Electoral Votes: So funktioniert das US-Wahlsystem

Es ist alles gesagt. Jetzt wird gewählt. Und ausgezählt. Doch wie funktioniert das US-Wahlsystem eigentlich?unnamed Eine Erklärung.

Wer in den USA Präsident werden will, braucht bundesweit nicht die meisten Wählerstimmen zu gewinnen. Auch eine Minderheit kann eine Hillary Clinton oder einen Donald Trump ins White House bringen.

George W. Buhs reichte Minderheit an Stimmen, um Präsident zu werden

Zuletzt schaffte das George W. Bush im Jahr 2000. Damals stimmten nur 50.456.062 US-Bürger für den Republikaner, mehr als eine halbe Million weniger als für seinen Konkurrenten Al Gore (50.996.582).

Doch George W. Bush gewann in einer denkwürdigen Wahl die meisten Wählmänner der einzelnen Bundesstaaten, 271 so genannte Electoral Votes. Al Gore brachte es nur auf 265. Auch ein wochenlanges Nachzählen der Stimmen im umstrittenen Florida halfen Gore damals nicht. Am Ende gestand der Demokrat seine Niederlage ein, obwohl er vor Gericht die Wahl hätte anfechten können.

Electoral Votes: Wählmänner der einzelnen Bundesstaaten entscheiden die Wahl

Auch zwischen Hillary Clinton und Donald Trump entscheiden die Electoral Votes der Bundesstaaten darüber, wer im Januar 2017 ins White House einziehen wird.

Dabei gewinnt nach dem Mehrheitswahlrecht derjenige alle Wahlmänner, der auch die meisten Stimmen in dem jeweiligen Bundesstaat gewinnt. Dabei gilt: The Winner takes it all! Eine Aufteilung der Wahlmänner gibt es bis auf zwei kleine Ausnahmen nicht. Insgesamt braucht ein Kandidat 270 Electoral Votes!

Hillary Clinton ist nach den letzten Analysen klare Favoritin

Und so sieht es nach den letzten Umfragen aus.

Hillary Clinton ist in allen drei ausgewählten Analysen Favoritin. Der Weg von Donald Trump, die erforderlichen 270 Wahlmänner zu gewinnen, ist deutlich schwerer und eigentlich nur theoretisch möglich. Hillarys “Wand von blauen Staaten”, also Bundesstaaten, die demokratisch und für sie wählen, hält. Trump muss sich dagegen sogar um einige seiner “roten Staaten”, wo traditionell republikanisch gewählt wird, sorgen.

Nate Silver, FiveThirtyEight.com

Letzte Analyse Nate Silver

Die Analyse des Daten Gurus Nate Silver. Screenshot: FifeThirtyEight.com

Geht es nach Nate Silver, dem Daten-Guru der letzten Jahre, hat Hillary Clinton eine 71,4 Prozent Chance die nächste Präsidentin zu werden. Donald Trump liegt abgeschlagen bei nur 28,6 Prozent. Silver geht davon aus, dass alle wichtigen Swing States (Nevada, Florida, North Carolina und New Hampshire) von Hillary gewonnen werden. Einen Weg für einen Trump-Sieg sieht der Mann von FiveThirtyEight. com nicht.

RealClearPolitics.com

Knappes Rennen: Screetshot: RealClearPolitics.com

Knappes Rennen: Screenshot: RealClearPolitics.com

Die letzte Electoral Vote Karte von RealClearPolitics.com, eine Seite, die aus allen Umfragen einen Durchschnitt errechnet, sieht Hillary Clinton knapp in Front. Danach wird sie 272 Electoral Votes gewinnen, Donald Trump schafft 266. New Hampshire mit seinen nur vier Wahlmännern macht Hillary dabei zur Präsidentin.

Die letzte Umfrage der Los Angeles Times.

Eine sehr positive Prognose der Los Angeles Times

Eine sehr positive Prognose kommt von der Los Angeles Times. Erstaunlich: Das Blatt sah in seinen nationalen Umfragen Trump fast immer vor Hillary, zuletzt am Montag mit 48-43 Prozent.

