„Einen Ordner voller Frauen“

„Binders full of Women – Wie Romney mit seinem „Ordner voller Frauen“ zum Gespött im Netz wurde. Foto via Twitter

Für die Internetgemeinde gab es nach der zweiten Debatte zwischen Präsident Obama und Herausforderer Mitt Romney an der Hofstra Universität in Hempstead, New York, nur ein Thema: „Einen Ordner voller Frauen.“ Es war Romneys unbedachte und unglückliche Bemerkung wie er als Gouverneur von Massachusetts bei der Besetzung von Kabinetts-Posten Frauen gesucht hatte.

Auf Twitter überschlugen sich die Tweets und es gab in kurzer Zeit einen so genannten Hashtag, ein Top-Thema (#bindersfullofwomen). Und auch auf Facebook wurde der Republikaner schnell zum Gespött der Netzgemeinde.

Konservative Kommentatoren geben Obama den Sieg über Romney

Doch hatte Romney mit seinem „Ordner voller Frauen“ auch die weiblichen Wähler wieder verloren, die er sich nach der ersten Debatte in Denver gerade erst mühsam erkämpft hatte? Eher nicht.

Dennoch, Romney hat die zweite Debatte (65.6 Millionen Zuschauer) gegen einen angriffslustigen Obama verloren. Darüber waren sich nicht nur die Obama-Anhänger einig, auch die konservativen Kommentatoren gaben die Debatte an Obama. Allerdings knapp.

Charles Krauthammer, Kolumnist: „Wenn wir alle Punkte zusammenzählen, hat Obama nach Punkten gewonnen.“

David Frum, Ex-Redenschreiber von George W. Bush: „Obama hat gewonnen, aber die Mittelklasse hat verloren.“

Mark Halperin, Time: „Niemand kann sagen, Romney habe diese Debatte gewonnen.

Fred Barnes, Weekly Standard: „Obama zeigte Stärke, aber wird es ihm auch reichen? Ich denke, die erste Debatte ist immer noch die entscheidende.“

Joe Scarborough, MSNBC: „Romney stolperte durch das Thema Libyen. Wenn man bedenkt, wie schlecht Obama das heikle Thema behandelt hat, überrascht mich das. Romney hätte Libyen beherrschen müssen.“

Ron Fournier, National Journal: „Obama hat die Debatte gewonnen, aber ob er auch die unabhängigen Wähler erreicht hat, ist eine andere Frage. Romney konnte kontern und wickelte die miserable Wirtschaft Obama um den Hals.“

Ein 1:1 Unentschieden nach der zweiten Debatte. Das dritte und letzte TV-Duell, „The Thrilla in Boca“, am kommenden Montag in Boca Raton, Florida, muss nun die Entscheidung bringen.

Obama wählt Obama

Michelle Obama und ihr Wahlbrief, den sie bereits drei Wochen vor der Wahl am Montag abgeschickt hat. Foto: Twitter @MichelleObama

Präsidentschafts-Wahlen am 6. November? First Lady Michelle Obama konnte offenbar nicht abwarten, ihre Stimme ihrem Mann zu geben. Am Montag wählte sie Präsident Barack Obama per Brief-Wahl für eine zweite Amtszeit. Obama wählt Obama!

Und damit auch jeder von ihrer Entscheidung erfahren konnte, twitscherte die First Lady auf Twitter ihren 1,84 Millionen Followers diese Botschaft:

Auch Präsident Obama will nicht bis zum letzten Tag warten. Er kündigte ebenfalls über Twitter (20,9 Mio. Followers) an, Michelles Beispiel zu folgen und bereits am 25. Oktober seine Stimme per Briefwahl abzugeben.

