Generäle, Milliardäre, Twitter. Und Romney? Wie Donald Trump regieren will

„Man sollte Donald Trump eine Chance geben. Es wird schon nicht so schlimm werden.“ Einer meiner Leser empfahl mir nach meinem Kommentar zum neuen US-Präsidenten sogar mit der „Klugscheißerei“ aufzuhören und erst einmal „sechs Monate in den Urlaub zu gehen“.

Vier Wochen später wissen wir schon mehr darüber wie Trump denkt, wie er regieren will. Einen Grund zur Entwarnung gibt es nicht!

Stimmungsmache auf Twitter

Trump spricht selbst nach seinem Sieg weiterhin von „manipulierten Wahlen“, von zwei Millionen illegalen Stimmen für Hillary Clinton. Ohne die hätte er nicht nur das Electoral College der Bundesstaaten gewonnen, sondern auch die Mehrheit der „popular vote“. Beweise hat Trump nicht. Aber es ärgert ihn, dass Hillary mehr als 2,6 Millionen Wähler mehr gewonnen hat als er.

Auch über die „Lügenpresse“ schimpft Trump weiter, über die New York Times, CNN, generell über alle unliebsamen Journalisten. Wollen die, die von „Lügenpresse“ sprechen, nicht einen anderen Staat?

Konsequenzen fordert Trump in einem Tweet für Demonstranten, die die US-Flagge verbrennen. Er droht, sie ins Gefängnis zu werfen, ihnen die Staatsbürgerschaft wegzunehmen. Er stellt sich damit gegen den Supreme Court und die Verfassung. Das Oberste Gericht erlaubt diesen Protest als freie Meinungsäußerung. Und Amerikanern die Staatsbürgerschaft zu entziehen, verstößt gegen die US-Constitution.

Alt_pruasdienten schauen Nachfolger

Entsetzen: Amerikas Präsidenten John F. Kennedy, Abraham Lincoln, Theodore Roosevelt, George Washington und Franklin. D. Roosevelt verfolgen im Fernsehen ihren „Nachfolger“ Donald Trump. Quelle: Titelblatt The New Yorker, Februar 2016

Trump-Chefstratege: Leninist, Nationalist, Rechtsextremist

Deutliche Zeichen setzt Donald Trump auch bei der Besetzung der wichtigsten Posten seiner Regierung.

Der gefürchtetste unter ihnen ist Trumps Chefstratege Steve Bannon. Ein Harvard-Absolvent, der die Internetplattform Breitbart zum Sammelbecken der „Alternativen Rechten“ gemacht hat. Rechtsradikale, Neo-Nazis, Antisemiten und Rassisten haben hier ihre Heimat gefunden und feierten Bannons Ernennung mit Hitler-Gruß.

„Ich bin kein weißer Nationalist. Ich bin ein Nationalist“, sagt Bannon über sich selbst. „Finsternis ist gut. Darth Vader. Satan. Das ist Macht.“ Manchmal vergleicht er sich mit Lenin – einer, der die Regierung von innen zerstören will. „Amerika, fürchte dich“, warnen selbst Republikaner vor Bannon.

Trump-Regierung: Generäle, Milliardäre und ein durchgeknallter Rechter

Hartliner besetzen auch die wichtigsten Ministerposten. Nur beim Außenminister zögert Trump noch. Vier-Sterne-General David Petraeus, Rudy Giuliani und Mitt Romney sind im Gespräch. Letzterer, einst ein erbitterter Trump-Gegner, scheint sich jetzt ins Amt buckeln und kriechen zu wollen. Selbst öffentliche Demütigungen von Trumps Sprecherin können Romneys Anstand und Ehre nicht erschüttern.

David Petraeus wäre der dritte General unter Trump. Auch der künftige Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn trägt drei Sterne und gilt als Falke. Der 57-Jährige musste 2014 wegen seines Führungsstils als Chef des Militärgeheimdienstes zurücktreten. Den Islam verallgemeinerte Flynn „als einen Krebs, der sich hinter dem Label einer Religion versteckt“. Mit Russland dagegen pflegt der General dubiose Geschäftsbeziehungen. Während des Wahlkampfes hatte Flynn falsche Nachrichten (Fake-News) und Verschwörungstheorien über Hillary im Internet gestreut. Außenminister Colin Powell, ein Republikaner, nennt Flynn „einen durchgeknallten Rechten“.

General als Verteidigungsminister: „Es macht Spaß, ein paar Leute zu erledigen.“

Im Pentagon setzt Trump auf einen Marine (Slogan: The Few, The Proud – die Wenigen, die Stolzen). Verteidigungsminister James Mattis nennen sie „Mad Dog“, einen „verrücktet Hund“. Der erste General an der Spitze des Pentagons seit George Marshall im Jahr 1950.

Macht es nicht Sinn, die weltweit größte und stärkste Militärmacht von einem Zivilisten führen und kontrollieren zu lassen? Für den Pentagon-General muss sogar das Gesetz umgangen werden. Das schreibt vor, dass Militärs erst sieben Jahre nach ihrem Ausscheiden einen zivilen Regierungsposten einnehmen dürfen. Mattis ist 2013 in Pension gegangen.