Ein Hillary-Sieg von 352 zu 186 Electoral Votes, den die Los Angeles Times errechnet hat, würde für Clinton einem Erdrutschsieg gleichkommen. Donald Trump hätte Mühe, diese klare Niederlage anzuzweifeln und sie mit „rigged Election“, also „manipulierten Wahlen“ zu rechtfertigen.

Der Wahlkampf ist zu Ende. Endlich! Es war unerträglich!

Ich habe fünf Präsidentschaftswahlen in den USA erlebt. Und nicht gedacht, dass es noch schmutziger geht als in den Jahren zuvor. Ich habe mich getäuscht.

80 Prozent der US-Bürger fanden den Wahlkampf „widerlich“ – Recht haben sie!

Noch nie wurde beim Kampf um das White House so viel gelogen, Halbwahrheiten verbreitet, Fakten verdreht und die Wähler verarscht. Melanie Trump will sich als First Lady gegen Mobbing im Internet einsetzen. Spätestens danach hätte es auch dem letzten US-Bürger auffallen müssen, dass er für dumm verkauft wird.

Hillary Clinton ist an der Schlammschlacht nicht unschuldig. Auch sie hat kräftig ausgeteilt. Auch sie hat in Debatten gelogen, Halbwahrheiten verbreitet, Dinge zu ihrem Gunsten zurechtgebogen. Doch dass es so schlimm werden sollte, hat Donald Trump zu verantworten.

Es hat noch nie einen Präsidentschaftskandidaten gegeben, der so viele Gruppen an Menschen seines eigenen Landes diffamiert und beleidigt hat: Mexikaner, Moslems, Behinderte, Kriegshelden und Frauen.

Wer das leugnet, lebt in einer anderen, in einer Trump-Welt.

Die Wähler sind angewidert und wenden sich von der Politik ab. Wer will sich in einem Umfeld, wo es längst nicht mehr um Fakten geht oder um bessere Argumente, noch engagieren?

Die Sorge, dass eine immer kleinere Politkaste die Dinge bestimmt, wird sich weiter verstärken. Für eine Demokratie ist das auf Dauer tödlich. Die Radikalen werden das nutzen.

Am Dienstag wird einer an Schmutz hoffentlich nie mehr zu überbietender Wahlkampf einen Gewinner hervorbringen. Ich glaube nicht an einen knappen Sieg, an Nachzählungen, die sich über Wochen hinziehen werden. Es wird eine klare Entscheidung geben.

Eine sehr optimistische Prognose der LA Times

Eine sehr optimistische, letzte Prognose der Los Angeles Times. Danach gewinnt Clinton mit Ohio, Florida und North Carolina alle drei der wichtigsten Swing States. Erstaunlich: Das Blatt hatte in seinen nationalen Umfragen in den vergangenen Wochen immer Trump vor Clinton, zuletzt noch am Montag mit 48%-43% (Screenshot: LA Times)

Doch egal ob es Hillary Clinton schafft oder Donald Trump eine Sensation gelingt. Nach dem Wahlkampf ist vor dem Wahlkampf. Spätestens in drei Jahren geht es wieder los. Ein kaum zu ertragender Gedanke!

Donald Trump wird die Wahl nicht anerkennen – die Republikaner sich weiter spalten. Wird House-Sprecher Paul Ryan zurücktreten?

Donald Trump wird das Ergebnis nicht akzeptieren. Er wird von „rigged Election“ sprechen, von „manipulierten Wahlen“. Ein Demokrat und Patriot würde sich anders verhalten.

Einige Enttäuschte werden durchdrehen. Am Ende werden aber die Milizen des Landes nur heiße Luft versprühen. Oder glaubt wirklich jemand, dass ein paar Wahnsinnige in Tarnkleidung aus Georgia, von denen die New York Times berichtet, Washington angreifen wird.

Die Republikaner werden sich weiter spalten: In Trump-Anhänger und Gegner. House-Sprecher Paul Ryan wird die Partei nicht zusammenhalten können. Und am Ende zurücktreten? Er wollte den Posten ohnehin nie.

