Trump zeigt der Welt den Stinkefinger!

Donald Trump hat mit seiner Entscheidung das Klima-Abkommen von Paris aufzukündigen der Welt den Stinkefinger gezeigt! America First – was kümmert mich der Rest der Welt. Mit seiner Ignoranz, seiner Unwissenheit und Inkompetenz schadet er damit nicht nur der USA, sondern jetzt auch der ganzen Welt.

Klima-Abkommen: Trump hält Wahlversprechen ein. Konsequent! Aber falsch!

Trump hat mit seinem Ausstieg aber auch ein Wahlversprechen eingehalten, insofern war seine Entscheidung konsequent. Falsch war sie dennoch. Seine Anhänger loben ihn. Trump will 2020 wiedergewählt werden, dafür muss er zuerst seiner Basis in den Bundesstaaten Ohio, Pennsylvania, Wisconsin und Michigan treu bleiben. Ohne sie hat er keine Chance auf eine zweite Amtszeit. Trump hofiert seine Anhänger. Der Rest des Landes interessiert ihn nicht.

Klima-Abkommen: Ivanka und Jared Kushner verlieren – Steve Bannon gewinnt

Trump geht es um die Machterhaltung. Dafür stellt er sich gegen die Wissenschaft, die Mehrheit der bevölkerungsreichsten Bundesstaaten wie Kalifornien und New York, gegen Großunternehmen wie Apple, Google und selbst den Ölgiganten Exxon Mobil sowie zahlreiche Bürgermeister von Großstädten. Sie alle hatten ihn öffentlich geradezu angebettelt, das Klima-Abkommen nicht aufzukünden. Trump schert sich nicht darum.

Selbst seine Tochter Ivanka, seinen Berater und Schwiegersohn Jared Kushner ignoriert Trump in seiner selbstherrlichen Arroganz. Vielleicht ist deren Einfluss doch nicht so groß wie viele denken. Im White House zumindest hat wieder der rechtsradikale, nationalistische Sicherheitsberater Steve Bannon die Oberhand – von wegen entmachtet.

Klima-Abkommen: Trump stellt USA als Führungsmacht in Frage

Klima-Abkommen: Cover der News

„Trump an die Welt: Fall tot um“: Titelbild der New York Daily News zum Ausstieg von Donald Trump aus dem Klima-Abkommen.

Trump hat sich mit dem Ausstieg aus der internationalen Staatengemeinschaft verabschiedet. Er stellt damit die Rolle der USA als Führungsmacht in Frage. Europa und China sind jetzt aufgefordert, das Klima-Abkommen auch ohne den weltweit größten Luftverschmutzer einzuhalten. Wer hätte gedacht, dass man auf China setzten muss, wo in Großstädten vor lauter Smog die Vögel vom Himmel fallen.

Vielleicht sollten Europäer mit einer Umwelt-Steuer bei der Einfuhr von US-Produkten kontern, wenn Trump die Erhöhung der Einfuhrsteuern für ausländische Güter einführt. Doch dafür fehlt am Ende wohl der Mut.

„Kohle ist tot“ – selbst Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn sagt das

Trump gibt mit dem Pariser Ausstieg den immer Klima-Wandel Leugnern Recht. Er wirft den Fortschritt in den Köpfen der Ignoranten um Jahrzehnte zurück. Warum sollen sie sich jetzt noch von Fakten, von Wissenschaftlern überzeugen lassen, wenn selbst der Präsident, dessen EPA “Umweltminister” Scott Pruitt und andere in seiner Regierung an die von Menschen verursachte Erderwärmung nicht glauben. Trumps Vize-Präsident Mike Pence sieht nur “die Linke”, die vom Thema Umwelt so fasziniert ist. Dabei hoffte man, dass der erzkonservative Pence zumindest ein Sehender unter den Blinden in der Trump-Regierung ist.

Stattdessen glauben Trump und seine Getreuen weiterhin allen Ernstes, dass China das mit dem Klimawandel nur erfunden hat, um der US-Wirtschaft zu schaden und die vielen Kumpel in den Kohlekraftwerken die Arbeit zu nehmen. Man kann sich bei so viel Unsinn nur noch an den Kopf fassen. Wann werden die Trump-Fans merken, dass sie von ihrem eigenen Präsidenten verarscht werden?

Es gibt keine “saubere Kohle”! Punkt! Kohle ist tot! Punkt! Kohle ist unwirtschaftlich! Punkt! Das sagt selbst Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohen. Es wird keine neuen Kohlekraftwerke geben? Wer soll sie bauen? Die Industrie ganz sicher nicht. Die ist längst weiter als der Ignorant-in-Chief im White House.