Davor leitete der General Kriegseinsätze in Afghanistan und im Irak. Berühmt ist Mattis für Sätze wie: „Es macht Spaß, ein paar Leute zu erledigen.“ Oder: „Sei freundlich, professionell aber habe einen Plan jeden zu erschießen, den du triffst.“ Eine Friedenstaube ist Mattis wirklich nicht.

An Trumps Kabinettstisch sitzt ein Vermögen von 35 Milliarden Dollar

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US-Präsident Obama: „Ich bin wirklich gut im Töten von Menschen“

Time-Journalist Mark Halperin und sein Kollege John Heilemann haben ein neues Buch geschrieben. „Double Down“ heißt das Werk, das eine Fortsetzung ihres grandiosen „Game Change“ aus dem Jahr 2010 ist.

Während der erste Teil hinter die Kulissen von Obamas ersten Wahlkampf gegen John McCain im Jahr 2008 blickte und dabei unter anderem die völlig überforderte Sarah Palin entzauberte, geht es diesmal um den Kampf um das White House im Jahr 2012 zwischen Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney.

Das Buch gibt dabei erneut brisante Einblicke hinter die Wahlkampf-Kulissen. Es stellt Obama als einen kühlen und teilweise zynischen Machtpolitiker dar, der nicht nur stolz auf sein umstrittenes Drohnen-Programm ist, sondern auch bereit war, seinen Vize-Präsidenten Joe Biden aus rein taktischen Gründen durch Hillary Clinton zu ersetzen.

Präsident Obama lobt Drohnen-Programm, will Vize Biden durch Hillary ersetzen

Hier die wichtigsten Punkte aus dem Buch von Halperin und Heilemann, das am Dienstag in den USA erscheinen wird.

  • Als Obama 2011 über seine Erfolge seiner dreijährigen Präsidentschaft nachdachte, lobte er sich selbst für seine umstrittene Drohnen-Politik, mit der er wie kein anderer US-Commander-in-Chief zuvor auf Terroristenjagd gegangen war und noch heute geht. „Wie sich herausstellte, bin ich wirklich gut im Töten von Menschen“, soll Obama als Erfolg aufgeschrieben haben. „Ich dachte nicht, dass das einmal eine meiner Stärken werden würde.“
  • Als Obama sich in den Umfragen mit Mitt Romney ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferte, soll er ernsthaft erwogen haben, den eher blassen Vize-Präsidenten Joe Biden, einfach vor die Tür zu setzen. Hillary Clinton sollte seinen Posten übernehmen und damit die Wiederwahl sichern. Als das Obama-Wahlkampfteam allerdings bei Probe-Umfragen mit Hillary als Vize-Chefin keine spürbare Verbesserung der Zahlen erkennen konnte, wurde die Idee wieder fallengelassen.
  • Obama und Bill Clinton gerieten während des Wahlkampfes offenbar mehrmals aneinander. Eine Golfrunde der beiden wurde mitten im Spiel abgebrochen. Clinton forderte von Obama, dass er Hillarys Schulden aus den Vorwahlen übernehmen sollte. Dafür wollte er auf dem Parteitag auch eine positive Rede halten. Die vielgelobte Ansprache, die der Ex-Präsident am Ende hielt, war nicht vom Obama-Team abgestimmt. Clinton hatte Obama zwar eine 3279 Worte lange Rede zum Lesen gegeben. Am Ende waren seine Ausführungen allerdings mit 5888 Worten fast doppelt so lang und hatten mit dem ursprünglichen Manuskript nur noch wenig gemein.

Romney nennt Christie „Pufferfisch“, Clint Eastwood „schweren Autounfall“

Neben Obama schreiben die beiden Autoren auch detailliert über den Wahlkampf von Mitt Romney:

  • So soll Romney bei der Suche nach seinem Vize den potentiellen Kandidaten Fischnamen gegeben haben. Bei der Operation „Goldfisch“ wurde der übergewichtige Chris Christie zu einem aufgeblasenen „Pufferfisch“. Christie fiel am Ende wegen seiner Köperfülle durch.
  • Auf Christie war Romney nach dessen Rede auf dem Parteitag in Tampa, Florida,  stinksauer. Sein Manager Matt Rhoades soll Christie später in einem Telefonat angebrüllt haben und das „in einer Sprache, die man nicht wiedergeben kann“.
  • Clint Eastwoods Rede auf dem Parteitag wurde vom Team-Romney als „schwerer Autounfall“ bezeichnet. Der Romney-Berater Stuart Stevens war so sauer, dass er „mit Dingen warf, Eastwood verfluchte und am Ende völlig fertig zusammengebrochen sein soll“.

Chili-Gipfel – Obama trifft Romney

Erstes Treffen nach der Wiederwahl: Präsident Barack Obama und sein ehemaliger Herausforderer Mitt Romney im Oval Office. Später aßen die beiden zusammen in Obamas Private Dining Room (ebenfalls im West Wing des White House) zu Mittag. Foto: Official White House Photo by Pete Souza

Vielleicht sind es die kleinen Gesten, die eine künftige Zusammenarbeit möglich machen.