Der Rücktritt von FBI-Chef James Comey ist überfällig

Die Trumpisten und Falken unter den Republikanern werden Hillary jagen. Die E-Mail-Affäre wird sie bis ins Oval Office verfolgen. Es wird weitere Posts geben, vielleicht sogar neue Ermittlungen. Allerdings nicht von FBI-Chef James Comey. Nach seinem aktiven Eingreifen in den Wahlkampf ist sein Rücktritt überfällig.

Die Republikaner werden Untersuchungsausschüsse einrichten, es wird Vorladungen geben, Zeugenbefragungen. Sie werden versuchen, Hillary zum Rücktritt zu zwingen. Nur ein Sieg der Demokraten im Senat könnte ein Impeachment-Verfahren verhindern.

Hillary geht geschwächt ins Oval Office. Eine zweite Amtszeit wird es nicht geben

Hillary selbst wird angeschlagen ins Oval Office einziehen. Die Hälfte der Amerikaner traut ihr nicht. Die E-Mail-Affäre, so klein sie bisher im Vergleich zu Nixons Watergate oder Reagans Iran-Contra-Affäre auch ist, hat dieses Misstrauen nur verstärkt. Viele haben Hillary nur gewählt, weil sie Trump verhindern wollten. Das ist ein ehrbares Motiv. Ein Vertrauensbeweis ist es nicht.

Eine zweite Amtszeit wird es für Hillary Clinton nicht geben. Das Land hat genug von ihr und dem Clinton-Clan. Und wenn doch noch E-Mails auftauchen, in denen sie Staatsgeheimnisse verschickt hat, ist Hillary Clinton ohnehin nicht zu halten. Dann muss sie zurücktreten. Das wissen auch ihre Anhänger.

Amerika stehen schlimme vier Jahre bevor. Egal wer am Ende gewinnt. Hoffen wir auf ein Wunder.

Immer locker bleiben, Hillary Clinton!

Und auf einmal ist alles ganz anders.

Aus einem sicher geglaubten Sieg für Hillary Clinton ist eine bittere Niederlage geworden. Wirklich?

Wenn man die Nachrichten verfolgt, könnte man das eine Woche vor den Präsidentschaftswahlen glauben. Das Rennen ist gelaufen! Mal wieder, muss man sagen. So wie nach dem Prahlhans-Video von Trump, als “The Donald” damit angab, Frauen ungefragt und ungestraft in den Schritt fassen und küssen zu dürfen, nur weil er ein Star ist.

Schon vergessen? Davon erholt sich Trump nicht mehr, waren sich die Kommentatoren einig. Glückwunsch Madame President Hillary Clinton!

Das war vor knapp drei Wochen. Und heute? Auf einmal ist der “Bullie der Fifth Avenue” auf dem sicheren Weg ins White House. Donald Trump führt in den Umfragen, lauten die neuesten Prognosen. Und die Medien stürzen sich darauf wie Hyänen auf einen von einem Löwen erlegten und zurückgelassenen Büffel. Eine Kombination aus E-Mail-Affäre, neuen Ermittlungen von FBI-Chef James Comey (Republikaner), die Hillary Vertraute Huma Abedin und ihr krankhafter Sexting-Ehemann Anthony Weiner haben die Wende gebracht.

Hillary Clinton hat weiterhin eine deutliche Mehrheit bei den Swing States

Doch ist das wirklich so? Tatsache ist doch: Der Weg von Donald Trump ins White House ist und bleibt nicht nur schwer, er ist eigentlich unmöglich. In den entscheidenden Swing States kann Trump nicht genügend Electoral Votes sammeln, um die Wahlen für sich zu entscheiden. Daran hat sich bisher nichts geändert.

Nate Silver

Donald Trump hat trotz Hillarys E-Mail-Affäre in den so genannten Swing States keine Mehrheit der Electoral Votes. Vorhersage am 1. 11.2016 von Statistik-Guru Nate Silver, Screenshot @ http://fivethirtyeight.com

In New Hampshire, North Carolina, Colorado und Nevada liegt Hillary weiterhin in Führung. Auch in Florida ist es ein Kopf an Kopf Rennen. Trump muss diese Bundesstaaten ALLE gewinnen, um Präsident zu werden. Und dazu noch einen “blauen, demokratischen Staat” in Republikaner-Land verwandeln. Ach ja, und Texas, Arizona und Georgia muss er halten, genauso wie Utah, wo ein Unabhängiger mit Trump fast gleich aufliegt. Ist das alles möglich? Vielleicht. Wahrscheinlich? Nein.