Hoffnung für Klima-Abkommen: In vier Jahren kann Trump nicht aussteigen

Was bleibt am Ende einer erneut katastrophalen Entscheidung von Donald Trump. Die Hoffnung auf Einsicht – nicht bei Trump, bei seinen Wählern. Und ein anhaltender Druck aus internationaler Politik und Wirtschaft. Auf die Demokraten kann man im Moment nicht setzen – sie sind nach der Wahlschlappe noch immer mit sich selbst beschäftigt.

In vier Jahren Präsidentschaft kann Trump nur mit Worten aus Paris aussteigen, praktisch geht das erst in seiner zweiten Amtszeit. Dazu sollte es nicht kommen. Das ist die Hoffnung – man darf sie nicht aufgeben.

Donald Trumps Chaos-Tage

Chaos-Tage im White House!

Der Anfang ist immer schwer. Klar. Das ging jedem neuen Präsidenten so. Niemand blieb davon verschont.

Doch was sich Donald Trump und seine Truppe aus Generälen und Millionären in den ersten vier Wochen geleistet haben, lässt sich mit typischen Anfängerfehlern nicht mehr entschuldigen.

Hat Michael Flynn im Alleingang oder im Auftrag gehandelt?

Die Entlassung von Trumps Sicherheitsberater, Michael Flynn, ist nur der vorläufige Höhepunkt. Der Ex-Drei-Sterne General, den Präsident Obama schon gefeuert hatte, war von Anfang an eine Fehlbesetzung. Ex-Außenminister Cornell Powell, ein Republikaner, warnte vor dem „durchgeknallten Rechten“. Flynn nennt den Islam eine Ideologie. Er streute Fake News über Hillary Clinton und unterhält seit Jahren dubiose Beziehungen zu Russlands Präsidenten Putin. Letzteres wurde ihm jetzt zum Verhängnis.

Bleibt die Frage: Hat Flynn im Alleingang mit dem russischen Botschafter über die US-Sanktionen telefoniert? Oder hatte er einen Auftraggeber? Trump, Vize-Präsident Mike Pence? Warum sollte Flynn das auf eigene Faust getan haben?

Chaos Truppe: Wer muss als nächstes gehen?

Michael Flynn dürfte nicht das letzte Opfer in Trumps Dilettanten-Haufen bleiben. Der völlig überforderte White House Sprecher Sean Spicer wackelt genauso wie die sprachlos machende Lügnerin Kellyanne „Alternative Fakten“ Conway. Ernst nimmt letztere ohnehin niemand mehr.

Dabei stinkt der Fisch bekanntlich immer vom Kopf.

Trumps Aktionismus mit täglich neuen präsidialen Verordnungen ist längst verpufft. Er hat damit nur Angst und Schrecken verbreitet, das Land aber nicht vorangebracht.

Chaos lösten auch Trumps Ministerkandidaten aus. Einige wurden zu später Stunde durchgeboxt. Andere wie Bildungsministerin Betsy DeVos, die wegen der Bären-Gefahr (kein Witz!) Waffen in Schulen erlauben will, musste von Vize-Präsident Mike Pence gerettet werden. Selbst Republikaner stimmten gegen sie.

Ob Trumps Arbeitsminister Andrew Puzder, der gegen Mindestlohn oder Mutterschutz ist, sein Amt antreten darf, dürfte bis zuletzt fraglich bleiben. Selbst Konservative erschrecken über die Ansichten des Fastfood-Ketten Chefs.

Einreisestopp Chaos: Trump schwerste Schlappe

Die größte Schlappe erlebte Trump in seiner erst kurzen Amtszeit aber mit seinem Einreiseverbot für Menschen aus sieben Ländern mit überwiegend muslimischer Bevölkerung. Den Muslim-Ban (wie ihn Trumps Berater Rudy Giuliani nennt ) haben ihm die Richter um die Ohren gehauen. Verfassungswidrig! Selbst Trumps Angstmacher-Tweets über die Gefahren für die USA zogen nicht. In Amerika darf niemand wegen seiner Religion verfolgt werden!

Dabei ist der Präsident selbst ein Sicherheitsrisiko. Nach dem Raketentest von Nordkorea besprach sich Trump mit seinen Beratern kurzerhand während des Essens mit dem japanischen Premier Abe im Restaurant seines Mar-a-Lago Ressort. Ein Besucher konnte nicht nur Fotos von der illustren Runde machen. Auch ein Bild des Koffers mit den Codes für das 6800 Sprengköpfe umfassende Atombomben-Arsenal Amerikas landete später auf Facebook.

Chaos, Dilettantismus, Unwissenheit

Chaos: New Yorker Cover

Chaos im White House: Ist auch die Demokratie in Gefahr? Die erloschene Flamme der Statue of Liberty, Qu: Titel The New Yorker

Nach vier Wochen hat Trump bereits einen Beweis geliefert: Manager sind nicht die besseren Politiker. Zumindest wenn der Chef „The Donald“ heißt.