Als Barack Obama 2008 zum ersten Mal zum Präsidenten gewählt wurde, traf er seinen Konkurrenten John McCain elf Tage nach der Wahl – aber eigentlich nur, weil man das so macht. Obama konnte McCain auch nicht ins White House einladen – dort saß ja immer noch George W. Bush. Der neue Präsident speiste seinen unliebsamen Konkurrenten in dessen Büro in Chicago ab. McCain war dabei einer der letzten Rivalen, mit denen sich Obama aussprach. Zuerst durfte Hillary Clinton zu Obama, dann kam Bill Richardson (der Gouverneur von New Mexico hatte Hillary im Vorwahlkampf unterstützt) und dann erst der Unterlegene McCain.

John McCain hat bis heute seine Niederlage nicht verarbeiten können und glaubt immer noch, dass ihm eigentlich die Präsidentschaft gehört. Der Senator hat den Kontakt zu Obama mehr oder weniger abgebrochen und ist heute einer der schärfsten Gegner des Präsidenten.

Holt Präsident Obama Mitt Romney als „Business-Minister“in sein Kabinett?

Bei Mitt Romney könnte das jetzt anders werden, auch wenn sich der wiedergewählte Obama mehr Zeit ließ mit Romney als mit McCain. Insgesamt 23 Tage dauerte es bis sich die beiden Konkurrenten am Donnerstag wieder trafen. Doch diesmal konnte Obama seinen Herausforderer zum Essen ins White House einladen – es gab Truthahn-Chili und Hühnchen-Salat. Es soll übrigens nur mehr als drei Wochen gedauert haben, weil Romneys Sicherheitsüberprüfung länger dauerte als geplant. Romney musste wie alle White House Besucher seinen Ausweis (Social Security Number), sein Geburtsdatum und andere persönliche Informationen vorab einreichen.

Beide wollen in Kontakt bleiben, hieß es nach dem einstündigen, privaten Treffen zwischen dem Präsidenten und Romney. Obama wolle sogar von den Erfahrungen seines Konkurrenten als Geschäftsmann profitieren. Als Wirtschaftsminister?

Es gebe keine konkreten Angebote oder Pläne für eine Beteiligung von Romney im Obama-Kabinett, ließ das White House verlauten. Dies sei auch heute kein Thema gewesen. Größtes Problem: Obama hatte während des Wahlkampfes gegen Romney eine persönliche Abneigung entwickelt. Doch das kann sich nach der Wahl ja wieder geändert haben.

Gerüchte, dass Romney ins Kabinett einsteigen könnte, gab es dagegen schon kurz nach dem Wahlsieg von Obama. Romney, der bis auf wenige Ausnahmen seit dem 6. November fast gänzlich aus der Öffentlichkeit verschwunden war, könnte den Chef-Posten eines neu zu schaffenden „Business-Department“ bekommen. Die Idee neben dem Wirtschafts- noch ein spezielles Geschäfts-Ministerium zu schaffen, hatte Obama bereits während des Wahlkampfes. Romney kritisierte ihn dafür allerdings heftig.

Mitt Romney – ein schlechter Verlierer

Mitt Romney hat es immer noch nicht verstanden.

Zehn Tage nach seiner vernichtenden Niederlage bei den Präsidentschafts-Wahlen hat der Obama-Herausforderer die Schuldigen seiner Pleite gefunden. Nein, es war nicht er der Kandidat oder die Partei der Republikaner, es waren diese Minderheiten, die sich von Obama haben kaufen lassen.

Präsident Obama habe die Wahlen „wegen der Geschenke“ gewonnen, die er den „Schwarzen, Latinos und jungen Wählern gegeben hat“, entschuldigte sich Romney in einer Telefonkonferenz mit seinen wichtigsten Wahlkampf-Spendern für seine Niederlage. Eine Bemerkung, die an seine „47-Prozent-der-Amerikaner-sind-Schmarotzer-„ Beleidigung erinnert.

Im September 2012 hatte Romney ebenfalls vor Spendern erklärt, dass er 47 Prozent der Wähler ohnenhin nicht erreiche, weil sie sich als „Opfer fühlten“ und vom „Staat abhängig“ seien. Dafür musste er sich zwar später entschuldigen, geglaubt hat er es dennoch. Die erneute Schmarotzer-Bemerkung untermauert sein Denken.

Die Schuld für seine Niederlage bei sich selbst zu suchen, kommt Mitt Romney dagegen nicht in den Sinn. „Wir haben einen großartigen Wahlkampf geführt“, erklärte Romney voller Überzeugung. „Ich weiß, ihr habt mit einem Sieg gerechnet. Wir haben das auch“. Einsichten sehen anders aus.