E-Mail Affäre ist Hillarys Chance die „Never-Trump“ Wähler zu motivieren

Die neuen Ermittlungen in der E-Mail-Affäre waren für Hillary Clinton ein schwerer Schlag  und haben Donald Trump eine neue Lifeline beschert. Für Hillary bedeuten die FBI Untersuchungen aber nicht gleich eine Niederlage. Sie sollte sie als Chance verstehen, um ihre Anhänger und die vielen Trump-Gegner neu zu motivieren.

Nach dem Prahlhans-Skandal dachten viele, das Rennen um das White House ist gelaufen und die eigene Stimme sei am 8. November nicht mehr wichtig. Donald Trump hat auf diese Nicht-Wähler nicht nur gehofft. Es war lange seine Taktik: Seine eigene, treue Anhängerschaft bei Laune halten und die Hillary-Wähler von der Urne fernhalten.

Diese Rechnung könnte für den Republikaner am Ende nicht mehr aufgeben. Denn die Angst, dass Trump doch noch gewinnt, wird viele Hillary- und “Never-Trump”-Wähler am kommenden Dienstag doch noch dazu bewegen ihre Stimme abzugeben.

Donald Trump: Schon am Ende?

Warst das schon für Donald Trump?

Nach dem Parteitag der Demokraten hat Hillary Clinton ihren Vorsprung in den nationalen Umfragen auf sieben Punkte ausgeweitet.

Noch wichtiger: In den umkämpften Swing States liegt die Demokratin deutlich vor dem ungeliebten Kandidaten der Republikaner. In Pennsylvania, Michigan, Virginia und Wisconsin sind es im Schnitt fünf Prozent, in Colorado gar beachtliche acht Punkte. Gut sieht es in New Hampshire aus, wo Hillary fast vier Prozent Vorsprung hat, in North Carolina sind es zumindest zwei.

Nur in Ohio und Iowa ist es knapp. Genauso wie in Florida wo „The Donald“ im Schnitt gleichauf ist mit Clinton. Eine Umfrage von NBC sieht Hillary aber auch hier deutlich vorne. Ein Schock für Trump dürften die Zahlen aus dem bisher sicheren Republikaner-Staat Georgia sein. Dort wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen gemeldet.

Skandal um muslimischen US-Kriegshelden könnte Trump die Wahl kosten

Doch es könnte alles noch schlimmer kommen. Der Skandal um die Familie des im Irak getöteten muslimischen US-Kriegshelden Humayun Khan kostet ihm selbst bei treuen Anhängern Sympathien und Stimmen.

Trump hat Mexikaner diffamiert, Frauen beleidigt, Behinderte veralbert und damit zu einem Aufschrei nicht nur bei seinen Gegnern gesorgt. Doch mit seinen Angriffen auf die Familie eines Kriegshelden hat er eine Grenze überschritten.

Amerikas Kriegsveteranen fordern von Trump eine öffentliche Entschuldigung für die Beleidigungen, die die Eltern des toten US-Soldaten seit ihrem Auftritt auf dem Parteitag der Demokraten über sich ergehen lassen mussten. Bisher denkt Trump nicht daran. Im Gegenteil: Er heizt das Thema weiter an.

„Don’t boo, vote“- Warum Hillary Clinton die Wahlen verlieren kann

War es das also für Trump? Es sind noch mehr als drei Monate bis zu den Wahlen. Da kann viel passieren. Wer hätte gedacht, dass Trump überhaupt der Kandidat der Republikaner werde.

Doch der Trend spricht eindeutig gegen Trump. Er weiß das und bereitet knapp 100 Tage vor den Wahlen seine Anhänger auf eine Niederlage vor. Schon spricht er von „rigged elections“, von manipulierten Wahlen, die er nicht gewinnen kann. Auch hinter den TV-Debatten im September vermutet er eine Clinton-Verschwörung. Will Trump aussteigen und sich Hillary im Fernsehen nicht mehr stellen.