Amerika ist kein Autounternehmen, keine Fluggesellschaft oder ein Waschmittelunternehmen, das man von Oben herab dirigieren und auf Wachstumskurs trimmen kann. Auch nicht mit Twitter.

Amerika ist eine Demokratie mit einer Opposition, freier Presse, mit unabhängigen Gerichten. Ein Land mit einer Gewaltenteilung und mit einer Verfassung. Trump hat einen Eid auf die Konstitution abgelegt – vielleicht sollte er sie mal lesen?

Bleibt die besorgte Frage: Was macht Trump und seine Chaos-Truppe eigentlich, wenn das Land in eine ernste Krise gerät?

Donald Trump: Von Wahlbetrug und anderen Phantasien

Noch drei Wochen bis zu den Präsidentschaftswahlen am 8. November. Es sieht nicht gut aus für Donald Trump. Der Republikaner weiß das und bereitet sich auf seine Niederlage vor.

Ein „Loser“ will und kann Trump nicht sein. Eine Niederlage einzugestehen, passt nicht zu seinem Image. Also sucht er die Schuld bei anderen. Bei den treulosen Republikanern zum Beispiel, die ihn im Stich gelassen haben, bei der „korrupten Betrügerin Hillary“ und bei den „manipulierten, verlogenen und voreingenommenen Medien“. Oder war es doch dieser Zusammenschluss ausländischer Kräfte?

Donald Trump und seine Kumpels sprechen von „massivem Wahlbetrug“ – Beweise gibt es nicht und Studien widersprechen

Nein, ein „massiver Wahlbetrug“ wird seine Präsidentschaft verhindern, ist sich Trump mittlerweile und noch vor dem Urnengang sicher. Sein düsteres Fazit: „Demokratie in den USA ist nur eine Illusion“. US-Präsident Barack Obama kann sich bei solchem Pessimismus den Spott nicht verkneifen: „Er heult schon bevor die Stimmen gezählt wurden.“

Beweise für den „massiven Wahlbetrug“, von dem er schon beim Sieg von Barack Obama über seinen Herausforder Mitt Romney bei den Präsidentschaftswahlen 2012 sprach, hat Trump nicht. Dafür hat er menschliche Lautsprecher. „Ich müsste ein Idiot sein, wenn ich glauben würde, in Philadelphia und Chicago würden die Wahlen fair ablaufen“, trötet Trumps engster Berater Rudy Giuliani.

Ähnlich dumpf klingt auch Newt Gingrich, ein weiterer Trump-Verbündeter. „Wer sage, es gebe keinen Betrug, leugne die Realität.“ Die Frage bleibt, in welcher der einstige Sprecher des Abgeordnetenhauses lebt. Der amtierende zumindest, Paul Ryan, ebenfalls Republikaner, glaubt an diese düstere Prognosen nicht, genauso wenig wie Trumps Vize-Kandidat Mike Pence. Es gibt Hoffnung, auch in der einst „Grand Old Party“.

Ryan weiß, die Realität sieht anders aus. Mehrere Untersuchungen haben ergeben, dass bei knapp einer Milliarde Stimmen, die zwischen den Jahren 2000 und 2014 in den USA gezählt wurden, 31 (!) unter Wahlbetrug fielen. Eine Bananenrepublik ist Amerika wirklich nicht.

Donald Trumps Geschwätz von Verschwörungen hat System

Trumps Anhänger stören solche Fakten nicht. Dreiviertel (!) von ihnen glauben dem 70-Jährigen. Sie sollen, so ruft Trump seine Fans auf, die „Wahllokale im Auge behalten“. Es bleibt abzuwarten wie viele sich daran beteiligen werden.

Trumps Geschwätz vom Wahlbetrug hat natürlich System und einen tieferen Hintergrund. Es lenkt nicht nur von seinem Prahlhans-Video und den Vorwürfen sexueller Belästigung von Frauen ab. Es ist auch seine letzte Hoffnung, die Wahl doch noch herumzureißen.

Mit Verschwörungstheorien, kombiniert mit Hasstiraden gegen Bill und Hillary Clinton sowie gegen die korrupten Medien feuert er seine Anhänger weiter an. Sein Kalkül: Während die eigenen Wähler geschlossen für ihn stimmen werden, bleiben die Demokraten, angewidert vom schmutzigen Wahlkampf, lieber Zuhause. Geht sein Plan auf, kann es am Wahltag doch zu einer Sensation kommen.

