Trump Watch


Donald Trumps eigene Werbekampagne zu seinen erfolgreichen ersten 100 Tagen

Wenn schon keiner Donald Trump für seine ersten 100 Tage lobt, muss es Trump halt selbst machen. Eine Art Vorgeschmack auf den Wiederwahl-Wahlkampf von 2020 in etwa 1360 Tagen. Trumpsche Selbsthuldigung mit einem erneuten Angriff auf die „Fake News“ – nur leider mit den Fakten nimmt es “The Donald” mal wieder nicht so genau. Eine Auswahl:

“Amerika hat selten so einen Erfolg gesehen”, feiert sich Trump selbst, der laut Umfragen der „schlechteste Präsident der ersten 100 Tage aller Zeiten” ist.

Trump Watch: Franklin D. Roosevelt war, so sind sich Republikaner und Demokraten einig, mit Sicherheit erfolgreicher. Und selbst gegenüber Ronald Reagan oder Barack Obama sieht Trump nicht unbedingt besser aus.

Einsetzung eines “respektierten Supreme Court Richter”: Trump lobt sich, weil er in den ersten 100 Tagen Neil Gorsuch, einen Konservativen, als Obersten Richter benannt hat.

Trump Watch: Dass das ein großer Erfolg für Trump und die Republikaner ist, steht außer Frage. Trump konnte das aber nur tun, weil die Republikaner ein Jahr lang die Nominierung von Obamas Kandidaten, Merrick Garland, blockiert hatten. Am Ende mussten die Republikaner wegen fehlender 60 Stimmen Mehrheit auch noch die „Nuclear Option“ ziehen, um Gorsuch mit einfacher Mehrheit im Senat durchzuboxen. Absurd ist das Lob, dass Trump das in den ersten 100 Tagen geschafft hat. Neben Trump gab es nur Richard Nixon der überhaupt die Möglichkeit hatte, einen Supreme Court Richter in den ersten 100 Tagen zu ernennen.

“500.000 und mehr Jobs” will Trump in 100 Tagen geschaffen haben.

Trump Watch: Falsch! Die Statistik sagt, es waren im Februar und März nur 158.000 neue Jobs (Obama schaffte im gleichen Zeitraum übrigens 187.000). Und im April, von dem noch keine Zahlen vorliegen, gab es auch keine Jobexplosion, bei der die fehlenden 342.000 Menschen Arbeit bekommen hatten. Aber was interessieren Fakten! Trump zumindest nicht!

„Die größte Steuererleichterung in der Geschichte“, preist Trump seinen Plan, die Steuern zu senken.

Trump Watch: Bisher ist alles, wie so oft bei Trump, nur heiße Luft, gute PR, Eigenlob und gut fürs eigene Konto. Konkretes gibt es kaum. Als sicher gilt, dass die Unternehmenssteuer von 35 auf 15 Prozent gesenkt wird und die Topverdiener, darunter auch Trump, davon am meisten profitieren. Doch können auch Familien mit Steuergeschenken rechnen? Ungewiss.

Völlig unklar ist auch, ob Trumps eigene Republikaner die Steuerausfälle von mindestens sieben Billionen Dollar und die damit explodierende Staatsverschuldung absegnen werden. Wer glaubt, dass der „trumpsche Wirtschaftsboom“ das alles von allein bezahlen wird, hofft am Ende auch auf den Weihnachtsmann.

Trump Watch CNN

CNN hat den Werbeclip von Donald Trump übrigens wegen seiner Anschuldigungen, die Fernsehsender MSNBC, CNN, ABC und CBS seien alles „Fake News“, aus Protest nicht gezeigt:

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