Die größte Gefahr für Hillary Clinton ist im Moment, dass viele ihrer Anhänger bereits denken, sie wird schon gewinnen und dabei vergessen zur Wahl zu gehen. „Don’t boo, vote“ hatte US-Präsident Barack Obama die Demokraten auf dem Parteitag aufgefordert. Denn sonst kann es am Ende doch noch zu einer bösen Überraschung kommen.

Hillary gegen Trump: Amerika traut beiden Kandidaten nicht über den Weg

Natürlich war die Rede von Hillary Clinton auf dem Parteitag der Demokraten in Philadelphia besser als die des Angstmachers Donald Trump. Nicht so brillant wie die von Barack Obama am Tag zuvor, aber gut genug und vor allem optimistischer, positiver, zukunftsweisender.

Natürlich verlief auch der Parteitag der Demokraten besser, als der der Republikaner. Daran konnten am Ende auch die E-Mail Affäre, die Proteste der Bernie Sanders Anhänger und die vereinzelnden Buh-Rufe für Hillary nichts ändern.

Bessere Redner, größere Stars – doch keine Einheit bei den Demokraten?

Die Demokraten hatten die besseren Redner: Bill Clinton, Michael Bloomberg, Joe Biden, Barack Obama, Elizabeth Warren, Bernie Sanders und vor allem First Lady Michelle Obama. Und mehr Stars: Eva Longoria, Lenny Kravitz, Katy Perry, Lady Gaga, Alicia Keys und Meryl Streep. Donald Trump konnte da nur mit Duck Dynasty Prolet Willie Robertson punkten. Hatte er nicht Superstars für seinen Parteitag in Cleveland angekündigt?

Doch wird das alles reichen? Kann Hillary, die als erste Frau mit ihrer Nominierung für eine der beiden großen Parteien Geschichte geschrieben hat, auch die Präsidentschaftswahlen im November gewinnen?

Die Demokraten gehen nicht geeint in den Kampf um das White House. Auch das hat der Parteitag gezeigt.

Die Anhänger von Bernie Sanders sind enttäuscht, wütend und wollen sich mit ihrer Niederlage nicht abfinden. 45 Prozent der Demokraten wollen Sanders immer noch als Präsidenten. Sie werden jetzt nicht in Scharen in Protest oder aus Trotz Trump wählen, aber möglicherweise den Wahlen fernbleiben. Auch das könnte die erste Frau im White House verhindern.

Dass Sanders noch während des Parteitages die Demokraten verlassen hat und wieder ein „Unabhängiger“ sein will, hat bei der viel beschworenen Einheit der Partei nicht geholfen.

Hillary gegen Trump: Amerika mag beide Kandidaten nicht

Doch Hillary hat noch ganz andere Probleme. Sie ist nicht sehr beliebt. 56 Prozent (!) der US-Wähler haben laut Umfragen eine negative Meinung von ihr. 67 Prozent (!) sagen, sie sei nicht ehrlich und unglaubwürdig. Damit ist sie gleich auf mit dem notorischen Lügner, Faktenverdreher, Halbwahrheiten-Verbreiter Donald Trump, dem 67 Prozent (!) nicht über den Weg trauen.

Die Wahl im November ist auch eine Wahl zwischen zwei unbeliebten Kandidaten. Die Frage ist nur, wer kann mehr Amerikaner davon überzeugen, dass der andere noch schlimmer wäre als man selbst.

Hillary führt in den Umfragen – doch reicht das bis November?

Hillary Clinton hat dabei die größere Basis, eine gut geölte Wahlkampfmaschinerie, die besseren Helfer, allen voran Bill Clinton und Barack Obama. Und das Geld aus Hollywood und der Wall Street.

Trump steht im Vergleich dazu eher allein. Die Republikaner wollen ihn eigentlich gar nicht. Öffentlich sagen können sie das nicht. Es würde die Partei zerrreißen.