Schniefender Donald Trump fordert Drogentest von Hillary

Hillary weiß um diese Gefahr. Sie wird die Katastrophe hoffentlich zu verhindern wissen. Die dritte und letzte Debatte am Mittwoch bietet ihr erneut eine Gelegenheit dazu. Einen Drogentest, wie ihn Trump von seiner Rivalin ernsthaft gefordert hatte, wird es aber nicht geben.

Einige Kommentatoren hatten sich ohnehin über Trumps Verdacht Verdacht, Hillary habe vor den beiden Debatten vielleicht Drogen genommen, gewundert. War es nicht Donald Trump, der durch sein fortlaufendes Schniefen jedem Zuschauer aufgefallen war. Eine Erkältung zumindest hatte der Republikaner nicht.

Bidens Verjüngungkur mit Instagram

Locker: Ein Selfie von Joe Biden mit Präsident Obama. Foto: Joe Biden, Instagram

Joe, der lockerer Vize: Ein Selfie von Joe Biden mit Präsident Obama. Foto: Joe Biden, Instagram

Vize-Präsident Joe Biden möchte gerne Präsident werden – nach der Amtszeit von Barack Obama. Doch der zweite Mann im Staat hat gleich mehrere Probleme bei seinem möglichen Umzug von seiner Residenz „Number One Obervatory Circle“ – knapp acht Autominuten vom White House entfernt – ins Oval Office.

Das größte ist natürlich Hillary Clinton. Entscheidet sich die frühere First Lady und Außenministerin 2016 für das höchste Amt anzutreten, hat sich das Thema nicht nur für Biden erledigt. Clinton gilt in der Partei als gesetzt – wenn sie denn ins White House will. Und kein anderer Demokrat wird es wagen, gegen sie anzutreten. Auch die Medien träumen von Hillary und einem Duell mit Jeb Bush. Clinton gegen Bush – das bringt Einschaltquote. Biden gegen Bush könnte eher langweilig werden.

Doch falls Hillary es doch nicht machen will und dafür sprechen viele Gründe, könnte Vize Biden zum Commander-in-Chief aufsteigen.

Commander-in-Chief Joe Biden - davon träumt der Vize-Präsident. Foto: Joe Biden, Instagram

Commander-in-Chief Joe Biden – davon träumt der Vize-Präsident. Foto: Joe Biden, Instagram

Das zumindest glaubt „Joe“, der Mann, der bei vergangenen Präsidentschaftswahlen schon mehrmals angetreten aber bisher in den Vorwahlen gnadenlos untergegangen war. Doch aus der Position des Vizes heraus sind die Chancen vielleicht besser“, hofft Biden. Es ist nicht das erste Mal, dass er sich in seinen politischen Einschätzungen täuscht.

Dennoch, um sich alle Türen offen zu halten, muss Biden schon jetzt an seiner möglichen Kandidatur arbeiten. Die jungen und hungrigen Demokraten werden nach einer Absage von Hillary schnell ihre Absichten verkünden. Und genau das ist das zweite große Problem für Biden.

Der Vize-Präsident ist nicht mehr ganz der Jüngste und bei den Wahlen 2016 wäre er bereits stolze 74 Jahre alt. Damit kann und darf man immer noch Präsident werden, doch das Land wird wohl generell mehr auf junge, aktive und vor allem internetaffine Kandidaten stehen. Das weiß auch Biden.

Joe Biden

Joe Biden wie er sich gerne selbst sieht – cool, mit Ray Ban Sonnenbrille. Foto: Joe Biden, Instagram

Um jünger zu wirken, hat er sich diese Woche ein Instagram Account angelegt und gleich einmal gezeigt wie cool und jung er sich noch fühlt. Ein Selfie mit dem Präsidenten dürfte dabei auch nicht fehlen.

Schade nur, dass Barack Obama Biden zwar als einen „der größten Vize-Präsidenten in der Geschichte der USA lobte“. Dass Biden aber auch das Zeug zum Präsidenten habe, erwähnte der White House Chef nicht. Obama steht bei den Clintons in der Pflicht. Nicht nur bei Hillary, sondern auch bei Bill.

Was nützt also die „Verjüngungkur von Biden“ auf Instagram, wenn selbst der eigene Chef nicht glaubt, dass man ihn einmal beerben könnte.

US-Präsident Obama: „Ich bin wirklich gut im Töten von Menschen“

Time-Journalist Mark Halperin und sein Kollege John Heilemann haben ein neues Buch geschrieben. „Double Down“ heißt das Werk, das eine Fortsetzung ihres grandiosen „Game Change“ aus dem Jahr 2010 ist.

Während der erste Teil hinter die Kulissen von Obamas ersten Wahlkampf gegen John McCain im Jahr 2008 blickte und dabei unter anderem die völlig überforderte Sarah Palin entzauberte, geht es diesmal um den Kampf um das White House im Jahr 2012 zwischen Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney.

