Trump Watch

Trump Watch, die neue Rubrik bei US-Politik direkt.Trump Watch

Donald Trump hat in einem der schmutzigsten Wahlkämpfe der US-Geschichte viel Versprochen, Halbwahrheiten verbreitet, unbewiesene Behauptungen auf Twitter gepostet und – um es freundlich zu sagen – es mit der Wahrheit nicht immer so genau genommen.

Als Präsident muss Trump liefern. Trump Watch wird dabei genau hinschauen. Was ist wahr, was gelogen. Was macht Trump wirklich und was ist nur PR.

Trump Watch: Kontrolle des neuen Präsidenten


Trump als Arbeitsplatzbeschaffer in der Autoindustrie, Teil? fortlaufend

Trump Watch: Falsch. Die Entscheidung einer Milliardeninvestition von Fiat Chrysler in den USA hat nichts mit dem Wahlsieg von Trump zu tun, sondern wurde bereits vor einem Jahr beschlossen. Das sagt Fiat Chrysler-Chef Sergio Marchionne.


Trump: „Keine Geschäfte in Russland“

Trump Watch: Im Prinzip richtig, aber: 1987 wollte Trump in Moskau ein Luxushotel bauen, 1996 ein Apartmentgebäude. Im Jahr 2005 gab es Pläne eines Trump Towers in Moskau und 2008 erklärte er seine Absicht, mit Russland Geschäfte zu machen. Auch wenn die Projekte nicht umgesetzt wurden, abgeneigt war Trump nie.


Trump und die Geheimnisse seiner Steuererklärung

Trump Watch: Trump behauptet, seine Steuererklärung würde nur die Journalisten interessieren. Außerdem würde man darin ohnehin nichts finden. Doppelt Falsch. Laut einer Umfrage sind 60 Prozent der Amerikaner der Meinung, dass Trump wie alle Präsidenten zuvor, seine Steuererklärung rausgeben müsse. Und natürlich findet man in der Steuererklärung nicht nur etwas über das Einkommen von Trump, sondern auch woher das Geld kommt. Und das könnte ihn weiter entlarven!Majority of public says Trump has a responsibility to release his tax returns


Ethik-Kommission Desaster: Zwei Tweets von Trump und die Republikaner stehen stramm? Wohl kaum!

Trump Watch: Viele Republikaner, darunter Mehrheitsführer Kevin McCarthy und Speaker Paul Ryan, waren gegen die Abschaffung der Ethik-Kommission und warnten schon am Montag vor einem öffentlichen Aufschrei. Als der kam, verteidigte Trump Sprecherin Kellyanne Conway im Fernsehen noch die Abschaffung der Ethik-Kommission. Erst am Dienstagnachmittag, als die Stimmung entgültig kippte, reagierte Trump mit seinem Tweet und nutzte die Gelegenheit, billige PR-Punkte zu sammeln. “Das Projekt war zu diesem Zeitpunkt längst gescheitert”, sagt der republikanische Abgeordnete Mike Simpson aus Idaho. Trump tweetet und die Partei gehorcht – das hätte er wohl gerne.

Trump: Kämpfer für die Autobauer? Abwarten!

Trump Watch: Ford will eine 1,6 Mrd. Dollar Fabrik in Mexiko nicht mehr bauen und stattdessen in Michigan 700 neue Arbeitsplätze schaffen. Ein Erfolg für Trump. Welche Subventionen Ford dafür bekommt, ist unklar. Wird Trump dafür auch die strengen Umweltauflagen für die Autobauer lockern, gar Abschaffen? Abwarten. Die Produktion des Focus und anderer Kleinwagen dagegen soll wie geplant von Michigan nach Mexiko verlagert werden. Dazu schweigt Trump lieber – schlechte PR.

Trumps: Einfuhrsteuern auf Autos aus Mexiko. Eine leere Drohung.

Trump Watch: Die Drohung von Trump an General Motors, ihren in Mexiko gebauten Chevrolet Cruze mit hohen Zöllen bei der Einfuhr in die USA zu bestrafen, hat zu einer Talfahrt der Aktien des Autobauers geführt. GM verteidigt sich, dass nur ein Modell in Mexiko gebaut wird und dieser Cruze zum großen Teil außerhalb der USA angeboten werde. Alle anderen Modelle würden in Ohio hergestellt. Eine Einfuhrsteuer bleibt eine leere Drohung. Trump weiß, sie trifft Kunden und Unternehmen gleichzeitig und schädigt die US-Wirtschaft.


Sprint: Trump als “Arbeitsplatzretter in Chief” – Reine PR!

Trump Watch: Die 5000 neuen Jobs bei dem Telefonuntenehmen Sprint, die Donald Trump in die USA angeblich zurückbringt, sind Teil eines 50 Mio. Investment der SoftBank. Die ist der Mehrheitseigner bei Sprint und kündigte seine Pläne bereits im Oktober an, also vor der Wahl von Trump. Was Trump und Softbank-Chef Masayoshi Son verkünden ist reine PR.