Bei den Republikanern wird Mitt Romney zur persona non grata

Romney steht mit seiner falschen Analyse ziemlich allein. Auch die eigene Partei distanziert sich von ihm. „Das ist absolut falsch“, kommentierte der Gouverneur von Louisiana und mögliche Präsidentschafts-Kandidat der Republikaner für 2016, Bobby Jindal. „Wenn man Wahlen gewinnen will, muss man alle Gruppen der Gesellschaft ansprechen.“ Ähnlich klingt das auch bei New Jerseys Gouverneur Chris Christie, einst ein enger Freund von Romney: „Du kannst nicht der Präsident für alle sein, wenn du die Nation teilst.“

Verständnis für Romneys Versuch, anderen die Schuld zu geben, zeigte nur John McCain, der 2008 gegen Obama ebenfalls haushoch verloren hatte: „Ich weiß, wie sich diese Niederlage anfühlt. Mein Rat: Stürze dich in Arbeit und höre auf, dich selbst zu bemitleiden.“

Insgesamt scheinen sich die Republikanern von Romney jedoch abzuwenden. Der einstige Kandidat wird mehr und mehr zur persona non grata, zur unerwünschten Person. „Er wird für kein Amt mehr kandidieren“, sagt der Abgeordnete Raúl R. Labrado aus Idaho, einer der schärfsten Romney Kritiker. „Er ist nicht mehr unser Fahnenträger.“

Das zumindest scheint auch Romney einzusehen. Am Ende des Telefonats mit seinen Wahlkampf-Spendern erklärte er: „Der nächste Präsidentschafts-Kandidat der Republikaner werde er nicht sein“. Da hat Mitt Romney ganz sicher Recht!

Realität und Wunschdenken, Teil 2

Mitt Romney hat wirklich an den Wahlsieg geglaubt!

Video aus dem Wahlkampf-Flugzeug von Mitt Romney auf dem Weg nach Boston: „Ich habe meine Siegesrede bereits geschrieben, sie ist um die 1100 Wörter lang.“ Wenige Stunden später wurde Romney unsanft und völlig unvorbereitet aus den Träumen gerissen und von der brutalen Wirklichkeit eingeholt.

Die Niederlage traf Romney, dessen Familie und Team wie ein Blitzeinschlag. Am Abend zuvor hatten sie noch ein internes Papier lanciert, das Romney als Sieger in Ohio und in Pennsylvania ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorhersagte. Sie lagen total falsch!

Romney hatte für die Wahlnacht bereits Raketen und Böller für ein acht Minuten langes Feuerwerk (Kosten 25.000 Dollar) im Hafen von Boston aufstellen lassen. Irgendwann zwischen 19.00 und 0.30 Uhr sollte das Spektakel beginnen.

Selbst am Wahlabend hatte das Team Romney lange die Hoffnung, dass Pennsylvania bis in die späte Nacht ein enges Rennen und Ohio frühzeitig an ihn gehen würde. Und das obwohl die ersten Exit Polls eher eine Niederlage vorhersagten. Selbst als ein Swing State nacheinander an Obama ging, träumte man weiter vom Wahlsieg. Karl Rove, der Architekt des Erfolges von George W. Bush, gab ihnen Hoffnung. Er faselte auf Fox News noch immer von einem Romney-Sieg in Ohio. „Das Hirn“ lag total falsch!

Erst als Colorado verloren ging und Florida zu Obama tendierte, musste sich auch Romney die Niederlage eingestehen. „Es ist vorbei“, soll ein fassungsloser Herausforderer gesagt haben.

Romney schien im Angesicht der schweren Niederlage „völlig verstört und zutiefst erschüttert“, berichtet der TV-Sender CBS. Romneys Frau Ann, die später bei der Rede ihres Mannes sichtlich angeschlagen aussah, soll die ganze Zeit „heftig geweint“ haben. Und auch Running Mate Paul Ryan, der trotz der Niederlage seinen Kongress-Sitz verteidigen konnte, war „geschockt“. Dessen Frau Janna habe „leise vor sich hingeweint“.

Präsident Obama: Der mächtigste Mann der Welt mit Tränen in den Augen

Tränen gab es auch beim wiedergewählten Präsidenten Barack Obama. Bevor er am Mittwoch ins White House zurückkehrte, bedankte er sich persönlich bei seinem engsten Team in der Wahlkampfzentrale in Chicago.

„Ich bin stolz auf euch“, sagte Obama. „Was ihr erreicht habt, wird in die Annalen der Geschichte eingehen.“ Als seine Helfer applaudierten, konnte auch der mächtigste Mann der Welt seine Tränen nicht mehr zurückhalten.

Realität und Wunschdenken

Realität

So sehen Sieger aus: Der wiedergewählte Präsident Barack Obama und First Lady Michelle Obama schickten nach ihrem Wahlsieg dieses Foto über Twitter raus. (Foto: @Barack Obama). Es ist Obamas Dankeschön an seine Frau. Das Foto ging um die Welt und wurde bis heute mehr als 794.000 Mal retweeted – Weltrekord!

Und Wunschdenken!

Zu früh gefeiert. Dieses Fotos eines siegreichen Mitt Romney stellte sein Team noch vor der Wahlentscheidung auf die Webseite des Obama-Herausforderers. Taegon Goddard vom Internet-Magazin „Politico“ konnte einen Screenshot machen bevor der möchtegern „President Elect“ Mitt Romney das Foto von seiner Webseite nehmen ließ. Dumm gelaufen! (Foto: Politico)

Präsident Obama wiedergewählt!

Zum Schluss wurde es dann doch ein deutlicher Sieg. Obama hat die Wiederwahl gewonnen und bleibt weitere vier Jahre Hausherr im White House.