Das Buch gibt dabei erneut brisante Einblicke hinter die Wahlkampf-Kulissen. Es stellt Obama als einen kühlen und teilweise zynischen Machtpolitiker dar, der nicht nur stolz auf sein umstrittenes Drohnen-Programm ist, sondern auch bereit war, seinen Vize-Präsidenten Joe Biden aus rein taktischen Gründen durch Hillary Clinton zu ersetzen.

Präsident Obama lobt Drohnen-Programm, will Vize Biden durch Hillary ersetzen

Hier die wichtigsten Punkte aus dem Buch von Halperin und Heilemann, das am Dienstag in den USA erscheinen wird.

  • Als Obama 2011 über seine Erfolge seiner dreijährigen Präsidentschaft nachdachte, lobte er sich selbst für seine umstrittene Drohnen-Politik, mit der er wie kein anderer US-Commander-in-Chief zuvor auf Terroristenjagd gegangen war und noch heute geht. „Wie sich herausstellte, bin ich wirklich gut im Töten von Menschen“, soll Obama als Erfolg aufgeschrieben haben. „Ich dachte nicht, dass das einmal eine meiner Stärken werden würde.“
  • Als Obama sich in den Umfragen mit Mitt Romney ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferte, soll er ernsthaft erwogen haben, den eher blassen Vize-Präsidenten Joe Biden, einfach vor die Tür zu setzen. Hillary Clinton sollte seinen Posten übernehmen und damit die Wiederwahl sichern. Als das Obama-Wahlkampfteam allerdings bei Probe-Umfragen mit Hillary als Vize-Chefin keine spürbare Verbesserung der Zahlen erkennen konnte, wurde die Idee wieder fallengelassen.
  • Obama und Bill Clinton gerieten während des Wahlkampfes offenbar mehrmals aneinander. Eine Golfrunde der beiden wurde mitten im Spiel abgebrochen. Clinton forderte von Obama, dass er Hillarys Schulden aus den Vorwahlen übernehmen sollte. Dafür wollte er auf dem Parteitag auch eine positive Rede halten. Die vielgelobte Ansprache, die der Ex-Präsident am Ende hielt, war nicht vom Obama-Team abgestimmt. Clinton hatte Obama zwar eine 3279 Worte lange Rede zum Lesen gegeben. Am Ende waren seine Ausführungen allerdings mit 5888 Worten fast doppelt so lang und hatten mit dem ursprünglichen Manuskript nur noch wenig gemein.

Romney nennt Christie „Pufferfisch“, Clint Eastwood „schweren Autounfall“

Neben Obama schreiben die beiden Autoren auch detailliert über den Wahlkampf von Mitt Romney:

  • So soll Romney bei der Suche nach seinem Vize den potentiellen Kandidaten Fischnamen gegeben haben. Bei der Operation „Goldfisch“ wurde der übergewichtige Chris Christie zu einem aufgeblasenen „Pufferfisch“. Christie fiel am Ende wegen seiner Köperfülle durch.
  • Auf Christie war Romney nach dessen Rede auf dem Parteitag in Tampa, Florida,  stinksauer. Sein Manager Matt Rhoades soll Christie später in einem Telefonat angebrüllt haben und das „in einer Sprache, die man nicht wiedergeben kann“.
  • Clint Eastwoods Rede auf dem Parteitag wurde vom Team-Romney als „schwerer Autounfall“ bezeichnet. Der Romney-Berater Stuart Stevens war so sauer, dass er „mit Dingen warf, Eastwood verfluchte und am Ende völlig fertig zusammengebrochen sein soll“.

„Thrill in the Ville“ – Reaktionen auf die Debatten-Schlacht zwischen Biden und Ryan

Die Schlacht ist geschlagen. Doch wer hat das TV-Duell (51,4 Millionen Zuschauer) gewonnen? Laut CNN lag Paul Ryan mit 48 zu 44 Prozent vorne. CBS dagegen sieht Vize-Präsident Joe Biden mit 50 Prozent klar vor Ryan mit 31 Punkten (Unentschieden: 19 Prozent). Kommentare und Analysen nach dem „Thrill in the Ville“ in Danville, Kentucky.

New York Times: Knallharte Kampflinien in einem Generationen-Duell. Die Debatte war einer der besten seit vielen Jahren und hat gezeigt, dass man mit Leidenschaft, Wut, Lachen und Substanz unterschiedliche Meinungen vertreten kann.

Washington Post: Biden wirkte, als ob er die Obama-Schmach wettmachen wollte.

Wall Street Journal: Knallharte Haken bestimmten die Debatte. Biden war gut für die Basis und half, das Obama-Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Ryan wehrte sich erfolgreich gegen jeden Vorwurf. Ein solide Vorstellung auch in der Außenpolitik.