Auch die größten Spender, die Koch-Brüder, verweigern sich Donald Trump. Sie werden wie viele in der GOP die Wahlen aussitzen und dann einen neuen Kandidaten aufbauen. Vier Jahre Hillary ist in ihren Augen das kleinere Übel als vier oder gar acht Jahre Donald Trump.

Im Moment führt Hillary in den Umfragen der umkämpften Staaten wie Pennsylvania, Florida, Colorado sowie den Swing States Ohio, Iowa, Michigan und New Hampshire. Alles spricht im Moment für einen klaren Sieg im November und für Hillary Clinton als die erste Präsidentin in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Doch sicher ist das noch lange nicht.

Untergangsstimmung in Washington

Wie der New Yorker die politische Krise in Washington sieht.

Wie das Magazin der New Yorker die politische Krise in Washington sieht.

Es bleibt nur noch ein Tag!

Dann stürzt Amerika nach 16 Tage Shutdown in die nächste, noch schwerere Krise: Default – die Zahlungsunfähigkeit der Landes. Die USA im Bankrott!

Peinlich, Amerika!

Seit Tagen hält eine kleine fanatische Gruppe von ultrarechten Republikanern das Abgeordnetenhaus, Speaker John Boehner, das White House und das ganze Land als Geisel. Und niemand traut sich bei den Republikanern dem bösen Spiel der Tea-Party Anhänger endlich ein Ende zu machen.

Peinlich, Republikaner!

Die Partei von Abraham Lincoln und Theodore Roosevelt ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Grand Old Party ist eine Partei der Nein-Sager, der Totalverweigerer. Sie ist nicht regierungsfähig!

Peinlich, John Boehner!

Der Speaker des Abgeordnetenhauses ist zur Marionette verkommen. Und die Strippen ziehen die Ultrakonservativen, angeführt von Texas Cowboy Ted Cruz und finanziert von den unheimlichen und milliardenschweren Koch-Brüder, Charles und David.

Warum lässt John Boehner nicht im Abgeordnetenhaus über den Haushalt und die Anhebung der Schuldenobergrenze abstimmen? Mindestens 20 Republikaner sind bereit, gegen die Minderheit der Tea-Party und mit den Demokraten zu stimmen. Dann wäre das jämmerliche Schauspiel in Washington endlich zu Ende.

74 Prozent der Amerikaner machen Republikaner für Krise verantwortlich

Boehner will seinen Posten nicht verlieren. Doch für was? Einfluss zumindest hat er keinen mehr. Und ein bisschen Rückgrat könnte der entmachtete Speaker jetzt wenigstens zeigen. Doch um seine eigene Haut zu retten, scheint Boehner nach den Regeln der Tea Party bis zur letzten Sekunde verhandeln zu wollen. Dass das Land am Abgrund steht und abstürzen könnte, scheint ihn weniger zu interessieren.

Insgesamt 74 Prozent der Amerikaner machen Republikaner für die aktuelle Haushaltskrise verantwortlich, etwas mehr als 60 Prozent die Demokraten und 53 Prozent Präsident Obama. Und weniger als zehn (!!) Prozent der US-Bürger finden, dass der Kongress seine Arbeit gut macht. Mehr als 90 Prozent (!!) sind anderer Meinung.

Es scheint, keiner kann den Kampf zweier ideologisch verfeindeter Parteien gewinnen?

Nur muss Amerika, muss die Welt darunter leiden?

Ein Tag bleibt Demokraten, Republikaner und Präsident Obama noch, die Katastrophe in letzter Sekunde abzuwenden. Sie sollten die Zeit nutzen.

Denn der nächste Doomsday in Washington kommt bestimmt!

Auszeichnung für „US-Politik direkt“: Einer der Top-Newcomer Blogs des Jahres 2012

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„US-Politik direkt“ gehört zu den besten Blogs des Jahres 2012.

Der Radio-Journalist Daniel Fiene (mywebwork.de) und Thomas Knüwer (www.indiskretionehrensache.de) haben am Montag im Digitalen Quartett (ich war am 4. November zum Thema US-Wahlen in der Sendung) die Top-Blogs des Jahres bekannt gegeben.

In der Kategorie „Newcomer des Jahres“ wurde „US-Politik direkt“ zu den drei besten Blogs des Jahres 2012 gewählt.