Doch gab es wirklich eine Chance, die die Republikaner gesehen haben oder war es nur Wunschdenken oder gar ein großer Bluff?

Am Abend vor der Wahl lancierte das Romney-Camp noch ein internes Papier. Darin stand, dass sie nach „eigenen Umfragen“ in Ohio führen und in Pennsylvania mit Obama gleich aufliegen. Man darf gespannt sein wie sie diese Niederlage und ihre falschen Prognosen rechtfertigen. Denn auch wenn die einzelnen Swing States hart umkämpft waren, am Ende sind acht der wichtigsten neun „Swinger“ an Obama gegangen.

Mitt Romney hatte von Anfang an den schwereren Weg zu 270 Wahlmänner. Der Auftritt in Pennsylvania am Ende seines Wahlkampfes war bereits ein Zeichen von Verzweiflung, da er wusste, dass die „Midwest-Firewall“ (Ohio, Iowa, Wisconsin) für Obama halten würde.

Bei den Republikaner wird es jetzt einen brutalen Richtungsstreit geben. Werden die Konservativen, die Tea Party Anhänger, die Partei übernehmen oder geht es wieder zurück zur Mitte, dorthin, wo sie wieder Präsidentschafts-Wahlen gewinnen können? Romney hingegen wird schnell von der politischen Bühne verschwinden. Er war immer der ungeliebte Kandidat der GOP.

Und Obama? Die zweiten vier Jahre werden nicht leichter werden, vor allem wenn er bundesweit nicht die Mehrheit der Amerikaner gewinnen kann. Hinzu kommt ein gespaltener Kongress. Der Präsident hat keine Mehrheit in beiden Häusern für große Projekte. Sein Vorteil ist, dass es seine letzten vier Jahre im White House sein werden und er sich keine Gedanken um eine Wiederwahl machen muss. Vielleicht hilft ihm das in einem völlig zerstrittenen Washington und einer gespaltenen Nation. Es sei ihm zu wünschen.

US-Politik direkt LIVE: So lief die Wahlnacht

Das Protokoll der US-Wahlnacht bis zur Entscheidung

23.20 Uhr: Obama gewinnt Ohio und damit mehr als 270 Wahlmännerstimmen. Wenn die restlichen Staaten auch noch dazukommen, wird es doch noch ein Erdrutsch-Sieg. Und wie erklärt das Romney-Camp diese deutliche Niederlage?

23.18 Uhr: CNN: Präsident gewinnt die Wahlen gegen Mitt Romney!!!!

23.15 Uhr: Oregon geht an Obama. Almost done. 256 Stimmen für Obama, offiziell fehlen ihm nur noch 14 Stimmen. Die Wahl ist gelaufen!

US-Politik direkt: Präsident Obama bleibt Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika!!!!!

23.12 Uhr: Auch New Mexico bleibt Obama Land. Das war allerdings erwartet. Chicago feiert.

23.10 Uhr: CNN: Obama gewinnt Iowa. Die Wahl ist entschieden. Nur noch ein Wunder kann Romney jetzt noch retten.

23.09 Uhr: Die Denver Post gibt Colorado an Obama. Ein großer Sieg.

23.05 Uhr: Die Demokraten halten ihre Mehrheit im Senat. Mit der Mehrheit der Republikaner im Abgeordnetenhaus ist der nächste Kongress gespalten. Das Regieren für den nächsten Präsidenten wird damit erneut extrem schwierig.

23.03 Uhr: Nun also doch: CNN gibt Wisconsin an Obama. North Carolina geht an Romney. Stand: 238 zu 191.

23.00 Uhr: Obama gewinnt Kalifornien, Washington und einen seiner Heimatstaaten Hawaii. Keine Überraschung. Aktueller Stand der Wahlmänner: 228 zu 176.

22.50 Uhr: Auch CNN gibt Minnesota an Obama.

22.46 Uhr: Welche Bundesstaaten kann Romney noch gewinnen, um Präsident zu werden? Viele Optionen hat er nicht mehr. Wenn Florida oder Ohio an Obama geht, ist die Wahl vorbei.

22.39 Uhr: NBC, CBS News und ABC News geben Minnesota an Obama. Wieder ein Staat, auf den Romney gehofft hatte, geht an den Präsidenten. Schon jetzt ist klar: Karl Rove, das „Hirn“ von George W. Bush, lag mit seiner Prognose voll daneben. Rove glaubte, Romney gewinne mit einem Vorsprung von 32 Wahlmänner.

22.29 Uhr: CNN hat in Wisconsin immer noch Romney vorne. NBC und Fox News haben den Staat des Romney Vizes, Paul Ryan, schon lange an Obama gegeben. Hält CNN den Staat künstlich offen?

22.24 Uhr: Zweiter Abtreibungs-Schwachkopf abgewählt. Todd Akin, der Senator aus Missouri, der glaubt, der „weibliche Körper könne abschalten, um eine Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung zu verhindern“, verliert das Rennen gegen die Demokratin Claire McCaskill. Die Demokraten gewinnen den „War on Women“.