Am 20. Januar 2017 wird Donald Trump offiziell US-Präsident. Und glaubt man Trump wollen ALLE zur Inauguration kommen.

Trump Watch: ALLE? Eher KEINER. Top-Promis wie Elton John, Andrea Bocelli und Celine Dion haben öffentlich abgesagt, bei der Inauguration aufzutreten. Die Nationalhymne soll ein “America Got Talent Star” singen. Dazu gibt es einen Mormonen-Chor und die offenbar zwangsverpflichteten New Yorker Radio City Rockettes. Einige der Tänzerinnen treten unter Protest auf. Andere Top-Stars konnten laut Vanity Fair hohe Gagen und selbst die Aussicht auf einen Botschafterposten nicht beeindrucken.


Donald Trump kündigt an, seine Spendenorganisation, Donald J. Trump Foundation, aufzulösen – aus Interessenkonflikten, wie er sagt.

Trump Watch: Trump hat selbst jahrelang keinen Penny in seine eigene Organisation gespendet und steht unter Verdacht, Spendengelder für persönliche Zwecke benutzt zu haben. Dazu zählen 258.000 Dollar für Gerichtsverfahren und zwei übergroße Trump-Portraits für 30.000 Dollar. Der Justizminister von New York hat Untersuchungen eingleitet und Trump im Oktober verboten, weitere Spenden zu sammeln. So lange die Ermittlungen laufen, darf Trump seine Foundation nicht auflösen.


Trump behauptet, er hätte auch die Mehrheit der Wähler (Popular Vote) und nicht nur die Mehrheit der Bundesstaaten (Electoral Vote) gewinnen können?

Trump Watch: Wilde Spekulationen. Und falsch. Insgesamt hatte Hillary Clinton die Popular Vote mit fast drei Mio. Stimmen Vorsprung gewonnen. In welchen Bundesstaaten hätte Trump die aufholen können? Kalifornien und New York? In den bevölkerungsreichen Staaten hatte Hillary zusammen fast fünf Mio. Stimmen mehr als Trump? Dagegen verlor sie in Texas nur mit 800.000.


Trump streut Zweifel am CIA-Bericht, der Russland anklagt, hinter den Hacker-Angriffen zu stehen und kreiert damit eine neue Verschwörungstheorie.

Trump Watch: Falsch. Tatsächlich wusste Trump seit dem 7. Oktober von dem Verdacht. Damals hatte die Obama-Regierung öffentlich Russland angeklagt, sich bei den Demokraten und ins Email-System von Hillary Clinton gehackt zu haben. Plus: In der TV-Debatte zwischen Trump und Hillary im Oktober war es Thema!


Trump als Hüter von Steuergeldern? Nicht so schnell.

Trump Watch: Falsch. Bisher gibt es noch keinen Auftrag der Regierung an Boeing, eine bzw. zwei neue Air Force One Flugzeuge zu bauen. Den Auftrag kann Trump deshalb auch nicht kündigen. PR mit falschen Fakten!


Trump als Retter von 1100 Arbeitsplätzen beim Unternehmen Carrier? Ja, aber.

Trump Watch: Nicht ganz richtig. Es war ein PR-Coup von Donald Trump. Anfang Dezember verkündete er, dass er 1100 Arbeitsplätze in einer Fabrik für Heizungs- und AC-Systeme in Indiana gerettet hat. Doch schnell stellte sich heraus, es sind deutlich weniger, vielleicht 700. Und von denen waren 300 nie gefährdet. Der Gewerkschaftsboss sagt: Trump hat uns „verarscht“. Betrogen wurde aber auch der Steuerzahler. Ihn kostet der Eingriff in den Freien Markt sieben Millionen Dollar an Subventionen. Republikaner nannten das eigentlich bisher Sozialismus.


Trumps Verschwörungstheorie über die manipulierten Wahlen.

Trump Watch: Eine gefährliche Lüge. Es gibt keinen Beweis für die Behauptung, dass Millionen Menschen illegal gewählt haben. Trump zeigt sich als „schlechter Gewinner“ und gibt Verschwörungsfanatikern neuen Auftrieb. Er schadet damit der Demokratie!


Trump als Retter von Arbeitsplätzen! Wirklich?

Trump Watch: Falsch: Ford hatte nie geplant, seine Fabrik in Louisville in Kentucky nach Mexiko zu verlagern. Tatsächlich soll künftig ein anderes Auto, der Ford Escape, in Louisville gebaut werden. Nicht ein Arbeitsplatz soll bei dieser Umstrukturierung dem Rotstift zum Opfer fallen. Ein PR-Coup basierend auf falschen Fakten.