New York Daily News: Ein lächelnder Joe beißt zurück. Biden schwingt wilde Haken. Ryan bleibt cool und attackiert die Politik des Präsidenten.

Mark Halperin, Time: Ryan hat mit einem kleinen Vorsprung gewonnen. Aber nur, weil viele Leute das Verhalten des Vize-Präsidenten missbilligten. Biden zeigte nicht genug Anstand und zu wenig von seiner positiven Seite. Meine Wertung: Ryan: B; Biden: B-

Paul Begala, Ex-Berater von Bill Clinton: Biden hat Romney vor Gericht gezogen und der Basis der Demokraten neues Leben eingehaucht.

Alex Castellanos, republikanischer Analyst: Biden war auf einer Mission. Er hat die Basis neu motiviert. Ryan war sehr selbstsicher, auch in der Außenpolitik. Ich würde sagen, es war ein unentschieden.

John King, CNN: Beide sind glückliche Krieger, die lieben, was sie tun. Sie waren bei eigentlich allen Themen völlig anderer Meinung. Biden hat seinem Boss gezeigt wie Debatte geht.

Verbitterter Joe Biden gegen einen freundlichen Paul Ryan

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Joe Biden gegen Paul Ryan: Die Rede-Schlacht der Vize-Kandidaten

Das Poster zum Fernsehduell zwischen Vize-Präsident Joe Biden und Paul Ryan, dem Running Mate von Obama-Herausforderer Mitt Romney. „Thrill in the Ville II“ ist eine Anspielung auf den legendären „Thrilla in Manila“ Boxkampf zwischen den beiden Champions Muhammad Ali und Joe Frazier im Jahr 1975.

Thrill in the Ville – das Plakat zum TV-Duell hatte nicht zu viel versprochen. Die einzige Fernseh-Debatte zwischen Vize-Präsident Joe Biden und Romneys Running Mate Paul Ryan war eine wahre (Rede)-Schlacht.

Mehr als 90 Minuten bekriegten sich die beiden Stellvertreter. Die Themen: Außen- und Sicherheitspolitik. Aber auch die US-Wirtschaft, Religion und Abtreibung wurden diskutiert. Ein Duell, das niemals langweilig wurde. Und eine Debatte, die ihren Namen verdiente. Zwei Konkurrenten auf Augenhöhe, die austeilen und einstecken konnten. Kein Vergleich zum desaströsen Auftritt von Obama in seinem Duell gegen Mitt Romney, als der Präsident wie er sagte „zu freundlich“ war.

Joe Biden attackiert, Paul Ryan verteidigt erfolgreich

Biden war ganz sicher nicht freundlich, eher im Gegenteil. Der 69-Jährige war aggressiv, direkt und schien von Anfang an ein Ziel zu haben: Die Schmach seines Chefs, Barack Obama, wieder wett zu machen.

Von der ersten Minute an attackierte Biden Ryan und vor allem dessen Chef Mitt Romney. „Das ist doch alles Quatsch“, schimpfte er über angeblich falsche Fakten der Konkurrenz. Und nur 24 Minuten brauchte Biden, um Romney mit dessen „47 Prozent Video“ zu konfrontieren, auf dem er knapp die Hälfte der US-Bürger als Schmarotzer diffamierte. Ein linker Haken, den man auch gerne von Obama gesehen hätte.“

Doch Biden machte auch Fehler. Im Stil. Der Obama Vize schüttelte ständig den Kopf, lachte und verdrehte die Augen über die Aussagen von Ryan. Er nannte ihn mehrfach fast schon oberlehrerhaft „Freund“ und fiel ihm ständig ins Wort. Insgesamt 82 Mal soll Biden nach einer Zählung der Republikaner Ryan unterbrochen haben.

CNN-Blitzumfrage: Ryan gewinnt Debatte gegen Biden

Paul Ryan blieb dagegen gelassen und versuchte zu kontern, wo er nur konnte. Damit gewann er wichtige Punkte. Selbst in der Außen- und Sicherheitspolitik konnte der 42-Jährige mit dem Experten Biden mithalten, ohne allerdings wirklich Lösungen für Krisenherde wie den Iran, Syrien oder Afghanistan zu haben.

Fazit: Biden bestimmte die Debatte und konnte das Obama-Debakel zumindest für einen Abend vergessen lassen. Und auch die verunsicherte Basis der Demokraten dürfte Biden mit seinem Auftritt neu motiviert haben.

Ob Biden allerdings auch die Debatte gewonnen hat, wird sich noch zeigen müssen. Sein Stil und seine Aggressivität könnte viele Amerikaner abgeschreckt haben. Das zeigt auch eine Blitzumfrage von CNN: Danach hat Paul Ryan mit 48 zu 44 Prozent die Debatte gegen Joe Biden gewonnen.