22.18 Uhr: Alex Castellanos, Republikaner und Kommentator auf CNN, hat den Glauben an Romney verloren. Florida – im Moment noch sehr knapp – scheint am Ende des Abends an Obama zu gehen. Die noch nicht ausgezählten Distrikte im Sonnenstaat sind „heftig demokratisch“, sagt Castellanos.

22.04 Uhr: CNN gibt genauso wie NBC New Hampshire an Obama. Nur vier Stimmen aber SEHR wichtig. New Hampshire, ein anderer „Heimatstaat“ von Romney war eigentlich ein Muss.

22.01 Uhr: In CNN Exit Polls führt Obama in Nevada (51-45) und Iowa (52-46).

21.57 Uhr: In drei Minuten: Nevada und Iowa, beide super wichtig für Obama.

21.52 Uhr: NBC gibt New Hampshire an Obama. Bleibt es dabei, gewinnt Obama den ersten der acht wichtigsten Swing States für Obama. Für Romney wird es jetzt schon eng.

21.47 Uhr: Richard Mourdock, der Senator, der eine „Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung als Geschenk Gottes“ sieht, verliert seinen Sitz im Senat an den Demokraten Joe Donnelly.

21.42 Uhr: PENNSYLVANIA (20 Stimmen) für Obama!!!!!! Ein großer Schritt in Richtung Präsidentschaft. Obamas Chef-Berater David Axelrod darf seinen Bart behalten. Er wollte ihn abrasieren, falls Obama Pennsylvania verliert.

21.40 Uhr: Obama gewinnt Wisconsin! (18 Stimmen) Auch Fox News gibt den Staat an den Präsidenten. Romney/Ryan verlieren ihre Heimatstaaten!

21.37 Uhr: NBC gibt Wisconsin an Obama. CNN hält sich noch zurück. Es wäre ein wichtiger Sieg für Obama. Die Midwest-Firewall scheint zu halten.

21.15 Uhr: Auf Twitter gibt es bereits einen hashtag #stayinline für all die, die in Virginia und Florida in langen Schlangen noch vor den Wahllokalen stehen.

21.09 Uhr: Ganz nebenbei eine andere wichtige Entscheidung: Die Republikaner werden die Mehrheit im Repräsentantenhaus halten können, der Ausgang für den Senat ist noch offen, mit Tendenz für die Demokraten. Ein geteilter Kongress für den nächsten Präsidenten.

21.05 Uhr: CNN Exit Polls für Wisconsin: 52 zu 46 Prozent für Obama. Gute Zahlen für Obama. Romneys Running Mate Paul Ryan, der aus Wisconsin kommt, hatte in seinem Heimatstaat einen Dauer-Wahlkampf geführt, um den Staat zu drehen.

21.00 Uhr: Michigan geht an Obama! Romney hatte auf eine Überraschung gehofft. Sein Vater war hier Gouverneur, er ist dort aufgewachsen. Doch der Auto-Staat bleibt Obama-Land. Ein wichtiger Sieg für Obama aber es wird die Wahl nicht entscheiden.

20.53 Uhr: In sieben Minuten: u.a. Wisconsin und den Swing State Colorado. Gibt es jetzt einen Trend?

20.48 Uhr: Auch in Virginia gibt es immer noch lange Schlangen vor den Wahllokalen obwohl sie offiziell geschlossen sein müssten. Angeblich bleiben sie jetzt vier Stunden länger auf. Warum gibt es eigentlich immer dieses Chaos und immer in umkämpften Staaten?

20.42 Uhr: Romney gewinnt die Südstaaten Alabama und Georgia. Keine Überraschung. Warten auf Virginia, Florida und OHIO.

20.38 Uhr: In Florida gibt es immer noch lange Schlangen vor den Wahllokalen, obwohl sie bereits geschlossen sein müssten. Fast 60 Prozent der Stimmen sind dort bereits ausgezählt und Obama hat aktuell einen knappen Vorsprung.

20.05 Uhr: Zwei Stunden Wahlabend und bisher keine wirkliche wichtige Entscheidung. Enttäuschend.

20.00 Uhr: Obama gewinnt Connecticut, Delaware, Washington DC, Illinois, Maryland, Maine, Massachusetts (Heimatstaat von Romney), Rhode Island – alles keine Überraschung. Und Romney gewinnt Oklahoma. Aktueller Stand: 64-40 für Obama bei den Wahlmännerstimmen.

19.55 Uhr: In fünf Minuten: Pennsylvania, New Hampshire und vielleicht eine erste wichtige Entscheidung in Florida.

19.35 Uhr: Email vom Obama-Team: „Dringend: Bitte telefonieren. Wir brauchen noch Stimmen in den umkämpften Staaten.“

19.30 Uhr: CNN Exit Polls: Ohio: 51 Prozent Obama, 48 Prozent Romney. North Carolina: 49-49. Guten Zahlen für Obama bisher.

Ohio, Ohio, Ohio, Ohio

19.25 Uhr: Spannung. In fünf Minuten schließen West Virginia, North Carolina und OHIO.

New York Empire States Building zählt live Wahlmännerstimmen mit blauen (Obama) und roten (Romney) Lichter auf der Spitze.