Reaktionen auf die Rede von Michelle Obama – selbst Konservative applaudierten

Präsident Obama und dessen Töchter Malia (l.) und Sasha (r.) verfolgen vor dem Fernseher im White House Treaty Room die beeindruckende Rede von First Lady Michelle Obama. – Foto: Official White House Photo by Pete Souza

First Lady Michelle Obama und ihre begeisternde Powerrede auf dem Parteitag der Demokraten. Selbst die Gegner ihres Mannes, darunter die Kommentatoren des erzkonservativen TV-Senders FoxNews, applaudierten. Und auf Twitter überschlugen sich die Kurzmeldungen. Mehr als 28.000 Tweets pro Minute zählte das Netzwerk am Ende ihrer Rede, fast doppelt so viele (14.289) wie beim Auftritt von Mitt Romney in der vergangenen Woche auf dem Parteitag der Republikaner.

Reaktionen auf die Rede von Michelle Obama (eine Auswahl):

  • „Ein vernichtender Angriff von Michelle Obama auf Mitt Romney. Und das ohne ihn beim Namen zu nennen“ (Washington Post)
  • „Eine beeindruckende Rede. Michelle war fehlerlos, warm, natürlich, voller Charme, überzeugend, leidenschaftlich und ganz einfach perfekt.“ (John Heileman, Time-Magazin und Autor des Buches „Game Change“)
  • „Michelles Knockout – wenn nur die Umfragen genauso gut wären.“ (New York Post)
  • „Sie ist ein Hit. Die First Lady rockte die Halle“ (Daily News)
  • Michelle Obama begeistert die Demokraten“ (Wall Street Journal)
  • „Meisterhaft“ (FoxNews, Chris Wallace)
  • „Unglaublich beeindruckend“ (FoxNews, Brit Hume)
  • „Sie hat ihren Auftrag mehr als erfüllt („Bush’s Hirn,“ Karl Rove)
  • „Oh, mein Gott“ (MSNBC, Rachel Maddow)
  • „Die Rede war brillant geschrieben und brillant gehalten“ (Steve Schmidt, Ex-Wahlkampfmanager von John McCain)
  • „Michelle hat den Parteitag erobert wie kein anderer zuvor“ (MSNBC, Chuck Todd)
  • „Ich habe nie eine bessere Rede einer First Lady gehört“ (Anderson Cooper, CNN)
  • „Ein Grand Slam“ (Wolf Blitzer, CNN)
  • „Die Rede ist nur schwer zu toppen“ (John King, CNN)
  • „Liebe liegt in der Luft“ (Donna Brazile, Wahlkampfmanagerin von Al Gore)

Nur wenige kritisierten den kämpferischen Auftritt der First Lady, zu dem auch ihr ärmelloses, pinkfarbenes Tracy Reece Kleid passte. Einer von ihnen war der anerkannte konservative Kolumnist Charles Krauthammer: „Die Rede konnte nicht überzeugen auch wenn sie brillant gehalten wurde. Ich kaufe ihr nicht eine Zeile ab.“

Das Duell: Eastwood gegen Obama

Es war ein peinlicher Auftritt: Clint Eastwood auf dem Parteitag der Republikaner in Tampa, Florida. Fast zwölf Minuten stotterte sich der 82-jährige „Dirty Harry“ auf der Bühne einen ab und sprach zu einem imaginären Präsidenten Obama, der hinter ihm auf einem leeren Stuhl saß.

Eastwood faselte von konservativen Hollywoodstars (mehr als sich selbst und Jon Voight fielen ihm aber nicht ein) und versuchte witzig zu sein. Auch wenn der alternde Westernheld das Publikum im Saal amüsierte, es war ein seltsamer und trauriger Auftritt. Eine Legende demontierte sich selbst. Schade.

Barack Obama konterte mittlerweile den Eastwood-Auftritt und twitterte ein Bild von sich – auf einem besetzten Stuhl. Sein Spruch dazu: „This Seat is taken“ – dieser Platz ist besetzt. Touche!

Foto: Barack Obama via Twitter

Brieffreunde

Beyonce hat einen Brief an Michelle Obama geschrieben. Und die First Lady (Flotus) bedankt sich per Twitter. Angeblich hat sie selbst zum Keyboard gegriffen und ihre Antwort geschrieben.

Michelle Obama@MichelleObama 
@Beyonce Thank you for the beautiful letter and for being a role model who kids everywhere can look up to. –mo

Wenn das nicht der Beginn einer langen Brieffreundschaft ist.