Hoffnungträger Joe Biden

Nach dem Obama-Desaster beim ersten Fernseh-Duell mit einem überzeugendem Herausforderer Mitt Romney hofft der US-Präsident jetzt auf seinen Vize: Joe Biden soll es richten. Ausgerechnet Joe Biden!

Amerikas Vize-Präsident gilt gemeinhin als Unsicherheitsfaktor im Wahlkampf und wird nicht selten zur unfreiwilligen Geheimwaffe der Gegenseite. Der 69-Jährige ist beliebt aber auch bekannt als “Plappermaul” und immer gut für einen echten Klopper. Zuletzt “beerdigte” Biden in einer Rede die “Mittelklasse”, vergaß dabei aber die Republikaner als Schuldige anzuprangern.

Nun also Biden. An diesem Donnerstag trifft sich der Obama-Stellvertreter zum ersten und einzigen Fernseh-Duell mit dem Romney Vize-Kandidaten Paul Ryan in Danville, Kentucky. Der Druck auf die beiden ist enorm: Biden muss seinen schwachen Chef Obama aus dem Stimmungstief rausholen und das Romney-Ryan Ticket als Katastrophe für das Land anprangern. Ryans Ziel dagegen ist es, einen zweiten Sieg für die Republikaner einzufahren.

Joe Biden und Paul Ryan: Intensives Trainingscamp für TV-Debatte

Welchen unerwarteten Stellenwert die Debatte auf einmal gewonnen hat, zeigt auch die akribische Vorbereitung der beiden Vize-Kandidaten. Biden, seit 40 Jahren im Politik-Geschäft, drückt bereits seit Wochen die politische Debatten-Schulbank und hat zuletzt am vergangenen Wochenende Zuhause in Wilmington, Delaware, ein dreitätiges Intensiv-Training absolviert. Sein Sparringspartner ist der Kongress-Abgeordnete Chris Van Hollen.

“Ich möchte sicher gehen, das mein Gegenüber nicht sagt, dass seine Position auf einmal nicht mehr seine Position ist”, begründete der Polit-Profi Biden seine Vorbereitung. Romney wurde nach der Debatte vorgeworfen, seine Positionen einfach geändert und Obama damit aus dem Konzept gebracht zu haben. Wahlkampf-Lügen schimpften die Romney-Gegner.

Ein Sieg von Joe Biden gegen Paul Ryan ist bitter nötig

Paul Ryan bereitet sich ebenfalls in einem drei Tage Boot-Camp in Virginia auf das Duell mit Biden vor. Sein Sparringspartner ist der frühere Generalstaatsanwalt des Bundesstaates, Ted Olsen. Für Ryan ist es die erste nationale Debatte überhaupt. Biden dagegen hat nicht nur durch zahlreiche Vorwahlkämpfe, sondern auch durch die Debatte gegen Vize-Kandidatin Sarah Palin im Jahr 2008 viel mehr Erfahrung. Rücksicht wie gegen Palin muss Biden diesmal nicht nehmen. Niemand wird Mitleid für Ryan empfinden, wenn ihn der Vize-Präsident an die Wand spielen würde.

Ein Erfolg von Biden ist für das Obama-Lager sehr wichtig geworden. Durch Obamas desaströsen Auftritt am 3. Oktober ist der schon sicher geglaubte Sieg des Obama-Biden Tickets wieder in Gefahr. Bundesweit hat Obama nach einer Blitzumfrage nach der Debatte seinen klaren Vorsprung fast komplett eingebüßt. Der Amtsinhaber führt nur noch mit 47 zu 45 Prozent vor seinem Herausforderer Mitt Romney. Und auch in den wichtigen Swing States ist der deutliche Vorsprung dahin. In Ohio führt Obama nur noch mit zwei und in Colorado mit noch einem Punkt. In Virginia sind die beiden gleich auf. Aber in Florida hat Romney mit einem Punkt und in North Carolina sogar mit drei Punkten jetzt die Nase vorne.

Paul Ryans Märchenstunde

Vor seiner Rede auf dem Parteitag der Republikanr kannte jeder vierte Amerikaner den Vize-Kandidaten Paul Ryan nicht. Das dürfte sich nach seinem Auftritt geändert haben. Mit seiner ideologischen Rede konnte der „Kennedy der Konservativen“ sein Publikum begeistern und die Basis der Partei mitreißen. Auftrag erfüllt!

Nur eins blieb bei der Jubelrede des 42-Jährigen auf der Strecke – die Wahrheit. Damit nahm es Paul Ryan an diesem Abend nicht so genau.