Auch Romney soll eine Siegesrede geschrieben haben. Nicht klar, ob es auch eine Rede im Falle einer Niederlage gibt.

19.18 Uhr: MSNBC gibt Indiana (11) und Kentucky (8) an Romney. Das war zu erwarten.

19.10 Uhr: Erste Zahlen aus Florida: Obama 55 Prozent, Romney 45 Prozent (allerdings erst vier Prozent ausgezählt). Florida könnte eine Vorentscheidung für Obama bringen. Romney lag in den letzten Umfragen immer in Front. Ein Muss-Staat für Romney.

19.02 Uhr: Virginia: 49 zu 49 Prozent – Exit Poll (Wählerumfrage nach Stimmabgabe) von CNN.

19.01 Uhr: CNN gibt Vermont (3 Stimmen) an Obama, Kentucky (8) an Romney. Keine wirkliche Überraschung.

19.00 Uhr: Die Wahllokale in Georgia, South Carolina, Vermont, Teilen Floridas und Virginia schließen. Interessant ist hier nur der erste wichtige Swing State Virginia.

18.50 Uhr: Erster Höhepunkt des Wahlabends. Eine Prognose für den Swing State Virginia – in 10 Minuten.

Präsident Obama soll bereits am Morgen seines Siegesrede geschrieben haben. Und wenn er verliert? Dafür soll es keine Rede geben.

18.15 Uhr: Erster Ärger in Pennsylvania mit Wahlmaschinen. Bei mindestens zwei leuchtete der Name Rommey auf, obwohl für Obama gestimmt wurde.

18.09 Uhr: Die erste Zahl kommt aus Kentucky. Romney 74 Prozent, Obama 24 Prozent (aber erst ein Prozent der Stimmen ausgezählt). Keine wirkliche Überraschung.

18.00 Uhr: Los geht es!

Die ersten Wahlkokale in Indiana und Kentucky schließen. Beide Staaten sind „rot“ und diesmal fest in der Hand der Republikaner. Eine Überraschung ist nicht zu erwarten. Die insgesamt 19 Wahlmännerstimmen werden wohl an Herausforderer Mitt Romney gehen.

Interessant wird es erst in einer Stunde, wenn auch Virginia gewählt hat. Zum Ende des Wahlkampfes konnte Obama hier in Umfragen doch noch zu Romney aufschließen oder ihn gar knapp überholen.

Der Top-Swinger jedoch kommt 30 Minuten nach Virginia, OHIO. Wer hier gewinnt, dürfte auch Präsident werden. Obama hatte bis zuletzt in den Umfragen eine sichere Mehrheit in dem heftig umkämpften Ohio.

Noch am Wahltag ging Romney und sein Running Mate, Paul Ryan, hier in Cleveland auf Stimmenfang. Die Herausforderer wissen, worum es geht: Noch nie gewann ein Republikaner ohne die 18 Wahlmänner aus Ohio die Präsidentschaft. Präsident Obama dagegen blieb am Dienstag cool und spielte mit Freunden und NBA-Champion Scottie Pippen Basketball. Eine Tradition, die ihm bisher Glück gebracht hat.

Neben Ohio schließen um 19.30 auch West Virginia (tief rot) und der Swing States North Carolina, wo Romney im Vorteil ist, ihre Wahllokale. Neben der Top-Trophäe des Abends Ohio könnte auch North Carolina einen Trend, vielleicht sogar eine Vorentscheidung bringen.

Und um 20.00 Uhr folgen bereits die nächsten wichtigen Staaten: Pennsylvania, ein muss für Obama, und die beiden Swing States Florida und New Hampshire. Ist danach die Wahl bereits gelaufen?

7 Gründe, warum Präsident Obama gewinnt, 7 Gründe, warum Mitt Romney gewinnt

Barack Obama gegen Mitt Romney – die Schlacht ist geschlagen. Jetzt haben etwas mehr als 200 Millionen wahlberechtigte US-Bürger die Wahl, wer in den kommenden vier Jahren das Land führen darf. Bleibt es Präsident Obama oder wird Herausforderer Mitt Romney Amerikas neuer Commander-in-Chief.

Die letzten Umfragen prophezeien ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bundesweit liegen Obama und Romney mit 49 zu 49 Prozent (CNN) gleich auf. In den neun wichtigen Swing States allerdings hat Obama einen leichten Vorteil, er führt in acht von neun Schlüssel-Staaten vor Romney.

Sieben Gründe, warum Obama Präsident bleiben wird:

  • Obama hat den eindeutig leichteren Weg die notwendigen 270 Wählmänner zu gewinnen. Er hatte während des gesamten Wahlkampfes in den meisten der acht wichtigsten Swing States die Nase vorn. Und so lange der Top-Swinger“, Ohio, Obama-Land bleibt, bleibt er auch Präsident.
  • Hurrikan Sandy hat Obama geholfen. Acht von zehn Amerikaner sind mit seiner Arbeit als Krisenmanager der Nation zufrieden. Noch wichtiger: Die Katastrophe hat das Stimmungshoch von Romney gestoppt.
  • Am Ende des Wahlkampfes hat Obama in Umfragen bundesweit doch noch fast 50 Prozent der Wähler hinter sich. Alles unter 48 Prozent wäre für jeden amtierenden Präsidenten kritisch.
  • Obama ist der Kandidat der Demokraten, daran gab es nie Zweifel. Romney blieb bis zuletzt der ungeliebte Kandidat in seiner eigenen Partei. Wer Obama wählt, will tatsächlich einen Präsidenten Obama. Wer Romney wählt, stimmt gegen Obama und nicht unbedingt für Romney. Um eine Wahl zu gewinnen, ist das zu wenig.
  • Die Arbeitslosenquote ist am Ende doch noch zwei Monate in Folge unter acht Prozent geblieben. Die letzten Zahlen von 171.000 neuen Jobs im Oktober haben Obama geholfen.
  • Obamas Wahlkampf ist besser organisiert als der seines Gegners. Er hat mehr Freiwillige, mehr Büros in den einzelnen Staaten und mehr junge, engagierte Leute hinter sich. Und auch im Internet hat er einen großen Vorteil gegenüber Romney.
  • Obama hat eine Zweidrittel-Mehrheit unter der Gruppe der Latinos. Bei den Frauen konnte Obama ebenfalls seinen Vorsprung halten.

Und sieben Gründe, warum Romney neuer Präsident wird:

  • Noch nie in der Geschichte der USA (Ausnahme ist nur Franklin D. Roosevelt 1936) ist ein Präsident mit einer Arbeitslosigkeit von mehr als 7.4 Prozent wieder gewählt worden. Die aktuelle Quote liegt bei 7.9 Prozent.
  • Eine Mehrheit (51 Prozent) der Amerikaner ist mit der Wirtschaftspolitik von Obama unzufrieden. Romney als Geschäftsmann liegt hier, bei einer weiterhin schwachen US-Wirtschaft, mit fünf Prozent (54 Prozent) vor dem Präsidenten.
  • Das oberste Ziel der Konservativen ist es, Obama abzuwählen und ihm eine zweite Amtszeit zu verwehren. Die Wahlbeteiligung unter den Republikaner wird deshalb höher sein als noch vor vier Jahren.
  • Romney hat über den Wahlkampf hinweg eine Mehrheit unter den Partei-Unabhängigen halten können. Eine Gruppe, die die Wahlen entscheiden kann.
  • Obama hat die Wahl durch seinen desaströsen Auftritt in der ersten Debatte am Ende doch noch verloren. Romney konnte sich als wirkliche Alternative präsentieren.
  • Die Dominanz der Weißen unter den Wählern ist am Ende doch höher als die der Latinos und der Frauen.
  • Die Umfragen in den Swing States sind – wie Republikaner behaupten – falsch oder parteiisch und es gibt am Wahlabend eine große Überraschung.

Endspurt im US-Wahlkampf

Drei Tage, neun Staaten – jetzt geht es um alles. Präsident Obama und Mitt Romney versuchen auf den letzten Metern ihres Wahlkampf-Marathons auch noch die letzten Stimmen für sich einzusammeln.

Der Reise-Plan der beiden Kandidaten ist brutal, vor allem der von Obama. Der Präsident wird am Ende eines jeden Tages wohl kaum noch wissen, wo er sich gerade befindet.

Verzweiflung oder Chance? Romney plant Wahlkampf in Pennsylvania

Und eins ist auch klar: Es geht nur noch um die acht oder neun wichtigsten Schlüsselstaaten, die Swing States, die die Wahl am Dienstag entscheiden werden.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Romney für Sonntag einen Event in einem Außenbezirk von Philadelphia, Pennsylvania, angekündigt hat. Dass der „Obama-Staat“ in letzter Minute doch noch zu Romney kippen könnte, ist eher unwahrscheinlich (im Schnitt aller Umfragen führt Obama hier mit 4.6 Prozent).

Präsident Obama mit First Lady Michelle Obama und Bruce Springsteen

Hier die letzten, bisher geplanten Wahlkampf-Events:

Obama:

  • Samstag: Ohio, Wisconsin, Iowa, Virginia
  • Sonntag: New Hampshire, Florida, Ohio, Colorado
  • Montag: Wisconsin, Ohio, Iowa

Vor allem am Tag vor der Wahl am Montag, bietet Obama noch einmal alles auf, was er hat. In Ohio will Obama gleich zweimal (Madison und Columbus) mit Bruce „The Boss“ Springsteen auftreten. In Columbus kommt sogar noch Superstar Jay-Z dazu. Seinen Wahlkampf beenden wird Obama in Des Moines, Iowa, mit First Lady Michelle Obama und erneut Springsteen.

Romney ist ebenfalls auf den letzten Wahlkampf-Metern unterwegs.

Hier seine letzten Termine:

  • Samstag: Iowa, New Hampshire, Colorado
  • Sonntag: Iowa, Ohio, Pennsylvania, Virginia
  • Montag: Florida, Virginia, Ohio, New Hampshire

Den Wahlabend will Obama übrigens nicht im White House, sondern zusammen mit Michelle und den Kinder Sasha und Malia sowie den engsten Beratern und Freunden „Zuhause“ in Chicago verfolgen. Mitt Romney dagegen plant eine Wahlparty in Boston.