Ein tolle Auszeichnung schon jetzt. Am kommenden Montag wird dann der Sieger, erneut im Digitalen Quartett, verkündet. Neben „US-Politik direkt“ kämpfen noch http://www.fraumeike.de/ sowie http://quergedachtes.wordpress.com/ um die Krone des „Goldenen Blogger 2012“.

Allen Leserinnen und Lesern, die bei diesem schönen Erfolg mitgeholfen haben, schon heute vielen DANK für die zahlreiche Ünterstützung. Bitte weiter Daumen drücken.

Eilt!: HEUTE Wahl zum „Blogger des Jahres“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Radio-Journalist Daniel Fiene und das Digitale Quartett (ich war in der Sendung vom 4. November zum Thema US-Wahlen mit dabei) küren an diesem Sonntag, 9. Dezember, den „Bester Blogger des Jahres“ und „Bester Newcomer“ unter den Bloggern. Ich würde mich SEHR freuen, wenn Sie mich und meinen Blog „US-Politik direkt“ in beiden Kategorien unterstützen und nominieren würden.

Die Wahl ist auch ganz einfach und verlangt noch nicht einmal eine Email-Adresse. Einfach diesen Link:

https://docs.google.com/spreadsheet/viewform?formkey=dDNXUG83UlJrSUhGQk5HVmZTMFpxT3c6MQ

anklicken und meine Adresse: michaelremke.com in die Kategorien „Bester Blogger des Jahres“ sowie „Bester Newcomer“ eintragen. Dann noch auf „submit“ klicken und die Stimme für mich und meinen Blog „US-Politik direkt“ wird gezählt.

WICHTIG!!!: Die Deadline ist Sonntag 21.45 Uhr MEZ (in Deutschland) sowie 15.45 Uhr EST (in New York).

Ich würde mich über jede Stimme SEHR freuen.

Und wenn sie, liebe Leserinnen und Leser, noch jemanden kennen, der mich unterstützen könnte/würde, einfach den Link weiterleiten.

Vielen, vielen DANK.

Senatorin Michelle Obama?

Yes, she could!

Nach US-Präsident Obama könnte auch First Lady Michelle Obama in der Politik Karriere machen. Und das im gleichen Bundesstaat, im gleichen Amt, in dem auch schon ihr 51-jähriger Mann 1997 seinen Aufstieg begann: Illinois Senatorin Michelle Obama – machbar wäre es.

Nach einer Umfrage von Public Policy Polling liegt Michelle Obama mit 51 zu 40 Prozent klar vor dem amtierenden Senator von Illinois, Mark Kirk. Der Republikaner ist bereits in seiner sechsten Amtszeit und erlitt im Januar diesen Jahres einen Schlaganfall. Am 3. Januar will der 53 Jahre alte Senator nach überstandener Krankheit seine Arbeit im Kongress wieder aufnehmen.

Michelle Obama beliebter als Illinois Senator Kirk und Präsident Obama

Michelle Obama führt auch auf der Beliebtheitsskala mit 60 zu 34 Prozent klar vor Amtsinhaber Kirk. Und selbst den eigenen Mann, Präsident Obama, hat die First Lady, die während des Parteitages die Demokraten mobilisierte und damit auch die Wiederwahl Obamas sicherte, in dessen Heimatsstaat um drei Prozent überholt.

Ja, sie könnte – wenn sie denn wollte, bilanziert die Umfrage-Institut ihr Ergebnis. Bisher jedoch zeigt Michelle keine politischen Ambitionen. Auf einer Veranstaltung im White House im April 2012 hatte sie auf die Frage, ob sie einmal auch Präsidentin werden wolle, geantwortet: „absolut nicht.“

Es muss ja nicht gleich das White House sein. Senatorin von Illinois wäre ja auch ein schöner Titel. Hillary Clinton schaffte das als First Lady ja auch in New York und scheiterte später nur knapp als Präsidentschafts-Kandidatin. Michelle Obama – yes, she could!

