse
  • Gefangennahme oder Tötung von Osama bin Laden (Obama hatte das versprochen, „wenn es eine Möglichkeit dazu geben würde“)

Die fünf größten Versprechen, die Obama gebrochen hat:

  • Schließung von Guantanamo
  • Konzept zur Lösung der Wirtschafts- und Immobilienkrise
  • Durchbruch beim Umweltschutz
  • Höhere Steuern für die Top-1-Prozent Verdiener zur Reduzierung des Haushaltsdefizits
  • Lösung beim Problem illegaler Einwanderer

Obamas größte Niederlage ist jedoch, dass die Probleme des Landes weiterhin nicht parteiübergreifend gelöst werden. Demokraten und Republikaner stehen sich als Feinde gegenüber. Und Obama ist an der Vermittlung gescheitert. Ist er damit auch als Präsident gescheitert?

Obama und die Schwiegermutter

White House Hund Bo mit mehr Charisma als Obama Schwiegermutter? Foto: Official White House Photo/Chuck Kennedy
Auch ein Präsident sollte sich nicht mit der Schwiegermutter anlegen. Das hätte auch Obama wissen müssen.

Was war passiert?

Auf einem Wahlkampf-Event in Davenport, Iowa, hatte Amerikas First Lady Michelle Obama in ihrer gewohnt sympathischen Art über das Leben im White House und ihren Mann geplaudert. Das Publikum war begeistert und Präsident Obama, der neben seiner Frau stand, lauschte mit einem Lächeln im Gesicht ihrer Rede.

Als Michelle ihre Erzählungen beendet hatte, trat Obama ans Mikrofon und wollte mit einem Witz einen eleganten Übergang schaffen. Ein Scherz, den er lieber nicht gemacht hätte:

„Normalerweise bin ich bei ihren Auftritten nicht dabei. Aus gutem Grund. In Sachen Charisma ist die Reihenfolge bei uns Zuhause: Erst kommt Michelle, dann die Mädchen, dann Bo, dann meine Schwiegermutter und dann komme erst ich.“ Obama hatte die Lacher auf seiner Seite, obwohl sich einige im Publikum verwundert anschauten. Und auch Michelle Obama schien nicht wirklich amused.

Hatte Obama das wirklich gesagt? White House Hund Bo hat mehr Charisma als Obamas Schwiegermutter?

Dann bemerkte auch Obama nach einem kurzen Blick zu Michelle seinen faux-pas. „Ähh, halt, natürlich ist meine Schwiegermutter noch vor Bo. Ich liebe meine Schwiegermutter doch.“

Well, das ging wohl nach hinten los. Da nützt auch die schnelle Korrektur nichts mehr. Bleibt die Frage wie Michelles Mutter, Marian Robinson, die im White House wohnt, ihren Schwiegersohn am Abend Zuhause empfangen hat.

Hochzeitsgeschenke für Obama!

Wie groß muss eigentlich die Verzweiflung sein, wenn ein Politiker auch die Hochzeitsgeschenke seiner Anhänger zur Finanzierung seiner Wiederwahl einsammeln möchte. Antwort: Unverschämt groß.

Barack Obama hat das jetzt getan!

Ja, richtig gehört. Hochzeitsgeschenke! Statt dem Brautpaar ein zehnteiliges Porzellan-Service von Villeroy & Boch, das neueste Messer-Set von Crate and Barrel oder gar die Flitterwochen in einem Überwasser-Bungalow auf Tahiti zu schenken, könnten die Gäste nach Meinung von Obama doch besser dessen Wiederwahl-Kampagne finanzieren. Es gibt doch wirklich wichtigere Dinge als Hochzeitgeschenke.

Auf der Webseite von Barack Obama heißt der entsprechende Aufruf an die heiratenden Anhänger: „Anstatt eines weiteren Geschenkgutscheines, den ihr ohnehin vergessen und nicht einlösen werdet, fragt doch eure Freunde und Familien nach etwas, was ein bisschen weiter geht: Eine Spende für Obama für Amerika.“

Wenn ich es nicht selbst lesen würde, könnte ich es nicht glauben.

Obama braucht zur Wiederwahl Geld. Viel Geld. Millionen, vielleicht sogar insgesamt eine Millarde Dollar. Das habe ich ja verstanden. Und dass der Präsident jeden Dollar dafür einsammeln will, den er bekommen kann, ist ja auch ok. Doch Hochzeitsgeschenke?

Ich frage mich, ob Obama bei seiner Hochzeit mit Michelle im Oktober 1992 (Foto) auch auf die Geschenke verzichtet hat. Haben die Obamas damals ihre Gäste aufgefordert, lieber für die Wahl von Bill Clinton zum Präsidenten einen Monat später zu spenden. Motto: „Hey Honey, wäre es nicht toll, wenn unsere Gäste ihre Geschenke lieber Bill geben würden.“ Ich habe da ernsthafte Zweifel.

Hochzeitsgeschenke zur Wiederwahl eines Präsidenten? Nein, das geht nun wirklich zu weit.