Die US-Medien entlarvten den Mann aus Wisconsin schnell als Lügner, auch wenn sich viele scheuten, das Wort auszusprechen. “Nicht ganz richtig” oder “die Wahrheit ein bisschen gedreht” oder “er hatte Probleme mit den Fakten”, hieß es bei den Kommentatoren amerikanisch freundlich. Nur wenige trauten sich die Wahrheit zu sagen. Eine von ihnen war überraschend eine “Freundin” des Romney/Ryan Teams:

“Ryans Rede war der Versuch einen neuen Weltrekord an offenkundigen Lügen in einer einzigen Rede aufzustellen”, schimpfte Sally Kohn vom erzkonservativen TV-Sender FoxNews. “Dafür hat er eine Gold-Medaille verdient.” Und weiter: “Die Republikaner sollten sich schämen.”

Insgeamt 15 Lügen, Halbwahrheiten und irreführende Aussagen entdeckten die so genannten Fakten-Prüfer. Hier die schlimmsten:

  • Ryan macht Obama verantwortlich für die Schließung einer Autofabrik in seiner Heimatstadt Janesville, Wisconsin. Wahrheit: Das Unternehmen wurde 2008 unter Präsident Bush geschlossen.
  • Ryan behauptet die Krankenversicherung kostet Millionen von Mittelständlern zusätzliche Steuern. Tatsache ist: Weniger als 5000 Unternehmen müssen mit Steuererhöhungen rechnen.
  • Ryan behauptet das 831 Milliarden Konjunkturprogramm sei voller Betrug und Verschwendung. Tatsache ist: Nach unabhängigen Untersuchungen sind etwa 0,0001 Prozent der 831 Milliarden verschwendet worden.
  • Ryan behauptet, Obama habe mehr Schulden gemacht als jeder Präsident zuvor. Das ist zumindest irreführend. Die meisten neuen Schulden kommen von den Bush-Steuererleichterungen für die Top-Verdiener des Landes und durch den Irak-Krieg. Mit beidem hat Obama nichts zu tun.
  • Ryan macht Obama für die Abwertung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur S&P verantwortlich. Tatsache ist: Es waren die Republikaner, die durch ihre Weigerung die Schuldengrenze zu erhöhen für eine Dekradierung der USA sorgten.

Bleibt nur zu hoffen, dass es Mitt Romney in seiner Rede mit der Wahrheit ein wenig ernster nimmt.

Die Probleme des Paul Ryan

Eine Woche Paul Ryan. Und bei den Republikanern ist erste Ernüchterung über den Überraschungs-Kandidaten eingetreten. Nur 39 Prozent der US-Bürger meinen, dass der 42-Jährige eine gute bis exzellente Wahl war.

Den erwarteten Schub in den Umfragen hat der konservative Kongress-Abgeordnete für Mitt Romney jedoch bisher nicht gebracht. Und das trotz der vielen und oft positiven Schlagzeilen der vergangenen Woche.

Obama liegt im Kampf um das White House weiterhin deutlich vorne. Nur in Ryans Heimatstaat Wisconsin konnte der „Kennedy der Konservativen“ Punkte aufholen und Wisconsin zum neunten Swing State machen. Hier führt Obama “nur” noch mit 49 zu 45 Prozent. Ansonsten fällt die Bilanz nach der einwöchigen Ryan Show eher bescheiden aus:

Pluspunkte:

  • Ryan hat die konservative Basis neu motivieren können. Vor allem die Tea Party Anhänger und die religiöse Rechte setzen auf Ryan. Ohne diese Basis kann Romney nicht gewinnen.
  • Konservative Großspender und einflussreiche Republikaner haben ihren gewünschten Kandidaten durchdrücken können und halten sich mit Kritik an Romney erst einmal wieder zurück.
  • Die Katholiken des Landes haben einen Republikaner-Kandidaten. In dieser Gruppe liegen Romney und Obama gleich auf. Die Katholiken sind wichtig: Bei den vergangenen zehn Präsidentschaftswahlen zog in neun Fällen der Kandidat ins White House, der die Katholiken gewinnen konnte.
  • Die jungen Konservativen können sich mit dem 42-jährigen Ryan identifizieren.

Negativpunkte:

  • Ryan hat ein riesiges Frauenproblem. Er ist gegen Abtreibung selbst im Fall einer Vergewaltigung und Inszest. Er ist gegen künstliche Befruchtung. Er will Planned Parenthood, der US-Variante von Pro Famila, die Unterstützung entziehen. Und er ist gegen “Equal Pay”, also die gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit von Mann und Frau. Alles Themen, die ihm und Romney bei der Wahl nicht helfen werden. Frauengruppen laufen schon jetzt Sturm gegen den Vize-Kandidaten.
Frauen gegen Paul Ryan. Ein Kampagne im Internet 
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