7 Gründe, warum Präsident Obama gewinnt, 7 Gründe, warum Mitt Romney gewinnt

Barack Obama gegen Mitt Romney – die Schlacht ist geschlagen. Jetzt haben etwas mehr als 200 Millionen wahlberechtigte US-Bürger die Wahl, wer in den kommenden vier Jahren das Land führen darf. Bleibt es Präsident Obama oder wird Herausforderer Mitt Romney Amerikas neuer Commander-in-Chief.

Die letzten Umfragen prophezeien ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bundesweit liegen Obama und Romney mit 49 zu 49 Prozent (CNN) gleich auf. In den neun wichtigen Swing States allerdings hat Obama einen leichten Vorteil, er führt in acht von neun Schlüssel-Staaten vor Romney.

Sieben Gründe, warum Obama Präsident bleiben wird:

  • Obama hat den eindeutig leichteren Weg die notwendigen 270 Wählmänner zu gewinnen. Er hatte während des gesamten Wahlkampfes in den meisten der acht wichtigsten Swing States die Nase vorn. Und so lange der Top-Swinger“, Ohio, Obama-Land bleibt, bleibt er auch Präsident.
  • Hurrikan Sandy hat Obama geholfen. Acht von zehn Amerikaner sind mit seiner Arbeit als Krisenmanager der Nation zufrieden. Noch wichtiger: Die Katastrophe hat das Stimmungshoch von Romney gestoppt.
  • Am Ende des Wahlkampfes hat Obama in Umfragen bundesweit doch noch fast 50 Prozent der Wähler hinter sich. Alles unter 48 Prozent wäre für jeden amtierenden Präsidenten kritisch.
  • Obama ist der Kandidat der Demokraten, daran gab es nie Zweifel. Romney blieb bis zuletzt der ungeliebte Kandidat in seiner eigenen Partei. Wer Obama wählt, will tatsächlich einen Präsidenten Obama. Wer Romney wählt, stimmt gegen Obama und nicht unbedingt für Romney. Um eine Wahl zu gewinnen, ist das zu wenig.
  • Die Arbeitslosenquote ist am Ende doch noch zwei Monate in Folge unter acht Prozent geblieben. Die letzten Zahlen von 171.000 neuen Jobs im Oktober haben Obama geholfen.
  • Obamas Wahlkampf ist besser organisiert als der seines Gegners. Er hat mehr Freiwillige, mehr Büros in den einzelnen Staaten und mehr junge, engagierte Leute hinter sich. Und auch im Internet hat er einen großen Vorteil gegenüber Romney.
  • Obama hat eine Zweidrittel-Mehrheit unter der Gruppe der Latinos. Bei den Frauen konnte Obama ebenfalls seinen Vorsprung halten.

Und sieben Gründe, warum Romney neuer Präsident wird:

  • Noch nie in der Geschichte der USA (Ausnahme ist nur Franklin D. Roosevelt 1936) ist ein Präsident mit einer Arbeitslosigkeit von mehr als 7.4 Prozent wieder gewählt worden. Die aktuelle Quote liegt bei 7.9 Prozent.
  • Eine Mehrheit (51 Prozent) der Amerikaner ist mit der Wirtschaftspolitik von Obama unzufrieden. Romney als Geschäftsmann liegt hier, bei einer weiterhin schwachen US-Wirtschaft, mit fünf Prozent (54 Prozent) vor dem Präsidenten.
  • Das oberste Ziel der Konservativen ist es, Obama abzuwählen und ihm eine zweite Amtszeit zu verwehren. Die Wahlbeteiligung unter den Republikaner wird deshalb höher sein als noch vor vier Jahren.
  • Romney hat über den Wahlkampf hinweg eine Mehrheit unter den Partei-Unabhängigen halten können. Eine Gruppe, die die Wahlen entscheiden kann.
  • Obama hat die Wahl durch seinen desaströsen Auftritt in der ersten Debatte am Ende doch noch verloren. Romney konnte sich als wirkliche Alternative präsentieren.
  • Die Dominanz der Weißen unter den Wählern ist am Ende doch höher als die der Latinos und der Frauen.
  • Die Umfragen in den Swing States sind – wie Republikaner behaupten – falsch oder parteiisch und es gibt am Wahlabend eine große Überraschung.